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Bruchköbel

Kommentar Disziplinarverfahren: Wie in Nordkorea

Eine Stadtverwaltung leitet ein Diziplinarverfahren gegen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr ein, weil diese eine Informationsveranstaltung zur Bürgermeisterwahl organisieren.

Von Holger Weber

Wenn man es nicht besser wüsste, würde man den Ort des Geschehens irgendwo in Nordkorea vermuten. Leider ist es in Bruchköbel passiert. Keiner weiß, was den Bürgermeister bei dieser Entscheidung geritten hat. Aber effizienter kann man Menschen, die sich ehrenamtlich in den Dienst der Gesellschaft stellen, nicht vergraulen. Auch wenn es letztlich zu keinem Disziplinarverfahren gekommen ist: Allein die Andeutung hat Folgen für das Image der Wehr.

Es muss sich jetzt niemand mehr wundern, dass es immer schwieriger wird, Menschen zu finden, die diesen Dienst verrichten. Sie riskieren bei ihren Einsätzen nicht nur Kopf und Kragen. Ihnen droht scheinbar auch noch die Aberkennung von Privilegien, die Normalbürgern garantiert sind. Dafür, dass sich die Kameraden in Roßdorf und Niederissigheim nicht haben beirren lassen, gebührt ihnen Anerkennung und Respekt.

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