Foto/Grafik: Bender/HA

Bruchköbel

Kommentar zur Bürgermeisterwahl: Lebendige Demokratie

Bruchköbel. Die Diskussion um die drei Bürgermeisterkandidaten aus dem Dunstkreis der Union geht weiter. Nun hat sich auch die Kreis-CDU zu Wort gemeldet. Unser Redakteur Holger Weber hat sich in seinem Kommentar mit der Thematik auseinadergesetzt.

Ganz egal, ob es sechs Kandidaten sind oder am Ende sieben: Bruchköbel wird eine Wahl erleben, die es in dieser Form in der Stadt noch nicht gegeben hat. Es ist ein Urnengang, der bereits großes öffentliches Interesse erzeugt, obwohl der eigentliche Wahlkampf noch nicht einmal begonnen hat. Dieser Wahlkampf wird für alle Kandidaten eine große Herausforderung werden. Gilt es doch, sich dem Wähler zu präsentieren, ohne den politischen Konkurrenten zu sehr auf die Füße zu treten. Denn in einer Stichwahl am 10. November braucht man Verbündete. Da kann es sich keiner leisten, den anderen niederzuschreien. Mehr als die große Show zählen in diesem speziellen Bruchköbeler Fall deshalb gute Argumente und spritzige Ideen. Ein Ideenwettstreit kann der Stadt und ihren Bürgern letztlich nur zugutekommen.

Überhaupt kann man sich in Bruchköbel glücklich schätzen. Die Anzahl der Kandidaten spricht für eine lebendige, kraftvolle Demokratie und sie beweist, dass es nach wie vor viele Menschen gibt, die bereit sind, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen. Die Aufgaben, die vor dem künftigen Bürgermeister oder der Bürgermeisterin liegen, haben es in sich: Da ist der Innenstadtumbau, der noch vor dem 27. Oktober so richtig beginnen und der die Stadt auf Jahre hinaus beschäftigen wird.

Am Einfallsreichtum und an den Managementfähigkeiten des Verwaltungschefs und seiner Mitarbeiter wird es auch liegen, ob Einzelhandel und Bürger möglichst sanft durch die Bauphase kommen. Es wird auch an seiner Innovationskraft liegen, ob die Stadt genug Mittel erwirtschaften kann, um den Bau finanziell zu stemmen – ohne dass die Lasten durch stetig steigende Grundsteuern wieder nur auf dem Bürger abgewälzt werden. Über den Stadtumbau hinaus muss das Problem des fehlenden bezahlbaren Wohnraumes gelöst werden. Es braucht Lösungen für die vielen Bruchköbeler Unternehmen, die expandieren möchten, an ihrem Standort jedoch begrenzt sind. Es gibt die Stadtteile, die gegenüber der Innenstadt nicht abfallen dürfen. Die Kandidaten kennen all diese Probleme. Denn sie leben allesamt in der Stadt. Auch das macht den Wahlkampf besonders.

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