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Comeback der Kapelle der Feuerwehr Bruchköbel

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Von: Holger Weber-Stoppacher

Die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Bruchköbel: Sie umfasst mehr als 60 Mitglieder, die meisten von ihnen stammen auch aus Bruchköbel. Bis zu 25 Auftritte im Jahr stehen auf dem Programm.
Die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Bruchköbel: Sie umfasst mehr als 60 Mitglieder, die meisten von ihnen stammen auch aus Bruchköbel. Bis zu 25 Auftritte im Jahr stehen auf dem Programm. © PM /Holger Weber

Bruchköbel – Hinter Rainer Müller liegen aufregende Wochen, musste das Urgestein der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Bruchköbel doch darum kämpfen, dass sein Orchester künftig einen festen Platz im Veranstaltungskalender des neuen Stadthauses in Bruchköbel bekommt. Nun sitzt Müller, seit nunmehr 37 Jahre Vorsitzender der Kapelle, entspannt in seinem Garten.

„Es habe sich alles zum Guten entwickelt“, sagt er zwischen zwei Zügen an der Zigarette. „Man muss nur miteinander reden.“ Geredet hat er mit Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun. Als erster offizieller Gast der Verwaltungschefin im neuen Stadthaus.

Das unterstreicht, dass auch der Bürgermeisterin an der Lösung des Problems überaus gelegen war. Schließlich ist die Kapelle so etwas wie das musikalische Aushängeschild der Stadt mit Auftritten weit über den Main-Kinzig-Kreis hinaus. Etwa 25 Mal im Jahr tritt das Orchester öffentlich auf. In Sachen Stadthaus hat man einen Kompromiss gefunden: Die Band darf im großen Saal sowohl ihr Frühlings- als auch ihr Weihnachtskonzert veranstalten – kostenlos wohlgemerkt. Und zuvor darf das Orchester jeweils dreimal dort üben, insofern die Proben nicht mit einem kommerziellen Event kollidieren. „Dann würden wir halt im Spielhaus proben“, sagt er.

Müller: Angelegenheit Schnee von gestern

„Die Angelegenheit ist jetzt Schnee von gestern“, sagt er und breitet vor sich ein großes Plakat aus. Es ist die Werbung für das erste große Highlight des Jahres: das Frühlingskonzert am 28. Mai in der Mehrzweckhalle in Niederissigheim. Das erste große Konzert, seitdem die Pandemie Auftritte und Zusammenkünfte des rund 60 Musiker umfassenden Ensembles unmöglich machte. Müller erinnert sich noch an den Tag, als ihn der damalige Bürgermeister Günter Maibach anrief und ihm sagte, das Konzert zum 110-jährigen Bestehen müsse abgesagt werden. Das sei vier Tage vor dem Event gewesen, in dessen Rahmen die beim renommierten Komponisten Kurt Gäble in Auftrag gegebene Polka mit dem Titel „Mein großer Traum“ uraufgeführt werden sollte. Das Stück hatten die Bruchköbeler bei ihm anlässlich ihres Geburtstags eigens in Auftrag gegeben. „Damals ist für mich fast eine Welt zusammengebrochen“, sagt Müller. Schwamm drüber. Die Uraufführung der Polka findet nun am 28. Mai statt. Und vertont wird das Stück dann im Anschluss im Musikverlag Runkel. Müller ist im vergangenen Jahr 70 geworden. Und obwohl seine Arbeit als Vorsitzender der Kapellen mittlerweile zum Großteil aus administrativen Tätigkeiten besteht, hat er derzeit großen Spaß an seinem Orchester. Das liegt auch an dem Dirigenten Daniel Ulb, der die Kapelle zu neuen Höchstleistungen führe – und das mit viel Humor und Fingerspitzengefühl. Und gute Stimmung sei ihm wichtig, sagt der Chef.

Karten für das Konzert am 28. Mai um 20 Uhr sind für den Preis von 15 Euro im Gasthaus zum Löwen sowie im Papier- und Schreibwarengeschäft Schenker zu bekommen.

Von Holger Weber

Seit 37 Jahren Vorsitzender: Rainer Müller. Er selbst spielt die Klarinette.
Seit 37 Jahren Vorsitzender: Rainer Müller. Er selbst spielt die Klarinette. © -

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