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Online-Nutzung in Bruchköbel steigt zunehmend

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Von: Holger Weber-Stoppacher

Viel Neues in der Stadtbibliothek: Die Bibliothek der Dinge hat Bibliotheksleiterin Christine Ambrosi vergangenes Jahr vorgestellt. Archiv
Viel Neues in der Stadtbibliothek: Die Bibliothek der Dinge hat Bibliotheksleiterin Christine Ambrosi vergangenes Jahr vorgestellt. Archiv © Holger Weber

Bruchköbel – Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen waren die Ausleih- und Besucherzahlen der Stadtbibliothek das zweite Jahr in Folge rückläufig. Dies betraf vor allem die ersten fünf Monate, in denen die Stadtbibliothek nur nach Terminvergabe besucht werden konnte. Erst als die Stadtbibliothek Anfang Juni wieder zu den üblichen Zeiten öffnen konnte, nahmen die Ausleihzahlen stetig zu, insgesamt sind sie im vergangenen Jahr jedoch um 23 Prozent auf 79 276 entliehene Medien gesunken.

Betrachtet man die Medienarten getrennt, ergibt sich ein geteiltes Bild: Die Ausleihe der physischen Medien wie Bücher, Filme, Hörbücher und Spiele hat um 32 Prozent abgenommen, die der Onleihe-Medien ist hingegen um 12 Prozent auf fast 25 300 Downloads gestiegen.

45 Prozent weniger Besucher

Noch deutlicher fällt der Rückgang mit 45 Prozent bei den Besuchern aus. Langfristig wird sich bemerkbar machen, dass keine Klassenführungen stattfanden und somit zwei Jahrgänge nicht in die Bibliotheksnutzung eingeführt werden konnten. Dies lässt sich ebenso an den Neuanmeldungen ablesen, da diese Zahl vor allem bei Kindern und Jugendlichen sowie deren Elterngeneration deutlich niedriger war als in Vor-Corona-Zeiten. Stärker nachgefragt wurde der Regionale Bibliotheksausweis, denn mit Gelnhausen, Großkrotzenburg und Nidderau hat sich die Zahl der teilnehmenden Bibliotheken im vergangenen Jahr verdoppelt; Erlensee ist Anfang 2022 beigetreten.

Die Stadtbibliothek hatte ihr digitales Angebot in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Dies habe sich in der Pandemie als Vorteil erwiesen, da hierdurch eine ortsunabhängige Mediennutzung während des Lockdowns problemlos möglich gewesen sei. 453 Leser haben demnach E-Medien heruntergeladen und gestreamt, darunter 28 Prozent zum ersten Mal. Seit Mai bietet die Stadtbibliothek außerdem einen Online-Zugang zum Brockhaus mit Enzyklopädie, Jugend- und Kinderlexikon, Schülertraining und dem Online-Kurs „Sicher im Web“. Die Kinderbuch-Lese-Apps Tigerbooks und eKidz sowie das Duden Basiswissen Schule und das Bibliotheksportal Main-Kinzig ergänzen das digitale Portfolio der Stadtbibliothek. Erfreulich sei, dass die Stadtbibliothek im vergangenen Jahr verschiedene Fördermittel akquirieren konnte. Über das Digitalprogramm Wissenswandel des Deutschen Bibliotheksverbandes erhielt die Stadtbibliothek 11 700 Euro aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, um den Online-Brockhaus zu lizenzieren sowie einen Makerspace und eine Bibliothek der Dinge einzurichten. Im Makerspace stehen nun Geräte wie 3-D-Drucker und Schneideplotter zur Vor-Ort-Nutzung zur Verfügung. Die Bibliothek der Dinge umfasst über 60 Alltagsgegenstände und Geräte von A wie Akku-Schrauber bis U wie Ukulele, die man ausleihen kann. Eine praktische Sache, vor allem, wenn man sie nur einmal braucht oder einfach mal ausprobieren möchte.

Viele neue Konzepte umgesetzt dank Förderungen

Darüber hinaus wurde ein Landeszuschuss in Höhe von 12 500 Euro für den allgemeinen Bestandsaufbau bewilligt, und über das Programm „Digitales Hessen“ konnten bereits bestehende Lizenzen für einen längeren Zeitraum finanziert werden. Während das digitale Angebot weiter ausgebaut wurde, verliert der physische Bestand an Bedeutung: Er umfasst zurzeit rund 23 200 Kinderbücher, Romane, Sachbücher, Filme, Tonträger und Spiele.

Das Team der Stadtbibliothek hat die Lockdown-Zeit genutzt, um das Bibliothekskonzept zu überarbeiten. Für die Handlungsfelder Dritter Ort, Digitalisierung, Leseförderung und Lebenslanges Lernen wurden für die kommenden fünf Jahre konkrete Ziele und Maßnahmen formuliert, sodass die Stadtbibliothek mit ihrem Medien- und Programmangebot sowie als nichkommerzieller Aufenthalts- und Lernort auch nach der Pandemie gut gerüstet ist.  (how)

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