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Wakeboarden am Bruchköbeler Bärensee

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Von: Holger Weber-Stoppacher

Rasant über die Wasseroberfläche: Wakeboarden kann man vielleicht bald am Bärensee in Bruchköbel
Rasant über die Wasseroberfläche: Wakeboarden kann man vielleicht bald am Bärensee in Bruchköbel © dpa/Axel Häsler

Bruchköbel – Mit Vollspeed übers Wasser: Am Bärensee will ein privater Investor eine Wasserski- und Wakeboarding-Anlage bauen. Die Pläne sind bereits konkret und haben auch schon die ersten behördlichen Hürden genommen, berichtete Bruchköbels Bürgermeisterin Sylvia Braun am Dienstag den Stadtverordneten.

Der See und der dortige Campingplatz befinden sich auf der Gemarkung der Stadt Hanau, werden aber von der Stadt Bruchköbel bewirtschaftet. Auch Landrat Thorsten Stolz habe bereits angekündigt, das Projekt unterstützen zu wollen, berichtete Braun. Sie selbst betrachtet die Pläne als vielversprechend, um das Freizeitareal aufzuwerten.

Bruchköbeler Investoren

Hinter dem Projekt stehen die Bruchköbeler Unternehmer Marc Schneeweis und Viktor Weidner, die in der Stadt ein Planungsbüro für Garten- und Landschaftsbau betreiben und nach eigenen Angaben selbst passionierte Wassersportler sind. Auf die Idee sei man in Australien gekommen, sagt Schneeweis, wo Wakeboarding ein Nationalsport ist. Aber nicht nur dort erfreut sich der Trendsport wachsender Beliebtheit. In Deutschland gebe es mittlerweile 80 Anlagen, aber keine im Main-Kinzig-Kreis. Die nächstgelegenen befinden sich in Heuchelheim in der Nähe von Gießen sowie in Raunheim. Dort hätten sich die Anlagen zu wahren Besuchermagneten entwickelt, berichtet Schneeweis. Allerdings sehen die Pläne für Bruchköbel eine kleinere Anlage als beispielsweise in Heuchelheim vor, wo die Wakeboarder auf einer sogenannten 4.0-Anlage einmal kreisförmig an einem Seil um den ganzen See gezogen werden. Dies sei in Bruchköbel aufgrund des kleinen Seeumfangs nicht möglich. Hier planen Schneeweis und Weidner zwei 2.0-Anlagen. Die Sportler werden also nach vorne und dann wieder zurückgezogen.

Die Investitionskosten belaufen sich nach Angaben der Unternehmer auf 300 000 bis 350 000 Euro. Angeschlossen werden soll eine Wakeboarding-Schule. Ob es sich um ein reines Saisongeschäft handelt,oder die Anlage auch ganzjährig betrieben werden kann, sei noch offen, sagt Schneeweis. Ausrüstung wie Neoprenanzüge, Helme und Boards sollen vor Ort verliehen werden. Wenn alles gut laufe, so der Bruchköbeler, könne bereits im kommenden Herbst mit den Arbeiten am See begonnen werden.

Abschreckung für die Nilgänse

Nach Auskunft von Bürgermeisterin Sylvia Braun hat die Untere Naturschutzbehörde, die bei der Stadt Hanau angesiedelt ist, bereits signalisiert, dass keine Einwände bestünden. Bei solchen Projekten ist die ökologische Verträglichkeit zumeist eine der höchsten Hürden, die genommen werden müssen. Eine solche Wasserski-Anlage helfe auch dabei, den See von Nilgänsen zu befreien, die sich dort niederlassen und deren Kot die Wasserqualität des Sees beeinträchtigt. „Die ständige Bewegung ist das, was die Tiere überhaupt nicht mögen“, sagt die Bruchköbler Verwaltungschefin.

Die Wassersportanlage passt der Stadt Bruchköbel ins Konzept, da die Freizeitanlage in den kommenden Monaten generell wieder auf Vordermann gebracht werden soll. Der Campingplatz mit mehr als 1000 Stellplätzen galt viele Jahre als lukrative Einnahmequelle der Stadt, ist aber an vielen Stellen in die Jahre gekommen. Ziel von Bürgermeisterin Braun und dem Chef der Wirtschaftlichen Betriebe, Daniel Weber, ist es nun, den See für die Zukunft herzurichten und auch für Kurzzeitcamper attraktiv zu machen. Die Stadt will vor allem vom Wohnmobil-Boom profitieren und Stellplätze für Wochenendecamper oder Transitgäste bauen.

Mehr Transitgäste am See

Bereits laufende Maßnahmen zielen darauf ab, das Umfeld zu verschönern und auch sicherer zu machen. In der Vergangenheit war es auf dem Bärensee immer wieder zu Bränden gekommen, oftmals auf Stellplätzen, die von Dauercampern benutzt wurden, die eigentlich dort nicht zugelassen sind. Durch die Anpassung der Gestaltungsordnung sind jetzt beispielsweise meterhohe Sichtschutzzäune verboten worden. Auch müssen die Camper Rauchwarnmelder anbringen. Nicht mehr gestattet sind raumluftabhängige Gasheizungen und Ähnliches, die in der Vergangenheit auch schon schon für tragische Unglücke auf der Anlage ursächlich waren. (Von Holger Weber)

Soll wieder aufgewertet werden: Der Bärensee war viele Jahre eine lukrative Einnahmequelle für die Stadt.
Soll wieder aufgewertet werden: Der Bärensee war viele Jahre eine lukrative Einnahmequelle für die Stadt. © -

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