Geschäftsführerin Ina Pinkernell (Mitte) von der Honigbienchen gGmbH, Michaela Jacob-Lamm (rechts), Leiterin der Einrichtung an der Haingartenschule und Erzieherin Tanja Ohlendorf legen Wert auf körperlichen Ausgleich für die Kinder. Foto: Bielesch

Bruchköbel

Honigbienchen weiten Schulkindbetreuung an Haingartenschule aus

Bruchköbel. Seit einem Jahr bietet der Betreuungsverein Honigbienchen aus Erlensee eine Ganztagsbetreuung an der Haingartenschule an. Die Nachfrage nach den Plätzen ist weiterhin hoch, daher wird im neuen Schuljahr eine weitere Gruppe eröffnet.

Von Monica Bielesch

„Wir kriegen nach dem Sommer 15 neue Kinder dazu“, erzählt Ina Pinkernell, Geschäftsführerin der gemeinnützigen GmbH Honigbienchen beim Besuch der Betreuungsräume in der Bruchköbler Grundschule. Aktuell nutzen 23 Kinder das Betreuungsangebot im Zeitraum von 7 bis 17 Uhr. Sie sind in zwei Räumen eines Flachbaus gegenüber dem alten Schulgebäude untergebracht.

In einem dieser Räume haben die Honigbienchen Indoor-Bewegungs-Geräte aufgebaut. Es sei für viele Kinder gerade nach dem Unterricht wichtig, sich auszutoben, berichtet Pinkernell. Seit kurzem können die Honigbienchen auch einen weiteren Raum der Schule für die Hausaufgabenbetreuung nutzen. „Das klappt sehr gut, die Kinder haben dort mehr Ruhe und es ist keine Ablenkung möglich“, freut sich Pinkernell. Im Bereich der Hausaufgaben gäbe es eine enge Verzahnung mit der Schule.

Ferienbetreuung als BesonderheitDie meisten der angemeldeten Kinder bleiben bis mindestens 15 Uhr. Das Besondere an der Schulkinderbetreuung an der HGS ist die Ferienbetreuung. „In den Ferien sind immer mindestens die Hälfte der Kinder da“, berichtet die Geschäftsführerin. Zwar hat diese Betreuungszeit ihren Preis: Ein Platz von 8 bis 17 Uhr an fünf Tagen die Woche kostet mit Mittagessen rund 360 Euro im Monat. In den Ferien fallen sogar Zusatzkosten an. Aber da in immer mehr Familien beide Elternteile berufstätig seien, werde das Angebot stark nachgefragt, weiß auch Schulleiter Matthias Doebel.

Dass der Main-Kinzig-Kreis nun dem Pakt für den Nachmittag zugestimmt hat, ist positiv für die größte Grundschule im Kreis. Trotz rückläufiger Zahlen besuchen aktuell immer noch 397 Kinder die Schule an der Hainstraße. Für den kommenden Jahrgang sind 76 Kinder angemeldet. In früheren Jahren gab es Einschulungen mit über 100 Kindern.

Konzept zur Ganztagsschule„Wir im Kollegium wollen uns im kommenden Schuljahr schwerpunktmäßig mit der Erstellung eines Konzeptes zur Ganztagsschule befassen“, sagt Schulleiter Doebel. Geplant sei, einen entsprechenden Antrag zum Sommer 2018 beim Schulamt abzugeben. Welche Einstiegsvariante (Profil 1, 2 oder 3) gewählt werde oder ob nur ein Teil der Schule zum Ganztag geht, werde in diesem Prozess geklärt.

Dabei will sich die Schule auch von Experten beraten lassen, so Doebel weiter. Sein Credo: „Die Qualität ist uns wichtig. Lieber eine gute Halbtagsschule als eine schlechte Ganztagsschule.“

Finanzielle EntlastungUnterdessen kümmern sich die Erzieherinnen Tanja Ohlendorf und Leiterin Michaela Jacob-Lamm gemeinsam mit zwei weiteren Betreuern um die Honigbienchen-Kinder an der Schule. Sie pflanzen Stecklinge, betreuen ein Hochbeet und toben viel. Ina Pinkernell hofft auf den Einstieg der Schule in den Ganztag, das würde zusätzliche staatliche Fördermittel und personelle Ressourcen bedeuten. Auch für die Eltern wäre es eine finanzielle Entlastung.

Pinkernell, die mit den Honigbienchen in Erlensee und Langenselbold Krippen anbietet, bedauert, dass die Stadt Bruchköbel sich wenig kooperativ zeige. „Die Stadt hilft gar nicht.“

Arbeitsgruppe des SchulelternbeiratsGanz anders eine Arbeitsgruppe des Schulelternbeirats (SEB) der Haingartenschule: Erst durch das Engagement vom Vorsitzenden des SEB, Alexander Happel und seinen Mitstreitern Ralf Siefkens, Stefanie Bösch sowie Michaela Ptaschek, ist es vor einem Jahr gelungen, die Honigbienchen für die Ganztagsbetreuung zu gewinnen. Dazu Happel: „Die Realisierung der Ganztagsschule ist seit fünf Jahren ein zentrales Anliegen des SEB.“

Alexander Happel zeigt sich erfreut darüber, dass dieSchule sich jetzt konkret auf den Weg macht. Und auch der Schulleiter Matthias Doebel weiß: „Wir fangen beim Ganztag nun nicht mehr bei Null an.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema