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Bruchköbel

Fragen und Antworten zum Anmeldeverfahren für den Hort

Bruchköbel. Kinderbetreuung in einer privaten oder städtischen Einrichtung für Grundschulkinder ist ein Thema, das alle Familien in Bruchköbel betrifft. Wir fassen dieses Thema in einigen Fragen und Antworten zusammen.

Von Monica Bielesch

Haben Eltern ein Anrecht auf einen Hortplatz?

Nein. Im Gegensatz zu einem U3-Platz. Für ein Kind im Alter von einem bis drei Jahren habe die Eltern seit dem 1. August 2013 einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Einrichtung am Wohnort. Ebenso haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Hortplätze für Grundschulkinder sind eine so genannte „freiwillige Leistung“ der Kommune. Das heißt, Bruchköbel muss keine Hortplätze in den städtischen Einrichtungen zur Verfügung stellen.

Wie viele Hortplätze gibt es in Bruchköbel insgesamt?

Laut Stadt sind aktuell 250 Plätze mit Grundschulkindern insgesamt in städtischen und privaten Einrichtungen belegt. 33 davon bei Tagesmüttern. Die Hortplätze verteilen sich auf die Kita Zauberweide, Kita Südwind, Kita Sternenland, den Betreuungsverein Orkalanda, die Honigbienchen und die evangelische Kita Luthers Apfelbaum in Niederissigheim. Insgesamt hat die Stadt eine Betriebserlaubnis für rund 1050 Betreuungsplätze für Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder. Davon sind 123 Plätze in städtischen Einrichtungen an Grundschulkinder vergeben.

Wonach richtet sich die Anzahl der angebotenen Hortplätze?

Anfang des Jahres vergibt der städtische Fachdienst die Plätze an die Eltern, die einen Rechtsanspruch haben, sprich Krippen- und Kitaplätze. Die übriggebliebenen Plätze sind dann frei für die Grundschulkind-Betreuung.

Nach welchen Kriterien werden die Hortplätze vergeben?

Laut Stadt gilt zum einen das Eingangsdatum der Anmeldung. Dementsprechend werden die Antragsteller in einer Warteliste geführt. Alleinerziehende Eltern und städtische Mitarbeiter mit Schulkindern werden zudem bei der Vergabe bevorzugt.

Warum verschickt die Stadt nur Zusagen für einen Hortplatz, aber keine Absagen?

Weil sich die Vergabe laut Stadt noch bis Juli und sogar noch bis in den September hinziehen könne. „Wir befinden uns aktuell im Nachrückverfahren“, so Stilla Gathof, Fachbereichsleiterin Kinderbetreuung. Und diese Nachrückerliste verändere sich ständig, daher sieht sie keine Veranlassung, die Eltern darüber zu informieren. „Die Eltern rufen an, wenn sie Informationen wollen. Das klappt gut“, befindet Gathof. Daniel Weber, persönlicher Assistent des Bürgermeisters, gibt hingegen zu, dass eine bessere Transparenz des Verfahrens viele Eltern beruhigen würde. Er will prüfen lassen, ob eine schriftliche Information der Eltern über den Stand des Vergabeverfahrens eingeführt wird.

Wenn sich die Vergabe nach dem Eingang der Bewerbung richtet: Haben Neubürger überhaupt eine Chance auf einen Hortplatz?

Dazu meint Daniel Weber, dass grundsätzlich mehr Infrastruktur für Familien geschaffen werden müsste, wenn weitere Baugebiete ausgewiesen werden. „Das Land und wir als Kommune sind dabei in der Pflicht.“ Bei der Vergabe würden immer einige Plätze als Puffer für Neuzugezogene freigelassen, informiert Stilla Gathof.

Werden in der Kita Zauberweide, die früher viele Hortkinder betreute, überhaupt noch Hortkinder aufgenommen?

Aktuell gibt es 14 Hortkinder in der Zauberweide, im vergangenen Jahr waren es noch 19. Für das kommende Jahr sei nur ein Hortplatz dort freigeworden, der aus pädagogischen Überlegungen nicht besetzt worden sei, damit das Schulkind nicht alleine von der Schule zur Zauberweide laufen muss, so Gathof.

Warum werden nicht mehr Hortplätze geschaffen?

Weil die Stadt meint, dass die Plätze ausreichen. In den vergangenen drei Jahren hätte jede Familie, die einen Hortplatz beantragt hätte, versorgt werden können. Dies werde auch in diesem Jahr gelingen, so Stilla Gathof.

Hat die Stadt Einfluss darauf, ob eine Grundschule im Rahmen eines Ganztagsprogramms oder im Pakt für den Nachmittag Betreuungsplätze anbietet?

Schulen sind Sache des Schulträgers. Im Fall der Haingartenschule und Brückenschule in Bruchköbel ist dies der Main-Kinzig-Kreis. Die Brückenschule in Roßdorf ist seit diesem Schuljahr im Pakt für den Nachmittag und hat aktuell 120 Kinder in der Nachmittagsbetreuung. Die Haingartenschule arbeitet bereits seit einigen Jahren an einem Konzept für das Profil eins im Rahmen einer Ganztagsschule.

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