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Bruchköbeler Kitas nur in eingeschränktem Betrieb

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Von: Holger Weber-Stoppacher

Kinder, aber auch Erzieherinnen fallen aus: Die acht Kindertagesstätten in Bruchköbel werden derzeit von Krankheiten schwer gebeutelt.
Kinder, aber auch Erzieherinnen fallen aus: Die acht Kindertagesstätten in Bruchköbel werden derzeit von Krankheiten schwer gebeutelt. © dpa

Bruchköbel – Corona, Grippe sowie Magen und Darm: Die Situation in den Bruchköbeler Kindertagesstätten ist laut einem Bericht der Verwaltung derzeit mehr als angespannt. „Die Krankenquote liegt weit über dem Normalen“, berichtete Bürgermeisterin Sylvia Braun (FDP). Aktuell gelten in den acht Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadt verkürzte Öffnungszeiten von 7.

30 bis 15.30 Uhr. Und diese würden auch vorerst beibehalten, kündigte die Verwaltungschefin an.

Bei den Corona-Maßnahmen haben die städtischen Leitungen kaum Spielraum, sie müssen einem genauen Ablaufplan folgen, der vom Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises vorgegeben wird. Unter anderem sehen die Corona-Auflagen vor, dass die Kinder nur in geschlossenen Gruppen betreut werden dürfen, was den Personalbedarf noch einmal in die Höhe treibt und auch bei den Eltern für Unmut sorgt, denn bei Corona-Fällen müssen ganze Gruppen geschlossen werden. Viele Kitamitarbeiterinnen bekämen „den Unmut der Eltern direkt und auch sehr persönlich zu spüren, wodurch die Belastung um ein Zusätzliches steige“, berichtete die Bürgermeisterin.

Situation schreckt Berufseinsteigerinnen ab

Die Situation schrecke auch viele Berufseinsteigerinnen ab, sagt Andreas Kalski, der Fachbereichsleiter Soziales. Die Stadt hat wie auch alle anderen Kommunen ohnehin ein Mangel an Erzieherinnen. Derzeit fehlten in den acht Einrichtungen acht bis zehn Mitarbeiterinnen. Aktuell sei die Stadt nur in der Lage, den Bedarf an neuen Mitarbeiterinnen zu decken, der durch eine normale Fluktuation entstehe, sprich Umzüge oder Mitarbeiterinnen, die in den Ruhestand gingen. Den tatsächlichen gestiegenen Bedarf, der durch gesetzliche Vorgaben entstanden sei, sei dagegen nicht zu erfüllen.

Die Situation wirkt sich auch auf die Hortplätze aus, die zu den freiwilligen kommunalen Aufgaben zählen. Weil derzeit die Neuanmeldungen im U3- und Kitabereich zunähmen, stünden nun die städtischen Hortplätze zur Diskussion, so Braun. Nach Ansicht von Andreas Kalski brauchen sich die Eltern jedoch nicht zu sorgen, dass ihnen zum 1. August kein Hortplatz zur Verfügung stehen wird. „In den vergangenen Jahren haben wir es immer noch geschafft, allen Kindern ein Platz anbieten zu können“, sagt er. Die Hortbetreuung in Bruchköbel wird durch die Stadt sowie mit den Honigbienchen und Orkalanda durch zwei private Anbieter abgedeckt.

Mehrfach angemeldet

Ende Februar wolle man mit den Anbietern den Bedarf an Hortplätzen für den Stichtag 1. August feststellen, dazu sei ein Abgleich der Listen notwendig, sagt Kalski. Hintergrund: Um sich einen Platz zu sichern, melden viele Eltern ihre Kinder sowohl bei der Stadt als auch in den privaten Betreuungsvereinen an. „Deshalb ist es wichtig, den tatsächlichen Bedarf festzustellen“, so Kalski. Derzeit bietet die Stadt 90 Plätze. „Wenn wir wegen des Personalmangels und des gestiegenen Bedarfs im U3-Bereich weniger Hortplätze anbieten können, werden diese in der Regel von den Betreuungsvereinen übernommen“, versichert Kalski. (Von Holger Weber)

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