Das Vereinsheim der Handballer spielt bei den Plänen eine wichtige Rolle. DIe bestehenden sanitären Anlagen sollen weiterhin genutzt werden, so dass die Halle keinen Nassbereich benötigt. Foto: Paul

Bruchköbel

Gemeinsame Trainingsstätte von Handballern und Tennisspielern

Bruchköbel. Die Handballer der Sportgemeinschaft verkündeten am Montagabend bei der Jahreshauptversammlung der Abteilung, dass man gemeinsam mit dem benachbarten Tennis Club Bruchköbel den Bau einer Trainingshalle auf dem Handballplatz am Kinzigheimer Weg forcieren wolle.

Von Robert Giese und Holger Weber-Stoppacher

Sowohl sportlich als auch strukturell hat sich die Handballabteilung im letzten Jahr rapide weiterentwickelt. Eine zusätzliche Trainingsstätte wäre dringend nötig, denn in der nächsten Saison werden die Bruchköbeler im Jugendbereich in allen Altersklassen mit mindestens einem Team vertreten sein, zudem soll sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern eine dritte Mannschaft angemeldet werden. Derzeit trainieren die Teams der SGB in der Dreispitzhalle sowie in der Schulsporthalle in Bruchköbel Nord.

Angesichts der knappen Hallenkapazitäten gab es bereits vor über einem Jahr die ersten vagen Pläne für den Bau einer neuen Trainingshalle. Diese Planungen haben die Handballer nach eigenen Angaben nun zusammen mit dem Tennisclub Bruchköbel weiter vorangetrieben. Ähnlich wie in Erlensee wollen die beiden Vereine eine kombinierte Tennis- und Sporthalle errichten, als Standort haben die Vereine den hinteren Teil des Handballplatzes am Kinzigheimer Weg ins Auge gefasst.

Halle nur für den TrainigsbetriebDieses Areal gehört der Stadt Bruchköbel und wird von der SG derzeit nur angemietet. Nach den Plänen von Tennis Club und SGB ist die Sporthalle dabei nur für den Trainingsbetrieb vorgesehen. Sie soll auch keine eigenen sanitären Anlagen bekommen. „Wir würden die bereits bestehenden sanitären Anlagen des Clubheims auf der Tennisanlage als auch im Vereinsheim der Handball nutzen“, so Hans Recek, der Vorsitzende des Tennis Clubs.

Die Tennisspieler haben laut Recek vor allem in den Wintermonaten ein Problem, weil sie im Umland kaum noch Hallen finden, wo sie trainieren können. „Wenn die Entwicklung so anhält, dann müssen wir künftig auf das Training im Winter ganz verzichten“, fürchtet der Vorsitzende. Auf der Suche nach Alternativen sei man auf die Idee gekommen, selbst eine Halle zu bauen.

Man versucht Baukosten niedrig zu haltenDurch die Zusammenarbeit mit dem Tennisverein und den Verzicht auf eine Tribüne könnten die Baukosten relativ niedrig gehalten werden, glaubt SGB-Abteilungsleiter Tobias Schadeberg. „Erste Angebote holen wir in den nächsten Wochen ein und werden dann sehen, ob das für uns finanzierbar ist“, berichtete Schadeberg bei der Jahreshauptversammlung. Die Stadt Bruchköbel habe bereits ihre Unterstützung beim Hallenbau signalisiert, weshalb er optimistisch sei, dass das Vorhaben verwirklicht werden könne, fuhr der der scheidende Abteilungsleiter fort.

Doch so einfach ist das offenbar nicht: Von unserer Zeitung mit den Plänen konfrontiert, glaubte Bürgermeister Günter Maibach (CDU) gestern zunächst an einen vorgezogenen Aprilscherz. „Das ist im Moment überhaupt kein Thema“, betonte der Verwaltungschef. Maibach war dabei sichtlich bemüht, nach den politischen Turbulenzen, die die Pläne der Fußballer im vergangenen Jahr ausgelöst hatten, keine weitere Front zu öffnen.Zur Erinnerung: Damals wollte die Bruchköbeler Regierungskoalition aus SPD und CDU den Bau eines neuen Fußballerheims mit einem im Haushalt verankerten Sonderposten für Sportförderung subventionieren.

Öffentlicher Druck sorgte für Verringerung der SummeDieser sollte anfänglich mit 180 000 Euro gefüllt werden. Dagegen waren die Oppositionsparteien im Stadtparlament Sturm gelaufen. Außerdem hatten die Pläne auch Begehrlichkeiten bei den Bruchköbeler Stadtteilvereinen geweckt. Aufgrund des öffentlichen Drucks war die Summe deutlich um 80 000 Euro gesenkt worden. Zudem hatte Bürgermeister Günter Maibach ausgeschlossen, dass Geld aus der Sportförderung für den Neubau des Fußballerheims verwendet werde.

SGB-Präsident Peter Stutz trat einen Tag nach der Handballversammlung ebenfalls auf die Euphoriebremse. „Im Grunde sei das Projekt bisher nur eine vage Idee, von der aber auch alle anderen Bruchköbeler Sportvereine profitieren könnten.“ Weil die Stadt aber den Grund und Boden dafür geben müsste, ist es letztlich auch eine politische Frage, weshalb die Vereinsvorsitzenden jetzt zunächst die politischen Gremien konsultieren wollen. „Wir müssen alle Fraktionen an einen Tisch holen“, so Stutz.

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