Roßdorfs Vorsitzender Jochen Lassmann (rechts) und sein Vorstandskollege aus Oberissigheim, Klaus Stephan, ziehen am gleichen Strang. Foto: Weber

Bruchköbel

Roßdorfer Kicker wollen Sportheim ausbauen

Bruchköbel. Nach der SG Bruchköbel wollen nun auch die Fußballer der Sportvereinigung Roßdorf in ihre Sportanlage investieren. Im Gegensatz zur SGB soll das Vereinsheim jedoch nicht abgerissen und neu gebaut, sondern nur reformiert und ausgebaut werden. Die Vorstellungen sind schon ganz konkret.

Von Holger Weber

Auf dem Wunschzettel stehen die Erweiterung der Vereinsgaststätte um eine Sonnenterrasse sowie neue Lagerräume und eine neue Herrentoilette. Finanzielle Unterstützung erhoffen sich die Verantwortlichen genau wie die Bruchköbeler Fußballer dabei auch von der Stadt.

Die Ansage Richtung Verwaltung und Stadtverordnetenversammlung ist eindeutig: „Wenn es eine Prioritätenliste für Fördergelder gibt, dann gehören wir ganz nach oben“, sagt der erste Vorsitzende Jochen Lassmann. Eine solche Liste für Sportförderung war jetzt sowohl von den Grünen als auch vom Bruchköbeler Bürgerbund (BBB) vorgeschlagen worden und auch die FDP hält dies für eine gute Option.Reaktion auf Pläne der SG BruchköbelDie Fraktionen im Stadtparlament hatten damit auf die Diskussionen reagiert, die durch die Sportheimpläne der SG Bruchköbel ausgelöst worden waren. Die Fußballabteilung des größten Bruchköbeler Vereins hatte darauf spekuliert, zumindest ihre Planungskosten mit Geld aus einem mit 100 000 Euro gefüllten Topf für Sportförderung finanzieren zu können, den die Stadtverordneten mit Mehrheit der CDU und SPD im Haushalt für 2017 geschaffen hatten.Weil das Geld jedoch nicht für investive Ausgaben genommen werden soll, hatte Bürgermeister Günter Maibach auf der Jahreshauptversammlung des Klubs versprochen, andere Wege zur Finanzierung des Vorhabens zu suchen.Sportheim wird selbst unterhaltenDie Ankündigung hat jetzt Begehrlichkeiten geweckt, wie man am Beispiel der Sportvereinigung Roßdorf erkennt. „Wir sind über Jahre hinweg zu kurz gekommen“, sagt Lassmann, „haben fast alle unsere Ausgaben aus eigenen Mitteln bestritten. Das sollte man jetzt einmal berücksichtigen.“Das vor mehr als 40 Jahren errichtete Sportheim wird vom Verein selbst unterhalten. Strom, Wasser, Renovierungskosten – all das leiste man von jeher selbst, ergänzt Vorstandsmitglied Jörg Herchenröder. Rund 15 000 bis 20 000 Euro bringe man dafür jährlich auf. Erst 2015 habe man eine neue Heizungsanlage für knapp 13 000 Euro gebaut und dafür keinen einzigen Cent von der Stadtverwaltung bekommen, nur der Kreis habe das Vorhaben mit knapp 4000 Euro bezuschusst.Termin mit einem VermessungsbüroDie Pläne für den Ausbau des Sportheimes gibt es noch nicht, doch diese Woche steht der erste Termin mit einem Vermessungsbüro an. „Die Planungskosten übernehmen wir im Übrigen selbst“, sagt Lassmann. Die Leistungen würden Leute aus den eigenen Reihen übernehmen. Und das genau hat der Club vor: Der alte Holzverschlag am Sportplatz, in dem an Spieltagen die Würstchen gebraten werden, soll verschwinden und durch ein massives Gebäude ersetzt werden, das weiterhin als Verkaufsstelle dienen soll.Auf dem Dach wird den Plänen zufolge eine Terrasse entstehen, die vom Vereinslokal zugänglich gemacht werden soll. Von dort aus hätte man einen hervorragenden Blick auf den Platz, schwärmen Lassmann und Herchenröder. Die Gastronomie wird vom Club selbst betrieben und funktioniert ausgezeichnet, seitdem der Verein zwei neue Kräfte in Küche und Service beschäftigt.Kalkulation: 70 000 EuroDie Herrentoilette im Erdgeschoss müsste auch renoviert werden, sind sich die Verantwortlichen sicher. Über die Kosten für die Sanierung können die Roßdorfer bisher nur spekulieren: „Wir kalkulieren mit etwa 70 000 Euro“, sagt Herchenröder.Auch wartet der Verein noch auf die Umsetzung der Maßnahmen, die mit den Geldern aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) finanziert werden sollen. 200 000 Euro aus Landeszuschüssen sollen laut Beschluss der Bruchköbeler Stadtverordneten unter anderem für eine neue Beregnungsanlage sowie neue Fangzäune investiert werden. Wasserpumpen sollen sowohl für die Plätze in Roßdorf als auch in Niederissigheim angeschafft werden.Traum von eigenen KunstrasenplatzMit den Niederissigheimern bilden die Roßdorfer schon seit Jahren eine Jugendspielgemeinschaft, in der 250 Kinder dem Leder nachjagen. Aber ständig würden es weniger, klagt Klaus Stephan, Vorstandsmitglied der Eintracht Oberissigheim. Die meisten Kinder wanderten nach Erlensee ab, weil sie dort auf der neuen Anlage bessere Bedingungen zum Fußballspielen fänden, bedauert Stephan. Bei zwei Kunstrasenplätzen könne man dort ganzjährig spielen.In Roßdorf und in Niederissigheim, wo auch die Oberissigheimer spielen, seien die Plätze hingegen in fünf von zwölf Monaten geschlossen. Den Traum vom eigenen Kunstrasenplatz hätten die Stadtteilvereine noch nicht aufgegeben. Doch ohne die Unterstützung seitens der Politik und der Stadtverwaltung laufe da nichts, so Roßdorfs Vorsitzender Jochen Lassmann. Ein klarer Auftrag.

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