+
Ganz schön sauer: Axel Lind aus Oberissigheim ist der Besitzer dieses Wiesengrundstücks, über das der Zweckverband Fliegerhorst, bestehend aus den Kommunen Erlensee und Bruchköbel, „diktatorisch“ verfügt habe.

Radweg über private Wiese gebaut

Landwirt aus Oberissigheim im Streit mit dem Zweckverband Fliegerhorst 

  • schließen

Radfahrer, die von Erlensee nach Bruchköbel oder in die entgegengesetzte Richtung fahren, haben ihre Freude am neuen Radweg, der entlang des südlichen Rands des ehemaligen Fliegerhorsts verläuft. Diese Freude kann Axel Lind, ein Landwirt aus Oberissigheim, nicht teilen.

Der Grund: Die angeschüttete Böschung einer Rampe, die für den Bau des Weges aufgeschüttet worden war, liegt über eine Länge von rund 50 Metern auf seinem landwirtschaftlich genutzen Wiesengrundstück. 

Beim Ortsbesuch zeigt Lind auf einen Grenzstein, der nur knapp neben der Asphaltdecke liegt. „Diese Rampe muss abgestützt werden, die Böschung geht weit auf mein Grundstück“, erklärt er. Anfänglich habe er wegen des starken Gefälles auf die Bewirtschaftung der Fläche ganz verzichten müssen. 

Auf eigene Kosten hat Lind 300 Kubikmeter Erde herangeschafft, mit der er den Boden nun wieder nivelliert hat. Zwar habe die Stadt Bruchköbel, die gemeinsam mit Erlensee den Zweckverband verwaltet, angeboten, Erde vom Fliegerhorst zu liefern. Doch das hat der Oberissigheimer rundum abgelehnt, weil er an der Qualität des seiner Ansicht nach kontaminierten Bodens zweifelte. 

Trotz Nivellierung sei die lanwirtschaftliche Fläche jetzt nicht mehr wie früher nutzbar, auch weil Spaziergänger und Radler ihre freilaufenden Hunde auf dem Stück ihr Geschäft verrichteten ließen, sagt Lind. Am meisten habe er sich aber darüber geärgert, dass er von den Bauarbeiten nicht unterrichtet worden sei. Auch habe man ihn nicht einmal um Erlaubnis gebeten, bei den Erdarbeiten sein Grundstück als Lagerfläche zu nutzen. 

Ein befreundeter Landwirt habe ihn darauf aufmerksam gemacht, was auf seinem Grundstück passiert, berichtet Lind. Als er sich dann an die Stadt Bruchköbel gewandt habe, sei monatelang erst einmal gar nichts passiert. „Man hat null auf meine Beschwerden reagiert“, sagt er. 

Bruchköbels Bauamtsleiter Holger Entzel, dessen Steckenpferd dieser Radweg ist, streitet das ab. Er will die Fläche nun noch einmal neu vermessen lassen und hat Lind für den 10. März zu einen Termin vor Ort eingeladen. Sollte die Böschung wirklich auf Linds Grundstück liegen, so werde man den Schaden begleichen und die Rampe mit sogenannten L-Steinen abstützen, so dass das Grundstück des Landwirts nicht mehr tangiert werde. 

Für Lind ist dies jedoch keine Lösung, die er akzeptiert. „Die Steine mit einer Breite von einem Meter würden immer noch in mein Grundstück hineinragen“, sagt er. Sein Vorschlag lautet, einen Grundstückstausch vorzunehmen. Dies wiederum lehnt Baumatsleiter Entzel ab. Der Zweckverband Fliegerhorst sei nicht Besitz von Grundstücken, die dafür in Frage kämen, stellt er klar.

Das könnte Sie auch interessieren