Archivfoto/Grafik: Bender/HA

Bruchköbel

Kommentar zur Nominierung des CDU-Bürgermeisterkandidaten

Bruchköbel. Jetzt heißt es Farbe bekennen, schreibt Holger Weber-Stoppacher in seinem Kommentar zu den Turbulenzen rund um die Nominierung des Bürgermeisterkandidaten der Bruchköbeler CDU.

Von Holger Weber

Daniel Weber wird die CDU Bruchköbel in den Wahlkampf führen.Er hat sich diese Aufgabe verdient, weil er es verstanden hat, aus der Position des Außenseiters heraus die Parteimitglieder zu mobilisieren. Und da liegt gleichzeitig Sliwkas größtes Versäumnis. Er hat seinen Gegner und vor allem dessen Unterstützer im Hintergrund unterschätzt, er war sich seines Sieges zu sicher.

Für Weber ist die Nominierung durch die Partei allerdings nur ein Teilsieg, der Weg an die Verwaltungsspitze wird lang sein. Denn eines ist klar: Dieser denkwürdige Abend wird Spuren hinterlassen in der politischen Landschaft der bisher traditionell konservativen Kommune. Bruchköbel ist für die CDU nun kein sicheres Pflaster mehr.

Die internen Konflikte lassen an der Verlässlichkeit der Partei zweifeln. Davon können die anderen Parteien in der Stadt profitieren. Sie wittern jetzt ihre Chance und werden – sofern sie in ihren Reihen fündig werden – eigene Kandidaten aufstellen.

Bei Daniel Weber weiß man noch nicht wirklich, wofür er eigentlich steht. Mit politischen Äußerungen hat er sich bisher mit Rücksicht auf seine Tätigkeit in der Verwaltung zurückgehalten. Das ist verständlich. Doch mit der Unparteilichkeit ist es nun vorbei. Er muss jetzt Farbe bekennen und ein eigenes Profil entwickeln. Das wird im Schatten Maibachs, der auch weiterhin sein direkter Vorgesetzter sein wird, nicht einfach sein.

Generell stellt sich die Frage, ob Maibachs Mentorschaft für den 35-Jährigen letztlich Fluch oder Segen sein wird. Denn der Bürgermeister hat bei vielen Bürgern zuletzt an Kredit verloren. Die ÖPNV-Geschichte, bei der die Stadt Hunderttausende mehr an die Kreisverkehrsgesellschaft gezahlt hat, als sie eigentlich musste, hat seinem Image geschadet.

Auch der Stadtumbau, der nicht vorangeht und voraussichtlich teurer wird als geplant, wirft derzeit kein gutes Licht auf die Führung. Kurzum: Weber sollte mit der Emanzipation so schnell wie möglich beginnen und auch schon einmal an einem Plan B für das aktuelle Stadtumbaukonzept mit der teuren Tiefgarage arbeiten.

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