Auch im Innenhof des Spielhaus-Ensembles sind schon Veränderungen sichtbar: Hinter dem neuen hölzernen Windfang soll zukünftig der Haupteingang des neuen Geschichtsvereins-Domizils sein. Foto: Bielesch

Bruchköbel

Der Geschichtsverein Bruchköbel zieht ins Neue Spielhaus

Bruchköbel. Noch riecht es im Neuen Spielhaus nach frischer Farbe. Die neuen Räumlichkeiten, die seit Mitte Juli von der Stadt für den Geschichtsverein hergerichtet werden, lassen jedoch schon ihre Weitläufigkeit erahnen. Frank Herwig, Sprecher des Geschichtsvereins, freut sich auf den Umzug.

Von Monica Bielesch

Im Erdgeschoss in einem Flügel des Neuen Spielhauses befindet sich bereits seit Anfang der 1980er Jahre die landwirtschaftliche Ausstellung des Geschichtsvereins. Diese Ausstellung im ehemaligen Viehstall des früheren Bauernhofs in der Spielhausgasse 1 birgt so manchen historischen Schatz. Etwa eine der ersten Miele-Waschmaschinen, ein großer runder Holzbottich, der mechanisch angetrieben wurde. Oder die alten Ofenbeschläge vom ehemaligen Bäcker Köhler aus der Köhlergasse und das alte Ziffernblatt der Niederissigheimer Kirchturmuhr.

Renovierungen sollen bis Dezember dauern

Nun sollen auch die Exponate und Vitrinen aus dem Alten Rathaus hierher umgezogen werden. „Wenn alles zusammen unter einem Dach ist, ist das auch besser“, sieht Frank Herwig die Vorteile für den Geschichtsverein. Hintergrund ist, dass die Stadt mit dem Alten Rathaus andere Pläne hat und der Geschichtsverein daher dort raus muss. Die Stadt lässt sich den dafür nötigen Umbau des Neuen Spielhauses insgesamt 12 000 Euro kosten. Fertig sein sollen die Renovierungsarbeiten laut Bürgermeister Günter Maibach (CDU) Mitte Dezember. Bis dahin muss der neue Windfang, der später den Haupteingang zum neuen Heimatmuseum bilden soll, noch gestrichen werden. Geplant ist auch eine neue Toilettenanlage für Besucher und für die Geschichtsvereins-Mitarbeiter.Um ein weitläufiges und offenes Ambiente zu erhalten, wurden viele Wände rausgenommen. Die Geschossdecken wurden verkleidet, die Fußböden begradigt und neue Heizungen sowie Elektrik eingebaut. „Alles natürlich nach den Vorgaben des Denkmalschutzes“, betont der Bürgermeister.

Beim Ortstermin erzählt Herwig von den Plänen des Geschichtsvereins. „Wir wollen alles neu konzeptionieren und versuchen, Exponate, die bisher wegen Platzmangel im Hintergrund waren, mehr nach vorne zu holen.“ Auch die Räume, in denen früher der Kulturring seine Verkaufsstelle und der Akkordeonverein sein Lager hatten, sind nun frisch renoviert worden. Hier könnten die Ausstellungsstücke zum Thema Diamantschleiferei als Ensemble zusammengefasst werden, so Herwig. Auf der ganzen Fläche soll Laminat verlegt werden, um ein einheitliches Bild zu schaffen. Die Vitrinen aus dem Alten Rathaus können großzügiger platziert werden. Das neue Domizil biete mehr Möglichkeiten, die Themen nach museumstechnischen Kriterien zu präsentieren, meint Herwig. Der 47-Jährige ist zwar erst seit vier Jahren Mitglied im Verein, aber dafür umso rühriger. Die Geschichte der Region hat ihn schon immer interessiert, über die Familienforschung kam er zum Verein, der aktuell 110 Mitglieder hat.

Neues Archiv im oberen Geschoss

Im oberen Geschoss des Spielhauses, über dem jetzigen Landwirtschaftlichen Museum, befinden sich bereits das Archiv des Geschichtsvereins sowie das Büro. Durch einen Wanddurchbruch und eine neue Treppe soll dieser „alte“ Teil mit den nun renovierten Räumen verbunden werden. Den Umzug will der Verein dazu nutzen, alle Exponate digital zu erfassen und zu ‧katalogisieren. Zwar müssen die Sachen nur wenige Me‧ter über die Hauptstraße getragen werden, trotzdem heißt es für die Mitglieder, viele Umzugskisten zu packen. „Wir werden auch die gute Stube, wie sie nun im Alten Rathaus steht, so wieder aufbauen“, sagt Herwig. Er rechnet erst für das kommende Frühjahr mit einem Umzug.

Für das denkmalgeschützte Alte Rathaus kursieren schon seit Jahren diverse Ideen und Pläne zur Nutzung. Bürgermeister Maibach betont auf Nachfrage, dass er an seiner Idee eines historischen Trauzimmers dort festhalten will. Wenn es eine Nutzung durch Vereine geben soll, dann sei es seiner Meinung nach wichtig, nur einen Nutzer zuzulassen. Sonst drohe ein Durcheinander. Maibach präferiert beispielsweise den Kulturverein Wundertüte. „Dann könnten im Alten Rathaus auch Kleinkunst-Vorstellungen stattfinden.“ Die Kosten für einen solchen Umbau sind laut Maibach schon im neuen Haushalt eingestellt.

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