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Bruchköbeler Ampel-Kooperation blickt voraus

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Von: Holger Weber-Stoppacher

Das Alte Rathaus von Bruchköbel: Die Sanierung und Inbetriebnahme als Gastronomiebetrieb ist eines der Vorhaben der Kooperation in Bruchköbel.
Das Alte Rathaus von Bruchköbel: Die Sanierung und Inbetriebnahme als Gastronomiebetrieb ist eines der Vorhaben der Kooperation in Bruchköbel. © Monica Bielesch

Bruchköbel – Das neue Feuerwehrgerätehaus in Butterstadt, ein Jugendzentrum für den Nachwuch, die Sanierung des Alten Rathauses: Die Liste der Vorhaben, die die Ampelkoalition aus Bruchköbel im gerade begonnenen Jahr vorantreiben möchte, ließe sich noch fortsetzen. Die Projekte werden in einer gemeinsamen Pressemitteilung aufgezählt, die FDP, Bündnis 90/Die Grünen sowie SPD gestern verschickt haben.

Hinter dem Schreiben mag die Absicht stehen, das  Drei-er-Bündnis wieder als eine Einheit zu präsentieren. Denn an der Geschlossenheit des Trios konnte man zuletzt angesichts der Diskussion über die geplante Roßdorfer Querspange durchaus Zweifel haben. Zu sehr gingen die Ansichten dabei auseinander.

Ringel: „Bereit und motiviert“

Diesem Eindruck will Grünen-Fraktionschef Uwe Ringel jetzt entgegenwirken: „Eine vertrauens- und respektvolle Zusammenarbeit hält Meinungsvielfalt nicht nur aus, sie sucht sie vielmehr. Denn nur so, durch offene Kommunikation im Miteinander, kommt das Bestmögliche für alle Menschen in Bruchköbel dabei raus“, wird Ringel in der Mitteilung zitiert. Die Ampel-Kooperation sei bereit für 2022 und hoch motiviert, glaubt der Grüne.

Und auch seine Kollegin Monika Pauly, Fraktionsvorsitzende der SPD, betont die Eigenständigkeit der Parteien innerhalb der Zusammenarbeit: „Wir haben es von Anfang an vereinbart, verkündet und so leben wir es auch konsequent – jede Fraktion, jede unserer Mandatsträgerinnen und jeder unserer Mandatsträger kann und soll eigene Akzente setzen und ist grundsätzlich frei in den jeweiligen Entscheidungen“, so Pauly. Und FDP-Fraktionschefin Katja Lauterbach versichert, dass die Kooperation mit „viel Elan und dem gebührenden Verantwortungsbewusstsein“ an die Arbeit gehen werde, um „unsere Stadt sowohl für das Hier und Jetzt als auch für die Zukunft fit zu machen“.

Obwohl in Bruchköbel erstmals drei Parteien in der politischen Arbeit miteinander kooperierten, laufe die Zusammenarbeit „sachlich, offen, respektvoll und durchweg harmonisch. Für uns ist es selbstverständlich, gerade in der aktuellen Lage, zuverlässig Verantwortung zu übernehmen, mit Maß zu handeln und schwierige Herausforderungen nicht auf die lange Bank zu schieben“, so Lauterbach.

Pauly: Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Insbesondere die Haushaltsberatungen für 2022 hätten klar gezeigt, dass die Kooperation zum Wohl der Menschen in Bruchköbel gemeinsam Verantwortung übernehme, ergänzt die Fraktionsvorsitzende der SPD, Monika Pauly.

Trotz der angespannten Haushaltslage durch die Krise und der damit verbundenen Konsolidierungserfordernisse, habe die Kooperation mit dem Haushalt für 2022 nicht zuletzt wichtige und notwendige Investitionen auf den Weg gebracht.

„Mit Maß zu handeln, bedeutet eben auch mit begrenzten Ressourcen vorausschauend umzugehen. So haben wir beispielsweise die mehr als dringend überfällige Erneuerung der beliebten und hochfrequentierten Hochzeitsallee auf den Weg gebracht, um einen drohenden weiteren Anstieg der Instandsetzungskosten zu verhindern und vor allen Dingen für die Sicherheit der Fahrradfahrenden sowie der Fußgängerinnen und Fußgänger zu sorgen“, so Uwe Ringel.

Katja Lauterbach stichelt in Richtung CDU: „Andere Fraktionen sahen darin offenbar leider keine Priorität und versteiften sich lieber auf kurzsichtige Scheinlösungen wie Personalabbau oder obsolete Vorgriffe auf bereits verabschiedete Programme wie das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Gerade im geforderten Abbau von dringend benötigtem Personal können wir beim besten Willen keinen verantwortungsbewussten Ansatz für die Zukunft unserer Stadt erkennen.“

Man setze auf zielgenaue Investitionen im Rahmen „des verantwortungsbewusst Machbaren“. So werde bald ein neues Feuerwehrhaus in Butterstadt in Betrieb genommen, die Sanierung des Alten Rathauses abgeschlossen werden, die begonnene Innenstadtumgestaltung vorangebracht und eine Interimslösung für ein dringend benötigtes Jugendzentrum geschaffen, bis eine zukunftsfähige Dauerlösung gefunden worden ist, so Monika Pauly .

Streit soll der Vergangenheit angehören

Dies sei nur ein Teil der Maßnahmen, die im Haushalt 2022 enthalten seien und jetzt, zu Anfang des neuen Jahres, entwickele die Kooperation neue Ideen, um Bruchköbel voranzubringen. Es sei begrüßenswert und erfreulich, so die Fraktionschefs der Bruchköbeler Kooperation unisono, dass in Bruchköbel der ewige Streit und das unsachliche Gezänk in den Stadtverordnetenversammlungen ein Ende gefunden habe und eine breite Kooperation „unaufgeregt die politischen Geschicke der Stadt lenkt“, freuen sich die Autoren der gemeinsam verfassten Mitteilung. (Von Holger Weber)

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