Der Rhythmus, bei dem man einfach mit muss: Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach hielt es am Samstagabend beim Auftritt der TVR-Tanzgruppe Limelight nicht mehr auf seinem Stuhl. Foto: Rainer Habermann

Bruchköbel

50 Jahre TV Roßdorf: Eine funktionierende Einheit

Bruchköbel. Er ist einer der fünf mitgliederstärksten Sportvereine des Main-Kinzig-Kreises, innerhalb der Stadt geht ihm nur die Sportgemeinschaft 1868 Bruchköbel (SGB) einen Ticken voraus in Sachen Mitgliederzahl: der Turnverein 1969 Roßdorf (TVR), der jetzt sein 50-jähriges bestehen feierte.

Von Rainer HabermannAm 4. Juni 1969 unterschrieben laut Gründungsprotokoll 78 Sportbegeisterte die Urkunde zur Taufe des TVR. Und inzwischen, innerhalb von ziemlich genau einem halben Jahrhundert, ist dieser Turnverein Roßdorf zu einem der größten Sportvereine im Landkreis mit heute rund 1600 Mitgliedern in den fünf Abteilungen Turnen, Tischtennis, Volleyball, Leichtathletik sowie Gymnastik, Fitness und Dance angewachsen. Man munkelt, die SGB habe „sieben Sportler mehr“, aber das spielte keine Rolle bei der 50-Jahre-Jubiläumsfeier des TVR am Pfingstsamstag in der Roßdorfer Mehrzweckhalle.

Ein festlich geschmückter Saal

Ein festlich geschmückter Saal mit etlichen goldenen Girlanden und der Zahl „50“ am Ende des Saals bildete den äußeren Rahmen der akademischen Feier; ein üppiges Büfett mit ebenso schier unzähligen, teils internationalen Spezialitäten den kulinarischen. Vor allem aber bildet dieser Verein wohl eine funktionierende Einheit, über viele Jahrzehnte hinweg. Das wurde nicht nur am Programm deutlich, das der TVR auf der Bühne bot. Sondern auch an der späteren Auszeichnung seiner Vorsitzenden Michaela Seifert mit dem Landesehrenbrief durch den Kreisbeigeordneten Winfried Ottmann.

Lokalpolitiker von SPD, CDU und BBB (Bruchköbler Bürgerbund) überbrachten Grüße, Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach legte sogar zusammen mit der TVR-Tanzgruppe „Limelight“ eine flotte Sohle aufs Parkett und zeigte beim Twist, dass er offensichtlich noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Vertreter der Sportverbände, allen voran die Vizechefin des Sportkreises Hanau Sieglinde Weber, sowie das Ehrenmitglied des Turngaus Offenbach-Hanau, Horst Körzinger, würdigten den TV mit Urkunden, Prämien und einem flotten Spruch.

Körzinger: „Wir brauchen eigentlich keine Quotenfrauen, wir brauchen bald Quotenmänner.“ Dies angesichts der Tatsache, dass es im Bereich Turnen wesentlich mehr Mädchen und Frauen als Jungen und Männer gebe, die in dieser Sportart erfolgreich seien.

Großen Erfolg hatten in diesem Jahr auch die Tischtennisspieler, im Verein mit eigener Abteilung vertreten. Sie richteten im April die Deutschen Tischtennis-Meisterschaften im Behindertensport aus; über 120 Aktive kämpften in der Dreispitzhalle Bruchköbel um den Meister-Titel.

Kampfsport ist nicht gleich Gewalt

Am Jubiläumsabend in der Roßdorfer Mehrzweckhalle demonstrierten zwei Mitglieder der Karate-Gruppe innerhalb der Leichtathletik-Abteilung des TVR auch, dass Kampfsport nicht gleichbedeutend ist mit Gewalt: im Gegenteil. Respekt und Fairness stehen im Vordergrund. „Niemals greift ein Karate-Kämpfer als erster an, und niemals wird er auf einen geschlagenen Gegner noch am Boden eintreten. Wir müssen das unseren heutigen Jugendlichen immer wieder neu beibringen“, meinte Abteilungsleiter Haris Zolic bei der Karate-Vorführung auf offener Bühne; unter großem Applaus der Gäste.

Die gesamte Veranstaltung moderierte eine TV-Fans sehr bekannte Person, zumindest, was jüngere Fernsehzuschauer anbelangt: das Gesicht des ARD-„Tigerenten-Clubs“, Johannes Zenglein. Mit viel bissigem Humor, wobei er die Lacher immer auf seiner Seite hatte, führte der 32-jährige, gebürtige Aschaffenburger, der in Bruchköbel lebt und dessen Frau beim TVR turnt, durchs Programm.

Schließlich wurden bei der akademischen Feier auch zahlreiche, langjährige Mitglieder mit Urkunden und Anstecknadeln auf der Bühne von Seifert und ihrem Vize Frank-Christian Corell geehrt. So für 25 Jahre Vereinstreue Lilly und Jürgen Christmann, für 40 Jahre Claudia Kulscar, und für 50 Jahre Ruth Singwald, Reinhold Maisch, Herbert Puth, Bettina Michels-Maisch, Stefan Lind und Frank Baumann.

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