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Missbrauchsvorwürfe an städtischer Kita: Erzieher unter Verdacht

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In einer Bruchköbler Kita soll ein Erzieher ein Kind sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Mann wurde von der Stadt entlassen. Archivfoto: pixabay
In einer Bruchköbler Kita soll ein Erzieher ein Kind sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Mann wurde von der Stadt entlassen. Archivfoto: pixabay

Bruchköbel. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Mann eingeleitet, der als Erzieher in einer städtischen Kita gearbeitet hat. Er wird verdächtigt, im vergangenen November ein Kind sexuell missbraucht zu haben, teilt Daniel Weber, Fach‧bereichsleiter Soziales, auf Nachfrage mit. Die Eltern hätten den Mann angezeigt.

Von Monica Bielesch

Der betreffende Erzieher habe im Dezember der Kita-Leiterin mitgeteilt, dass gegen ihn Ermittlungen wegen sexuellem Missbrauchs laufen und eine Hausdurchsuchung bei ihm stattgefunden habe. „Einen Tag später haben wir ihn freigestellt, bis der Sachverhalt aufgeklärt ist“, berichtet Weber. Über den städtischen Anwalt hätte die Stadt als Träger der Kita bei der Staatsanwaltschaft daraufhin um Akteneinsicht gebeten. „Aus dieser Akteneinsicht haben wir die Schlüsse gezogen, dass eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist“, so Weber weiter. Mittlerweile sei der Erzieher von der Stadt entlassen worden.

Informieren des Elternbeirats

In der Zwischenzeit sei der Elternbeirat der Kita, die von U3 bis zum Hort Betreuung anbietet, informiert worden. Mitte Februar habe die Stadt in einem Elternabend alle Eltern über die Vorfälle informiert. Weber: „Mit dabei waren auch Vertreterinnen der Lawine, mit denen wir in diesem Fall eng kooperieren, um allen Eltern Beistand zu leisten.“ Wichtig sei der Stadt zu jedem Zeitpunkt der Ermittlungen eine große Transparenz gewesen, betont Weber.

Da der Erzieher laut des Fachbereichsleiters seit rund anderthalb Jahren in der Kita gearbeitet hat, wurden auch die Eltern aller ehemaligen Kinder informiert und ihnen fachmännische Betreuung angeboten. „Wir haben auch die Haingartenschule als örtliche Grundschule informiert.“ Es hätten sich jedoch keine weiteren Eltern mit möglichen Verdachtsfällen gemeldet. Weber betonte, dass die Stadt nach Bekanntwerden des Verdachts in der betroffenen Kita viele Gesprächsangebote gemacht hätte. „Ich war selbst einige Male vor Ort und habe Eltern für persönliche Gespräche zur Verfügung gestanden.“

Kein Bemerken des Missbrauchs

Der Kita-Leitung und den anderen Kolleginnen in der Bruchköbler Kita sei von dem möglichen Missbrauch nichts aufgefallen. Insgesamt beschäftigt die Stadt in den acht städtischen Kitas rund 120 Erzieherinnen und Erzieher, teilt Weber auf Nachfrage mit. Die Zahl der männlichen Erzieher, für die die Stadt Arbeitgeber ist, beziffert Weber auf eine zweistellige Anzahl. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betreuungseinrichtungen müssten in regelmäßigen Abständen ihr erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorweisen.

Dominik Mies von der Hanauer Staatsanwaltschaft bestätigte auf Nachfrage den Fall. „Die Ermittlungen sind eingeleitet.“ Es werde intensiv ermittelt. „Vor dem Hintergrund der Unschuldsvermutung und zum Schutze der möglichen Opfer können wir jedoch keine detaillierten Angaben machen“, so Mies abschließend.

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