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Bruchköbel

Kommentar: Vor den Karren gespannt

Die Pressemitteilung aus der Kreisverwaltung legt den Schluss nahe, dass sich der Landrat von seinen Bruchköbeler Parteikollegen leichtfertig hat vor den Karren spannen lassen.

Von Holger Weber

In Gelnhausen hatte man offenbar überhaupt keine Kenntnis vom tatsächlichen Inhalt des Beschlusses, der in keinster Weise eine Abkehr vom Pipa-Modell darstellt, sondern sich ausdrücklich an der Richtlinie des Kreises orientiert. Der einzige Unterschied: In Bruchköbel sollen ausschließlich Senioren in den Genuss des bezahlbaren Wohnraumes kommen und die Wohnungen für deren Bedürfnisse zugeschnitten werden.

Das sollte kein Hinderungsgrund für die Fördergelder sein. Der Bedarf für betreutes Wohnen ist in der Stadt sehr groß. Dass die Kreisverwaltung beziehungsweise der Landrat bei der Richtlinie durchaus einen Ermessensspielraum hat, zeigt die Tatsache, dass auch bei dem vom Magistrat und der Koalition favorisierten Modell ohne Fokus auf Senioren von der eigentlichen Richtlinie abgewichen worden ist. So soll das Grundstück der Baugesellschaft nicht – wie eigentlich angedacht – in Erbpacht überlassen, sondern dieser zum Kauf angeboten werden.

Das Pipa-Modell, im Kern eine überaus sinnvolle Idee zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, darf nicht zum Instrument werden, um die politischen Entscheidungsträger je nach Parteibuch zu begünstigen oder abzustrafen.

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