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Querspange: Hessen Mobil und Bruchköbel stimmen sich ab

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Von: Holger Weber-Stoppacher

Um diese Naturfläche südlich von Roßdorf geht es: Der Pferdchen-Kreisel (unten) soll mit der Bundesstraße 45 verbunden werden.
Um diese Naturfläche südlich von Roßdorf geht es: Der Pferdchen-Kreisel (unten) soll mit der Bundesstraße 45 verbunden werden. © Axel Häsler

Bruchköbel – Nur wenige Wochen nach dem Stadtverordnetenbeschluss, in die Planungen für den Bau einer Querspange zwischen dem Roßdorfer Pferdchenkreisel und der Bundesstraße 45 einzusteigen, gehen die Behörden jetzt an die Arbeit. Am kommenden Mittwoch soll es bereits Gespräche zwischen Vertretern der Stadt Bruchköbel sowie der landeseigenen Straßenbehörde Hessen Mobil geben, wie diese auf Anfrage unserer Zeitung jetzt mitteilte.

Ziel sei es, den Start der Planungen und die Zeitschiene für die ersten Schritte abzustimmen.

Der Ablaufplan sei jedoch durch das Planfeststellungsverfahren gesetzlich vorgegeben, berichtet Hessen Mobil. In dieser Planung seien zur Findung einer konkreten Trasse als Verbindung der L 3195 mit der B 45 sämtliche verkehrlichen, naturschutzfachlichen, städtebaulichen und wirtschaftlichen Belange zu erfassen und zu bewerten. Die Planungen beginnen nach den Angaben der Behörde komplett neu, um aktuelle Grundlagendaten, die „nach dem neuesten Stand der Wissenschaft erhoben werden“, in den Planungsprozess einbringen zu können.

Alte Daten zugrunde gelegt

Bei der Entscheidung, die Planung der Straße zu priorisieren, waren alte Daten zugrunde gelegt worden. Dies hatte vor allem bei den Gegnern des Projekts für Kritik gesorgt. Unter anderem waren Unfälle in die Bewertung eingeflossen, die sich nicht auf städtischem Gebiet ereignet hatten. Zudem wurde der betreffende Unfallschwerpunkt mittlerweile durch eine Ampelregelung entschärft.

Laut Hessen Mobil wird in der ersten Planungsphase der zu untersuchende Planungsraum definiert, Fauna und Flora werden kartiert, „um gemäß dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden“. Parallel werden mithilfe einer Verkehrsprognose, die auf einer neuen Verkehrszählung basieren wird, die verkehrlichen Wirkungen der zu untersuchenden Varianten ermittelt. Bei der Suche nach einer Trassenführung sollen den Angaben zufolge grundsätzlich alle sich anbietenden Varianten untersucht und bewertet werden. In einem Abwägungsprozess werde anschließend unter Beachtung verschiedener Kriterien und der Nutzung der vorhandenen Daten aus Kartierung und Verkehrsuntersuchung eine Vorzugsvariante herausgearbeitet, die in der nächsten Planungsphase weiter konkretisiert, ergänzt und „parzellenscharf geplant“ werden soll, so die Behörde.

Klimaliste kritisiert Vorhaben

Gleichzeitig hält die Kritik an dem Projekt an. In einer Pressemitteilung zweifelte der hessische Ableger der Organisation „Klimaliste“ auch die Grundlagen an, auf der die Priorisierung des Projekts stattgefunden habe. Die Argumentation, dass der Verkehr durch den Bau einer weiteren Straße entlastet werden soll, sei bedenklich, da mehr Straßen unweigerlich zu mehr Verkehr führten. Die Stadtverordneten müssten daher dem Umweltgutachten ein primäres Veto-Recht zugestehen, rät die „Klimaliste“. Ohne Unbedenklichkeit, vor allem auch im Hinblick auf die Auswirkungen auf das Ökosystem, dürfe die Straße nicht gebaut werden. Transparent gemacht werden müsse zudem das Ergebnis der Verkehrszählungen. Die Daten dieser Erhebung stellen nach Ansicht der Organisation für Hessen Mobil kein KO-Kriterium dar, sie würden lediglich zur Dimensionierung der Trasse erhoben. Dies sei ein grober Fehler. Zur Beurteilung der Sinnhaftigkeit und damit einer Neubewertung dieses Projektes müsse sichergestellt werden, dass sowohl Gutachten als auch Zählung durch die Stadtverordneten als verbindliche Maßgaben für die finale Entscheidung gelten. (Von Holger Weber)

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