Lutz Heyer ist seit 25 Jahren Vorsitzender der Fritz-Hofmann-Stiftung in Bruchköbel, die sich für benachteiligte Kinder und ihre Familien einsetzt.
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Lutz Heyer ist seit 25 Jahren Vorsitzender der Fritz-Hofmann-Stiftung in Bruchköbel, die sich für benachteiligte Kinder und ihre Familien einsetzt.

Bruchköbel

Lutz Heyer ist seit 25 Jahren ehrenamtlich im Vorstand der Fritz-Hofmann-Stiftung tätig

Bruchköbel – Lutz Heyer hat in seinem Berufsleben die ganze Welt bereist und sogar viele Jahre im Ausland gelebt. Auf den Bermudas, in Kairo, in der Schweiz oder auf der Kanalinsel Guernsey, wo er seine Ehefrau kennengelernt hat, war der 75-Jährige bereits heimisch. Noch heute meint man, einen englischen Akzent in seinen deutschen Sätzen zu hören.

Aber am Ende ist er zurück nach Bruchköbel gekommen, wo sein Elternhaus steht. „Ich habe eine große Verbundenheit zu Bruchköbel.“ Und in seiner Geburtsstadt engagiert sich Heyer mittlerweile seit 25 Jahren im Vorstand der Fritz-Hofmann-Stiftung, die sich für benachteiligte Kinder einsetzt. In einem Ordner hat er feinsäuberlich die alten Sitzungseinladungen abgelegt und weiß darum noch auf den Tag genau, wann er zum ersten Mal bei einer Vorstandssitzung dabei war.

„Am 24. August 1995 wurde ich zum Mitglied im Stiftungsbeirat gewählt“, erzählt er bei einem Wasser auf der schattigen Terrasse seines Hauses. Auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Helmut Irmen kam Heyer damals zur Stiftung. „Wir waren sehr gut befreundet“, erzählt Heyer. Das Credo der Stiftung „Kinderaugen leuchten sehen ...“ sei für ihn von Anfang an der Ansporn für sein Engagement gewesen. Und das ausschließlich Bruchköbeler Kinder unterstützt werden.

25 Jahren Engagement: Rita Hoffmann.

Ein Jahr später wurde er zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden gewählt und im Frühjahr 2002 übernahm er den Vorsitz, den er seitdem innehat. Der Stiftungszweck war und ist, benachteiligten und hilfsbedürftigen Kindern aus Bruchköbel zu helfen, sie in Bildung und Kulturwissen zu fördern und so auch diesen Kindern eine Chance und Grundlage für ein erfolgreiches Leben zu ermöglichen. Aktuell werden rund 150 Kinder unterstützt. Das sei in den Anfangsjahren noch ganz anders gewesen, erzählt Heyer. „Es war schwer, jemanden zu finden, der bedürftig war.“ Damals wie heute sei darum auch schon die enge Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung wichtig gewesen. Denn für bedürftige Familien sei die Stadt der erste Ansprechpartner.

Lutz Heyer, der in seinem beruflichen Leben viel gearbeitet und erreicht hat, wollte der Gesellschaft durch sein ehrenamtliches Engagement etwas zurückgeben. Nicht nur in der Stiftung engagierte er sich, sondern auch 17 Jahre lang als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht in Frankfurt sowie in der Kommunalpolitik. „Ich war für die CDU zwei Legislaturperioden im Stadtparlament.“

Heyer, der seine beachtliche Karriere als Geschäftsführer des Catering-Tochterunternehmens der Lufthansa, LSG Sky Chefs Europa/Afrika GmbH, beendete, hat als Kochlehrling begonnen. „Ich habe damals bei der Lufthansa meine Kochausbildung gemacht und bin dann für zehn Jahre ins Ausland gegangen.“ Auf den Bermudas besuchte er eine amerikanische Hotelfachschule und ließ sich anschließend zum Controller ausbilden.

Worauf sein beruflicher Erfolg gegründet war? „Sie brauchen Mentoren, die sehen, was in Ihnen steckt und sie vorbereiten auf die nächste berufliche Stufe.“ Und im Prinzip arbeitet die Stiftung nicht anders: Sie will die Potenziale von sozial benachteiligten Kindern sichtbar machen und helfen, diese zu entfalten. Familien, die einen Antrag stellen, erhalten von der Stiftung Gutscheine, ob für Kleidung, Schulmaterial oder für Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke. Auch die Kosten für ein musisches oder sportliches Hobby werden übernommen.

War zehn Jahre dabei: Bernd Lohfink.

Traditionell findet jährlich ein großes Kinderfest auf dem Waldspielplatz statt, das musste in diesem Jahr wegen Corona ausfallen. Ein Großteil der Antragsteller seien alleinstehende Frauen, berichtet Heyer. Im Gegensatz zu den Anfangsjahren sei die Stiftung heute in der Stadt bekannt. „Auch an den Schulen kennt man uns.“ Die Arbeit der Stiftung sei nach wie vor wichtig, so Heyer. Denn: „Früher gab es viel weniger gescheiterte Existenzen.“ Glücklicherweise würde heute der Staat einen Großteil der sozialen Notlagen finanziell abfedern.

Viele Bürger und Firmen sammeln bei Feiern oder Geburtstagen Spenden. Darum sieht Heyer die Stiftung gut aufgestellt für die Zukunft. Noch bis 2022 ist er als Vorstandsvorsitzender gewählt und freut sich, dass es in diesem Jahr gelungen ist, neue Bruchköbeler für die Vorstandsarbeit zu begeistern. Denn nach zehn Jahren als Stiftungsbeirats-Vorsitzender trat Bernd Lohfink sein Amt den ehemaligen Bürgermeister Günter Maibach ab. Rita Hoffmann, eines der Gründungsmitglieder der Fritz-Hofmann-Stiftung, trat aus Altersgründen von ihrem Posten im Stiftungsbeirat zurück. Zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden im Beirat wurde Petra Schneider gewählt.

Lutz Heyer will sich in zwei Jahren nicht mehr zur Wahl stellen. „Dann bin ich 77 Jahre alt. Irgendwann muss man aufhören, man muss loslassen können – bei allem“´, sagt er gelassen. Einen Nachfolger hat er schon im Blick, denn heute ist er es, der die Potenziale in den Jüngeren erkennt und fördert.

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