Baustelle in der Innenstadt von Bruchköbel
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Die Baustelle in der Innenstadt von Bruchköbel macht weiter Fortschritte.

Fest im Zeitplant

Innenstadtumbau Bruchköbel: Ein Rundgang über die Baustelle

  • Holger Weber-Stoppacher
    vonHolger Weber-Stoppacher
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Bruchköbel – Manchmal ist Jörg Diemer selbst überrascht darüber, wie rasant es auf Bruchköbels größter Baustelle vorangeht. Seit Mai ist der Ingenieur und Architekt Leiter des Bauprojekts „Neue Stadtmitte“ mit einem Kostenvolumen von geschätzt rund 42 Millionen Euro.

Bis Mitte 2022 sollen das neue Stadthaus, die Tiefgarage und auch die Außenanlagen fertiggestellt sein. „Wenn es so zügig weitergeht, dann erreichen wir das Ziel im festgesetzten Zeitrahmen“, ist der Projektleiter zuversichtlich.

Innenstadtumbau Bruchköbel: Sechs Tage in der Woche wird gearbeitet

Gearbeitet wird auf der Baustelle an sechs Tagen in der Woche, wenngleich samstags bereits gegen Mittag die Maschinen abgeschaltet werden. „Wegen der Anwohner“, sagt Diemer, man wolle diese nicht um ihre Wochenendruhe bringen.

Die Belastung beim Aushub der Baugrube sei schon enorm gewesen, räumt der Ingenieur ein, obwohl man alles getan habe, um Dreck- und Lärmbelastungen so gering wie möglich zu halten.

Für das Regenwasser: Platz in Bruchköbel mit leichtem Gefälle

Diemer führt die Reporter auf den künftigen Platz des Krebsbachparks. Dort, wo später einmal Stühle und Tische der Stadthausgastronomie stehen und auch Feste gefeiert werden sollen, führen zwei Arbeiter die schwere Spritze der Betonpumpe über das Geflecht aus Stahlmatten und lassen das Konstrukt unter der grauen Masse verschwinden.

Bis zu 40 Arbeiter sind jeden Tag auf der Baustelle. Auf dem Bild wird der Boden des Krebsbachparks gegossen. Ein Gefälle sorgt dafür, dass später das Regenwasser in den Krebsbach fließt.

Zwei Kollegen formen den Beton mit einer Glätte zu einer ebenen Oberfläche. Der Platz werde ein leichtes Gefälle aufweisen, etwa 1,5 Prozent, erläutert Diemer. So könne das Regenwasser später einmal über eine Sammelrinne direkt in den Krebsbach ablaufen.

Bruchköbel: Haupteingang und Tiefgarage zeichnen sich bereits ab

An der Seite zur Hauptstraße hin sind bereits die Einfahrt zur Tiefgarage und auch der Haupteingang zu erkennen, durch den Bürger später einmal hindurch müssen, um beispielsweise ins Bürgerbüro zu kommen. Dies liegt gleich an der Straße zum Inneren Ring.

Hoch hinaus ragen bereits die beiden Sichtbetonteile, die einmal die Magistrale vom Bürgerbüro trennen werden. Eine aufwendige Verschalung mit besonderen Dichtungen zwischen den Platten sorgt dafür, dass die Trennlinien nur sehr dünn sein werden und die Wand glatt und rein aussehen wird.

220 Parkplätze in der Innenstadt von Bruchköbel

Glatt und lückenlos zeigt sich auch die Oberfläche Bodenplatte in der Tiefgarage, die eine Stärke von 60 Zentimetern, an manchen Stellen auch mehr aufweist. Die Oberfläche wurden mit einer speziellen Maschine flügelgeglättet, sodass theoretisch jetzt schon eine Beschichtung aufgebracht werden könnte.

Stangenwald in der Tiefgarage: Statt Balken und Bretter werden Stahlelemente zur Schalung eingesetzt.

Und später dann auch die Parkplatzmarkierungen für 220 Autos. „Die Parkbuchten sollen 2,50 bis drei Meter breit und auch für SUVs ausreichend sein“, erläutert der Projektleiter.

Auftriebsanker sollen Schäden durch Grundwasser vermeiden

Etwa zu einem Drittel ist die Bodenplatte des Gesamtbaus bereits fertig. Dort, wo später einmal der Rewe stehen wird, ragen aus dem Boden riesige Schrauben. Die sogenannten Auftriebsanker, die 16 Meter tief in die Erde gedreht und mit Beton fixiert worden sind, sollen verhindern, dass die Gebäude durch das Grundwasser Auftrieb erhalten und Schaden nehmen.

Jörg Diemer erklärt die Auftriebsanker: Bis zu 16 Meter tief gehen diese in den Boden. Sie sollen den Auftrieb des Markts durch das Grundwasser verhindern.

Krebsbach in unmittelbarer Nähe: Wasser eine Herausforderung für die Ingenieure

„Dies betrifft vor allem das Areal des Rewecenters, weil die Baulast des Holzgebäudes nicht so hoch ist“, erläutert Diemer. Das Stadthaus habe schon nach Fertigstellung des ersten Obergeschosses so viel Eigengewicht, dass ein Auftrieb kein Thema mehr sei.

Der nah am Projekt verlaufende Krebsbach sorgt dafür, dass die Ingenieure dem Thema Wasserhaltung besondere Beachtung schenken müssen. Derzeit wird das Grundwasser innerhalb der Baugrube von zahlreichen Pumpanlagen abgesaugt. Steht das Stadthaus können diese ebenfalls entfernt werden.

Innenstadtumbau in Bruchköbel: Sicherheit spielt wichtige Rolle bei Arbeiten

Ein beachtlicher Teil der Gebäudefläche ist auch für die Sicherheit des Stadthauses vorgesehen. Wer jetzt vom Rewemarkt aus auf die Baustelle blickt, sieht auf der linken Seite eine Aussparung der Betondecke. „Dort wird der Tank für die Sprinkelanlage eingelassen“, klärt Diemer auf. Im Falle eines Feuers wird das Wasser von dort in die betroffenen Gebäudeteile gepumpt.

Für den Brandschutz: In die Aussparung wird später der Wassertank für die Sprinkleranlage eingelassen, die für die Tiefgarage und das Stadthaus geplant worden ist.

Damit die Feuerwehr überall im Haus kommunizieren kann, gibt es gleich im Eingangsbereich zudem einen Raum mit einer Meldeanlage für den Digitalfunk. Diese sorgt dafür, dass es im Notfall sowohl im hintersten Winkel der Tiefgarage als auch in den insgesamt 187 Räumen des Stadthauses kein Funkloch geben wird.

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