Richtig kreativ waren Lennart (von links), Nelly, Marlene und Gunnar beim Kürbissschnitzen. Richtig kreativ waren Lennart (von links), Nelly, Marlene und Gunnar beim Kürbissschnitzen. Foto: Alexander Carrigan

Bruchköbel

Sonne satt beim 16. Mais- und Kürbisfest in Bruchköbel

Bruchköbel. „Das ist schön elastisch“, sagt Rudi Bär. Er drückt seinen Daumen tief in das sonnengelbe Brot, das nur Sekunden später wieder seine ursprüngliche Form annimmt. „So muss es sein. Und auch die Farbe ist toll“, sagt der Bäckermeister aus Hammersbach.

Von Carolin-Christin Czichowski

Bär ist eines von sieben Jurymitgliedern beim Brotback-Wettbewerb auf dem Mais- und Kürbisfest in Bruchköbel. Schon zum dritten Mal wurden gestern die besten Hobbybäcker ausgezeichnet.

Zwölf Brote wurden in diesem Jahr abgegeben, von Dinkelvollkornbrot bis Ciabatta, viele passend zum Fest mit Kürbis oder Mais. Gemeinsam mit Bruchköbels Erster Stadträtin Ingrid Cammerzell (CDU), Andrea Weber vom Stadtmarketing, zwei Vertreterinnen aus der französischen Partnerstadt Varangeville, Inge Schreiber von den Landfrauen und Jasmine Vero, Vorsitzende des Marketing- und Gewerbevereins (MGV), beurteilt Rudi Bär von der Traditionsbäckerei Bär undamp; Kirschner die abgegebenen Brote nach Aussehen, Geschmack, Textur und Kreativität.

Brotback-Wettbewerb prämiert die besten Hobbybäcker

„Wichtig ist aber auch der Geruch“, sagt Bär. „Und am allerwichtigsten ist die Konsistenz.“ Das perfekte Brot müsse fluffig, aber auch fest sein. Und bloß nicht zu trocken. „Nicht umsonst sagt man, dass Brotbacken eine echte Wissenschaft ist. Jedenfalls braucht es ganz viel Zeit und auch ein bisschen Erfahrung.“

Nacheinander schneidet er die zwölf Brote auf und begutachtet sie, ehe sie in kleinen Häppchen in den Mündern der Jurymitglieder landen – und zwar zum Erstaunen vieler ohne Kruste. „Die kann den Geschmack verfälschen“, sagt Bär. „Durch die dominanten Röstaromen.“ Deshalb wird beim Brotback-Wettbewerb nur das Innere der Brote probiert und bewertet.

Margita Bernges hat schon zum dritten Mal ein Brot ins Rennen geschickt. „Als Landfrau kenne ich mich gut mit Backen aus“, sagt sie. In den vergangenen zwei Jahren wurden ihre Kreationen jedes Mal prämiert. „Allerdings gab es nie so viel Konkurrenz wie in diesem Jahr“, erklärt sie.

Diesmal hat die Bruchköbelerin für den Wettbewerb ein Dinkelvollkornbrot mit Sonnenblumenkernen gebacken. „Ich backe gern mein eigenes Brot. Da weiß ich genau, was drin ist.“

Idee zum Wettbewerb kam vor drei Jahren

Auf die Idee, beim Mais- und Kürbisfest einen Brotback-Wettbewerb ins Leben zu rufen, kamen die Mitarbeiter des Stadtmarketings vor mehr als drei Jahren. „Wir möchten den Besuchern immer wieder etwas Neues bieten“, erklärt Geschäftsführerin Andrea Weber. „Vor allem in den angelsächsischen Ländern ist es Tradition, auf Herbstmärkten solche Wettbewerbe anzubieten.“

Auch in Bruchköbel erfreut sich der Brotback-Wettbewerb wachsender Beliebtheit. „In den ersten beiden Jahren wurden nur zwei beziehungsweise fünf Brote abgegeben“, erinnert sich Weber. „Wir freuen uns, dass es in diesem Jahr zwölf sind. Das ist wirklich toll.“ Auch Rudi Bär und die restliche Jury freuen sich über die große Auswahl.

„Es sind einige gute dabei“, sagt Bär. Das Rennen machen am Ende das Hokkaido-Brot von Birgit Lottich, das kernige Kürbisbrot von Lisa Döbet und das Maisbrot mit italienischem Sauerteig von Julia Seitz. Sie alle erhalten Gutscheine für den Bruchköbeler Einzelhandel.

Kürbisse werden ebenfalls prämiert

Neben dem besten Brot werden bei dem Fest in der Altstadt traditionell auch Kürbisse prämiert: beim Zucht-Wettbewerb der größte und schwerste Kürbis und beim Schnitz-Wettbewerb die kreativsten Ideen. Gunnar (9) aus Niederissigheim hat schon oft an dem Kürbisschnitz-Wettbewerb teilgenommen, ist also ein echter Profi.

In diesem Jahr hat er aus mehreren Kürbissen und anderen Hilfsmitteln wie Bananen einen Stier gestaltet. „Mit meinem Papa habe ich fast zehn Stunden daran gebastelt“, sagt der Neunjährige.

Auch seine Geschwister, Marlene (13) und Lennart (13) und seine Freundin Nelly (9) nehmen diesmal an dem Wettbewerb teil. „Ich habe aus dem Kürbis einen Schwan gemacht“, sagt Nelly. Welcher Kürbis am Ende prämiert wird, ist den Freunden egal. „Alle sind gut und einzigartig“, sagt Lennart. Er hat nach Nicola Schützler den zweiten Platz gemacht, sein Bruder Gunnar den dritten. Platz vier teilen sich Nelly und Marlene mit Raffael Peter.

Das Mais- und Kürbisfest hat gestern zum 16. Mal entlang der Hauptstraße stattgefunden. Bei Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen lockten nicht nur die Wettbewerbe, sondern auch zahlreiche Stände tausende Besucher in die Bruchköbeler Altstadt.

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