Haben sich einiges vorgenommen: Der Bruchköbeler Alexander Winkler und seine Freundin Dana Jäger aus Rodgau wollen mit dem Tandem einmal um die Welt. Foto: Privat

Bruchköbel

Für den guten Zweck: Mit dem Tandem die Welt erkunden

Bruchköbel. Europa, Nordamerika, Südostasien, Australien und Neuseeland: Laut Navigationsgerät im Internet sind es 20 000 Kilometer, die der Bruchköbeler Alexander Winkler und seine Freundin Dana Jäger aus Rodgau innerhalb eines Jahres auf ihrem Tandem zurücklegen wollen. Das alles macht das Paar für einen guten Zweck.

Von Holger WeberDoch nur wenige Tage nach dem Start Anfang August zeigte der Kilometermesser schon rund 150 Kilometer mehr an als ursprünglich geplant. „Man fährt ja nie so ganz genau, wie man es eigentlich vorhatte“, erklärt Winkler.

Mittlerweile hat das Paar, das am 7. August am Schloss Philippsruhe auf die Reise gegangen war, schon die Alpen passiert und befindet sich auf dem Weg Richtung Venedig. Ihr persönliche „Tour de Welt“ ist ein Abenteuer, sie hat aber auch einen karitativen Hintergrund: Denn für jeden gefahrenen Kilometer wollen die Beiden einen Euro für die DKMS spenden, eine gemeinnützige GmbH, die ehemals als Deutsche Knochenmarkspenderdatei firmierte.„Dieses Risiko gehen wir gerne ein“Für ihren Lebenstraum haben Winkler und Jäger zunächst einmal eine Karriere-Pause eingelegt. Jäger kündigte ihren Job als Personalmanagerin bei einer Bäckereikette, Alexander Winkler verabschiedete sich vorerst aus dem Polizeidienst. „Ich hätte gerne ein Sabbatjahr eingelegt, aber leider wurde das nicht genehmigt“, erzählt er. Auch die gemeinsame Wohnung wurde gekündigt, das Auto und das Motorrad haben die Beiden verkauft und die Möbel bei Freunden und Familie eingestellt. Nach ihrer Rückkehr stehen sie vor einem Neuanfang. „Aber dieses Risiko gehen wir gerne ein“, sagt Winkler.

Der 28-Jährige sitzt auf dem Fahrrad übrigens vorne und ist so etwas wie der Steuermann, seine gleichaltrige Freundin ist hinten für die Fotos zuständig, die in aller Regelmäßigkeit auf der Homepage eingestellt werden, auf der alle Interessierten die einzelnen Etappen der Beiden verfolgen können. Die Konstellation funktioniere hervorragend, zieht der Kapitän am Lenker eine erste Bilanz. Zusammen auf dem Tandem erlebe man eine solche Tour viel intensiver als Paar, weil man sich ständig über das Erlebte austauschen könne, meint Winkler.Nur das Nötigste im GepäckNur einmal, auf einer langen Schotter-Abfahrt in den Alpen, ist ihnen der mit etwa 60 Kilogramm beladene Anhänger in der Kurve ausgerissen. Der Sturz bei glücklicherweise langsamer Geschwindigkeit ging jedoch glimpflich aus. „Ein paar Schürfwunden, sonst nichts“, berichteten die Beiden auf ihrer Website. Der kleine Unfall hinderte sie nicht daran, an jenem Tag den bisherigen Streckenrekord von mehr als 150 Kilometer aufzustellen. Normalerweise sind 50 bis 55 Kilometer das Tagesziel, sagt Winkler. Denn die Weltenbummler wollen von der selbigen ja auch etwas sehen.

Im Gepäck befindet sich nur das Nötigste. Den feinen Zwirn für die Hochzeit einer Cousine in Südtirol haben sich die beiden von Familienangehörigen mitbringen lassen. Ansonsten heißt es mit Wenigem auszukommen. Geschlafen wird gemeinhin im Zelt. Nur bei schlechtem Wetter oder günstigen Gelegenheiten gönnen sich die Beiden ein weiches Bett in einer Pension. Zumindest in europäischen Gefilden. Dort werden sie nun die Balkanküste hinunterfahren und erst in Griechenland ihre Europa-Etappe beenden. Vor den Übersee-Touren haben Winkler und Jäger, keine Angst, wohl aber gehörigen Respekt. „Wir haben uns vor der Reise mit den Ländern intensiv beschäftigt, die wir durchqueren werden.“„Fast die Hälfte der Summe zusammen“Sprachliche Barrieren fürchten die Radler keine: „Und dort, wo wir mit Englisch nicht weiterkommen, werden wir uns mit Händen und Füßen behelfen. Mehr als zufrieden sind die Beiden bereits über die Spendeneinnahmen, die ihr Welt-Trip nach nur wenigen Tagen eingespielt hat. „Wir haben schon fast die Hälfte der Summe beisammen“, erzählt Winkler nach einem ersten Kassensturz .

Besonders großzügig zeigte sich ein Radsportverein aus Neuenstadt am Kocher, deren Mitglieder sih von der Unternehmung des Pärchens so begeistert waren, dass sie den Erlös einer vom Club organisierten Radwanderung, rund 2000 Euro, für die DKMS spendeten. Und eine Schule aus der gleichen Stadt packte die selbe Summe noch einmal oben drauf. Wer ebenfalls spenden möchte, kann das über die Homepage von Alexander Winkler und Dana Jäger tun. www.mein-tandem-du-und-ich.de

 

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