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Hessische Umweltministerin erntet erste Bio-Erdfrucht

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Mit dem Spaten gruben Ministerin Priska Heinz, Biobauer Thomas Zell und die Kartoffelkönigin Lisa I. die ersten Kartoffeln aus. Foto Habermann
Mit dem Spaten gruben Ministerin Priska Heinz, Biobauer Thomas Zell und die Kartoffelkönigin Lisa I. die ersten Kartoffeln aus. Foto Habermann

Bruchköbel. Die erste Bio-Kartoffel der Saison – zumindest auf dem Hof „Ackerlei“ der Bio-Bauern-Familie Rebekka und Thomas Zell – ist gestern von einem „hohen Tier“ ausgebuddelt worden. Und zwar von Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen), Hessens Umweltministerin in der schwarz-grünen Regierungskoalition.

Von Rainer HabermannSie mühte sich noch mit dem biederen Spaten, um die Erdfrucht freizulegen. Danach tat eine knallrote Erntemaschine ihre Arbeit hinterm mächtigen Traktor.

Das dachten sich wohl Biobauer Zell ebenso wie das Team der Friedberger „MGH Gutes aus Hessen GmbH“, einer landeseigenen Gesellschaft, deren übertragene Aufgabe es ist, das Marketing für die hessische Land- und Ernährungswirtschaft zu betreiben. Dies taten Geschäftsführer Peter Klingmann und seine wohl gekleideten jungen Damen und Herren auch nahezu perfekt.Bio-Kartoffel-Saison 2017 eröffnetAllein: Beim Schuhwerk musste doch improvisiert werden auf dem Acker. Hessens „Kartoffelkönigin“ Lisa I. (Schäfer), aus Solms-Niederbiel angereist, wechselte die hübschen Schühchen gegen feldgerechte Fußbekleidung clevererweise gleich vor dem Acker. Hinz hatten sich gar nicht erst in feine Kluft geworfen, sondern sprang „rein in die Kartoffeln, raus aus dem Kartoffeln“, in flotten Jeans mit Stickwerk und stylischen Rissen nebst blauer Bluse.

Das lustige Ereignis, bei dem Promis wie die vielen Journalisten auf dem holpernden Anhänger zur Kartoffelernte gekarrt wurden, hatte natürlich auch einen ernsten Hintergrund. Die Bio-Kartoffel-Saison 2017 ist damit offiziell eröffnet worden. Dies bei prächtigem Wetter, was in diesem Sommer beileibe nicht immer der Fall war. Dennoch: es sei „ein gutes Jahr für die Kartoffel gewesen“, meinte die Umweltministerin. Regen sei meist zur richtigen Zeit gekommen, im Juli allerdings im Überfluss, was der Kartoffel aber kaum geschadet habe.Dem „Supermarkt-Syndrom“ entgegenwirkenIn Hessen wird die nährreiche Knolle insgesamt auf rund 4000 Hektar von 2150 Betrieben angebaut. Bei den Ökobetrieben sind es 218, die 390 Hektar Kartoffeln bearbeiten. Einer von ihnen ist der Bio-Hof „Ackerlei“ der Familie Zell. Er bewirtschaftet insgesamt rund 150 Hektar in zwei Betriebsstellen, Seligenstadt und Bruchköbel.

„Immer mehr Menschen wollen wissen, woher ihre Lebensmittel kommen und was deren Produktion mit den natürlichen Lebensgrundlagen macht“, sagte Hinz. Das traf auf offene Ohren bei der stellvertretenden Landrätin des Main-Kinzig-Kreises, Susanne Simmler. „Die Kindergärten im Kreis haben längst erkannt, dass eine naturnahe Erziehung auch den 'lila Kühen' und dem 'Supermarkt-Syndrom' bei Kindern entgegenwirkt, also der Frage, woher unsere Lebensmittel eigentlich kommen“, sagt Simmler.

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