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Bruchköbeler Haingarten-Schüler spenden für Ukraine

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Helfen mit ihrer Arbeit Kindern in der unter dem Krieg leidenden Ukraine: Markus Boulanger (von links) und Jutta Bickermann, die den Scheck von Schulleiter Matthias Doebel in Empfang nahmen.
Helfen mit ihrer Arbeit Kindern in der unter dem Krieg leidenden Ukraine: Markus Boulanger (von links) und Jutta Bickermann, die den Scheck von Schulleiter Matthias Doebel in Empfang nahmen. © Ulrike Pongratz

Bruchköbel – „Es ist eine Win-Win-Situation für alle. Wir haben ein wunderschönes Schulfest gefeiert mit großartiger Beteiligung“, sagte Schulleiter Matthias Doebel von der Haingartenschule Bruchköbel. „Das Fest hat uns gezeigt, wie wichtig Begegnung und das Feiern ist. Ein schönes Fest, ein schöner Betrag. Es freut uns also doppelt.“

Die Schulgemeinde, Kinder, Eltern und Kollegium sind bereits mit der Aktion „Friedenstauben“, die noch am Zaun der Schule zu besichtigen sind, aktiv geworden. Jetzt also hat die Bruchköbeler Grundschule einen Betrag in Höhe von 1300 Euro an den Verein „Vergiss-meinnicht“ übergeben. Damit zeigt die Schulgemeinde weiterhin große Hilfsbereitschaft, auch wenn die mediale Aufmerksamkeit allmählich nachlässt. Umso größer ist die Freude bei Markus Boulanger und Jutta Bicker-mann vom Verein „Vergiss-mein-nicht“. „Gegründet wurde der Verein bereits 2003“, erzählt Gründungsmitglied Bickermann. Sie selbst leitet Pfadfindergruppen und ist seit 1999 mit Jugendlichen zu Pfadfindereinsätzen regelmäßig in die Ukraine gefahren. Die Lage in der Ukraine war schon vor dem Krieg schwierig. „Es ist ein großer Unterschied zu Deutschland. Jugendliche, die in die Ukraine mitgefahren sind, erlebten beispielsweise, was es dort in den Familien zu essen gab. Es ist ein ganz anderes Leben.“

Sozialstation in Ivanychi

Um Kinder und Jugendliche, die in der Ukraine in Not sind, besser helfen zu können, gründeten ehrenamtlich engagierte Menschen den gemeinnützigen Verein. „Vergiss-mein-nicht – Hilfe für Kinder und Jugendliche “. Der Verein mit Sitz in Erzhausen bei Darmstadt unterhält zusammen mit dem ukrainischen Partner „Nezabudka“ eine Sozialstation in der westukrainischen Kleinstadt Ivanychi.

Dort erhielten bis zum Ausbruch des Krieges täglich bis zu 70 Kinder eine familiäre Betreuung. Es gibt unter anderem ein warmes Mittagessen und Hilfe bei den Hausaufgaben. Die ukrainischen Sozialarbeiter haben für die Sorgen und Nöte von Kindern und Eltern ein offenes Ohr. Oft führen Armut, Alkoholsucht und Arbeitslosigkeit dazu, dass die Jugendlichen wenig Perspektiven für sich sehen. Aktuell allerdings ist die Schule in Ivanychi geschlos-sen, da sie für die Sicherheit der Kinder nicht garantieren kann. Die Schüler lernen im Homeoffice. Damit bleibt bis auf Weiteres auch die Sozial-station geschlossen. „Aktuell organisieren wir aus Spen-dengeldern Transporte mit Lebensmitteln, Kleidung, Hygieneartikel oder Tabletten zur Wasseraufbereitung. Es gibt zudem viele Binnenflüchtlinge, die ebenfalls ver-sorgt werden müssen. Und es gibt noch mehr Arbeitslose“, so Boulanger.

„Wir sind sehr dankbar“

Für die Kinder in der Ukraine hat sich die ohnehin sehr schwierige Lage durch den Krieg weiter verschärft. „Die großzügige Spende der Haingartenschule freut uns sehr. Wir sind sehr dankbar. Wir sind zwar ein kleiner Verein, haben aber mit Unterstützung der Spenden eine große Wirkung.“

Mit Hilfe der Haingarten-schule wird sich bald ein weiterer 40-Tonner auf die lange Reise nach Ivanychi machen. „Wir sind regelmäßig in Kontakt mit unseren Mitarbeitern vor Ort. Wir fragen, was dringend benötigt wird. Manchmal erhalten wir die Waren günstiger. Auf jeden Fall geben wir eine Bestellung auf und kaufen nicht die Regale leer“, so Boulanger. Er ist sicher, dass die Spende der Haingartenschule noch für schöne Momente und freudige Gesichter sorgen wird – bei den Ehrenamtlichen, die die Hilfsgüter einladen, beim ukrainischen Fahrer und vor allem bei den Menschen in Ivancychi. (Von Ulrike Pongratz)

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