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Großaufgebot auf der Fliederstraße in Bruchköbel: Zahlreiche Streifenwagen suchten gestern Morgen erneut nach einem „vermeintlichen“ Schützen.

Erneuter Großeinsatz in Bruchköbel nach "Schüssen"

"Opfer" hat sich offenbar alles nur ausgedacht

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Am Montagmorgen gab es erneut einen Großeinsatz der Polizei. Ausgelöst wurde er durch das selbe "Opfer" wie bereits am vergangenen Donnerstag. Doch offenbar hat es die Schüsse, die angeblich auf den Mann abgefeuert worden waren, nie gegeben. 

Erneut eilt eine Armada von Streifenwagen nach Niederissigheim: Am Montagmorgen hat es in dem Bruchköbeler Stadtteil schon wieder einen Großeinsatz der Polizei gegeben. 

Wie bereits am vergangenen Donnerstag waren die Beamten wegen „vermeintlichen Schüssen“ an der Fußgängerunterführung in der Nähe der Fliederstraße alarmiert worden. 

Bei dem vermeintlichen Opfer handelte es sich erneut um den 50-Jährigen, der auch schon am Donnerstag nach eigenen Angaben Ziel von Schüssen geworden war. In deren Folge war am Abend der 20-jährige Sohn als dringend tatverdächtig festgenommen worden. Vater und Sohn hatten sich nach Angaben des Vaters zuvor gestritten. Der Sohn soll von seinen Eltern auch auf die Straße gesetzt worden sein. Er sitzt derzeit in Haft, weil die Ermittler bei seiner Festnahme über ein halbes Kilogramm Marihuana sichergestellt hatten. 

Polizei ging in Bruchköbel von einer lebensbedrohlichen Einsatzlage  aus

Zumindest die „Schüsse“, die Montagmorgen auf den 50-Jährigen abgegeben worden seien, hat sich der Vater nur ausgedacht. Zu dieser ersten Bewertung sind Kripo und Staatsanwaltschaft Hanau gestern nach einer umfangreichen Spurensuche und nach einer Vernehmung des vermeintlichen Opfers gekommen. Wie die Polizei erfuhr und wie ein Zeuge gegenüber unserer Zeitung berichtete, bat der Mann diesmal einen Passanten um 7.10 Uhr auf der Fliederstraße um Hilfe. Er habe „einen hysterischen Eindruck“ gemacht und behauptet, man habe auf ihn geschossen. 

„Daraufhin habe ich dann die Polizei alarmiert“, so der Zeuge. Der Vater wurde nach Eintreffen der Polizei in einem Krankenwagen betreut. Die Polizei gab an, man sei wie am vergangenen Donnerstag von einer lebensbedrohlichen Einsatzlage ausgegangen. Zahlreiche Streifenwagen waren schnell vor Ort. Die Beamten suchten sowohl in Niederissigheim als auch in Roßdorf nach einem vermeintlichen Schützen. Am angeblichen Tatort ließen sich jedoch keine Spuren für eine solche Tat finden. Aufgrund von weiteren Ungereimtheiten wurde der unverletzt gebliebene Mann vernommen und gab gegenüber den Kriminalbeamten schließlich an, sich die Sache nur ausgedacht zu haben. 

Schüsse waren in der Nachbarschaft anscheinend nicht zu hören

Insofern prüft die Staatsanwaltschaft laut Polizeimeldung ein Ermittlungsverfahren wegen „Vortäuschens einer Straftat“ einzuleiten. Ebenfalls geprüft wird, ob der 50-Jährige die Kosten für den Polizeieinsatz tragen muss. In Zweifel gezogen werden müssen nun auch die Schüsse vom vergangenen Donnerstag. Zwar wollte sich die Polizei mit Blick auf den ersten Einsatz nicht äußern. Fakt ist jedoch, dass auch damals keine Projektile am vermeintlichen Tatort gefunden wurden. Schüsse wurden nach Recherchen unserer Zeitung in der unmittelbaren Nachbarschaft auch nicht gehört. Der Fall bleibt weiter mysteriös.

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