Hinter jedem Krippenspiel steckt viel Vorbereitung, einige Proben und viel Spass: In der evangelischen Kirchengemeinde Issigheim kommt heute das Stück "Ein Esel geht nach Bethlehem" zur Aufführung. Gestaltet wird das Issigheimer Krippenspiel vom Team des Kindergottesdienstes. Foto: Monica Bielesch

Bruchköbel

Krippenspiele locken viele Menschen in die Kirchen

Bruchköbel. Wenn heute die Kirchen voller großer und kleiner Menschen sind, die gespannt in den Bankreihen sitzen, sind wohl nur die jungen Hauptdarsteller der vielen Krippenspiele noch aufgeregter als sie. Außer sie sind Krippenspiel-Profis wie Victoria und Vianne Köhler aus Bruchköbel.

Von Monica BieleschDie beiden Schwestern wirken beim Krippenspiel der evangelischen Kirchengemeinde Issigheim mit. Dort wird eine der zwei nachmittäglichen Aufführungen von den Kindern des Kindergottesdienst-Teams gestaltet, die andere von den diesjährigen Konfirmanten. Die elfjährige Victoria spielt in diesem Jahr in dem Stück „Ein Esel geht nach Bethlehem“ die tierische Hauptrolle, nämlich den Esel.

„Ich war schon drei Mal ein Engel, zwei Mal ein Hirte, ein Mal der Erzähler und ein Mal ein König“, zählt Victoria in der Probenpause ihre Krippenspiel-Karriere auf. Ihre zehnjährige Schwester Vianne trägt eine dicke Fellweste und einen Hut, ist also eindeutig ein Hirte. Beide machen schon seit nunmehr acht Jahren beim Krippenspiel der Issigheimer Gemeinde mit. Sie mögen das Theaterspielen und geben durch ihre Routiniertheit den jüngeren Kindern Sicherheit.

25 Kinder sind mit dabei

Vor der Pause haben die 25 Kinder im Alter zwischen vier und 13 Jahren unter den Augen von Pfarrer Burkhard von Dörnberg das Stück ein Mal durchgespielt. „Es ist erst unsere dritte gemeinsame Probe“, schmunzelt der Pfarrer, „aber das wird ganz toll am Heiligen Abend“, ist er zuversichtlich. Denn die Kinder haben in Kleingruppen, die jeweils von einem jugendlichen Teamer betreut wurden, ihren Teil bereits gut einstudiert. „Ohne die Teamer würde das alles nicht so gut funktionieren“, betont von Dörnberg. Die Issigheimer Gemeide ist bekannt für ihre erfolgreiche Jugendarbeit, die dazu führt, dass sehr viele Jugendliche auch nach ihrer Konfirmationszeit noch in der Gemeinde als Teamer mithelfen.

Eine davon ist Laura Viehmann, die schon viele Jahre der Gemeinde als Teamerin verbunden ist. Sie weiß aus Erfahrung, dass es egal ist, wie oft man als Helfer das Stück in den Proben sieht. „An Heiligabend ist alles ganz anders, weil es immer eine ganz besondere Atmosphäre ist.“

Die Proben sind natürlich geschäftiger. „Alle bitte auf ihre Anfangsposition gehen“, ruft der Pfarrer den kleinen Schauspielern über das Stimmengewirr hinweg zu. Und als es still ist, erklärt er ihnen weiter, dass es nicht schlimm ist, wenn sie mal ihren Text vergessen. Denn dafür sitzt Teamerin Christine als Soufflouse in der ersten Reihe und hilft den Kindern bei Texthängern auf die Sprünge.

Glückliche Kinderaugen

Knapp zehn Engel mit goldenen Flügeln sitzen auch ganz vorne. Die kleinen Mädchen sind glücklich und auf die Frage des Pfarrers, was ihnen am Krippenspiel besonders gefällt antworten sie unisono: „Dass ich ein Engel bin!“ Ganz hinten in der Kirche warten die drei Heiligen Könige auf ihren Auftritt. Der fünfjährige Noel ist stilecht mit Krone und einer rot-weißen Königsrobe verkleidet, wenn er durch Gang auf den Altar zurennt, weht sie hinter ihm her. Dass das große, in goldenes Papier verpackte Geschenkpäcken nur eine Requisite ist, will er nicht so recht glauben und linst immer wieder rein.

Das diesjährige Issigheimer Krippenspiel erzählt die Geschichte von der Geburt Jesu aus der Sicht des Esels; ein frecher, störrischer Genosse, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Die biblische Geschichte von Maria und Josef, die eine Herberge suchen, bleibt. Aber Victoria, die in diesem Jahr in einem Eselskostüm steckt und schon zum achten Mal am Heiligen Abend beim Krippenspiel mitmacht, wird es nicht langweilig. „Ich mag diese Geschichte und finde es toll, wie sie jedes Jahr im Krippenspiel doch immer wieder anders ist.“ Und weil alle in der Geschichte in Issigheim auf dem Esel reiten, handele die Predigt davon, dass Gott uns alle trägt, verrät Pfarrer von Dörnigheim.

Jede Aufführung lebt natürlich von den Kindern, die mitspielen. Kinder wie die fünfjährige Lotti, die einen der drei enthusiastischen Hirten spielt. „Es macht einfach viel Spaß und ich mag den Applaus“, verrät Lotti in der Pause und beißt in ihren Keks.

Das könnte Sie auch interessieren