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Mehr Material für Bruchköbels Talentschmiede

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Von: Holger Weber-Stoppacher

Alle freuen sich über Platte Nummer zwölf: An der Haingartenschule in Bruchköbel ist ein richtiger Nachwuchsstützpunkt für Tischtennis entstanden.
Alle freuen sich über Platte Nummer zwölf: An der Haingartenschule in Bruchköbel ist ein richtiger Nachwuchsstützpunkt für Tischtennis entstanden. © Reinhard Paul

Bruchköbel – Die Haingartenschule entwickelt sich immer mehr zu einer Talentschmiede für junge Tischtennisspieler. Bereits seit sechs Jahren werden an der Grundschule in Bruchköbel in Kooperation mit der Tischtennisabteilung der SG Bruchköbel AGs angeboten, in der Neulinge gemeinsam mit bereits erfahrenen jungen Spielern aus dem Verein gemeinsam an der Platte stehen.

„Viele der jungen AG-Teilnehmer wechseln dann irgendwann auch in den Verein“, zieht Christian Buschmann, 2. Vorsitzender der Tischtennisabteilung sowie Übungsleiter, eine durchweg positive Bilanz. Dadurch ist die Abteilung derzeit auch die einzige, deren Mitgliederzahl wächst.

Mit der Zahl der Spieler ist auch die dafür notwendige Infrastruktur an der Schule gewachsen. Vor wenigen Tagen bekam die Einrichtung eine neue Outdoorplatte gespendet – diesmal vom Hessischen Tischtennis Verband, der hessenweit zehn solcher Sportgeräte ausgelobt hatte und das Projekt in Bruchköbel ausdrücklich unterstützen wollte.

Im vergangenen Jahr war das Projekt auch vom Hessischen Sportbund mit dem sogenannten Kooperationspreis bedacht worden, bei dem die Bruchköbeler den zweiten Platz belegten und eine Prämie von 1000 Euro einstrichen. Der Sportbund lobte das Engagement, weil das Training aufrechterhalten wurde, obwohl sowohl die Sporthallen als auch die Schulen wegen der Coronapandemie geschlossen werden mussten. Das Geld hatte der Verein auch in neues Ausrüstungsmaterial investiert. Im Gegensatz zu früher, als auf den Schulhöfen noch Tischtennisplatten aus Waschbeton aufgebaut wurden, sind die neuen Outdoorplatten auch optisch ein Gewinn, meint Buschmann. „Die Kids fahren da voll drauf ab.“

Bereits zuvor hatte sich auch der Förderverein der Haingartenschule verdient gemacht, indem er den Kindern drei Platten im Wert von etwa 5500 Euro zur Verfügung stellte. Bei dem Projekt gehe alles Hand in Hand, freut sich auch Schulleiter Matthias Doebel.

Allein die Zahlen zeigen deutlich auf, dass es sich bei der Kooperation von Schule und Verein um ein Erfolgsprojekt handelt. Mittlerweile spielen sich in der Jugendabteilung der SG Bruchköbel 30 Kinder im Grundschulalter sowie weitere rund 30 Jugendliche die Bälle zu. Das Gros der Spieler ist aus den AGs hervorgegangen. Einmal in der Woche bittet Übungsleiter Buschmann die Kinder zum Training. Die Zusammenarbeit macht sich auch im Trophäenschrank des Vereins sichtbar. „Wir haben in den vergangenen Jahren einige Erfolge bei Bezirks- und Hessenmeisterschaften erzielt“, sagt Buschmann nicht ohne Stolz. Einige aus dem Nachwuchs haben es auch in die erfolgreiche Damen-Mannschaft geschafft, die kommende Saison immerhin Verbandsliga spielen wird.

Für die SG Bruchköbel hat sich die enge Zusammenarbeit mit der Schule in diesem Frühjahr aber auch deshalb ausgezahlt, weil die Schule den SGBlern eine Zuflucht gab, während die Halle am Schulzentrum Nord, die eigentliche Heimat der Tischtennisabteilung, wegen der Einrichtung einer Notunterkunft für Flüchtlinge aus der Ukraine anderweitig genutzt werden musste. „Da hat uns die Schule sämtliche Lagerräume leegeräumt, damit wir weiter trainieren konnten. Das war schon eine großartige Hilfe für uns“, sagt Buschmann.

Für Schulleiter Doebel ist die Zusammenarbeit eine echte Win-win-Situation. „So können wir unseren Kindern ein sinnvolles und bewegungsreiches Pausenprogramm bieten.“ Jeden Tag stünden bis zu 80 Kids um die Platten. Früher kamen auch noch die Übungsleiter der SGB in den Pausen hinzu, um einige Übungsformen anzuleiten. Dieses Angebot musste jedoch mit Beginn der Pandemie vorläufig eingestellt werden. „Vielleicht schaffen wir es ja, das Angebot wieder aufleben zu lassen“, gibt sich Schulleiter Matthias Doebel hoffnungsvoll. An Material fehlt es an der Haingartenschule jedenfalls nicht mehr. (Von Holger Weber)

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