Ermutigen sich gegenseitig zum Weitermachen: Michael Odenwäller und Birgit Seegers. Foto: Pongratz

Bruchköbel

Förderverein der Haingartenschule feiert 25-Jähriges

Bruchköbel. An Schulen ist das Personal der Fördervereine naturgemäß einer großen Fluktuation unterworfen. Nur nicht an der Haingartenschule: Dort sind Michael Odenwäller und Birgit Seegers seit 25 Jahren im Vorstand.

Von Ulrike Pongratz

Da staunen die Schüler der Haingartenschule nicht schlecht, Bürgermeister Günter Maibach macht selbst mit Anzug und Krawatte bei Aufschlag und Ballwechsel eine gute Figur. Drei neue Tischtennisplatten und vor allem der neue Pflasterbelag im Innenhof bereichern die Sport- und Spielmöglichkeiten für die knapp 400 Grundschüler enorm. Ein Satz im Doppel mit Bürgermeister, Schulleiter und den Vorsitzenden des Fördervereins erhöht den Spaßfaktor enorm.

Der Besuch des Bürgermeisters an der größten Grundschule des Main-Kinzig-Kreises gilt an diesem Vormittag in erster Linie dem überaus aktiven Förderverein, der in einer großen, gemeinschaftlichen Herbstaktion die Außenanlagen gestaltet hat. Unterstützt und Steine geschleppt haben außerdem viele Eltern, deren Kinder längst dem Grundschulalter entwachsen sind. Immer mit dabei sind Birgit Seegers und Michael Odenwäller. Die beiden Vorsitzenden setzen sich seit 25 Jahren mit Herz und Seele für „ihre“ Schule ein.

„Das hat sich einfach so ergeben“, sagt Birgit Seegers und zu Michael Odenwäller gewandt: „Ich höre auf, wenn du aufhörst.“ Bislang kommt dieser Satz als Antwort zurück – und das erfolgreiche Team macht einfach weiter. „Das ist sicher einzigartig“, meint Schulleiter Doebel, „dass eine Konstellation so lange bestehen bleibt.“

Die Initiative zur Gründung eines Fördervereins ging von der damaligen Schulleiterin aus, denn es mangelte an vielem, um einen qualitätsvollen Unterricht abhalten zu können. „Frau Glund-Krohne sprach mich als Elternbeirat damals darauf an, die Sache selbst in die Hand zu nehmen“, sagt die heute 73-jährige Vorsitzende, „wir wollten einfach nicht mehr untätig zusehen und etwas für die Schule und unsere Kinder tun.“

„Am 2. Juni 1993 haben wir uns dann im Rahmen einer Schulelternbeiratssitzung in der Schule getroffen und den Verein gegründet“, erklärt Michael Odenwäller schmunzelnd, „und dass ich mit von der Partie war, ist eher ein Zufall gewesen. Eigentlich sollte Hans-Walter Schäfer den Vorsitz übernehmen, aber er fragte mich, ob ich nicht auch Lust hätte, mich zu engagieren.“

Momentan kann sich der Verein mit 376 Mitgliedern auf eine breite Basis stützen, der 15-köpfige Vorstand um-fasst sozusagen „drei Eltern-Generationen“. Seit 16 Jahren aktiv dabei ist Renate Spiegelhalter, die zum Hof- und Gassenfest ihren Garten öffnet und damit nicht nur eine zusätzliche Einnahmequelle ermöglicht, sondern vor allem eine wunderbare Bereicherung für das Vereinsleben ist. Seit Jahren organisiert der Verein außerdem den Verkauf von Weihnachtsbäumen zugunsten der Schule.

Mit dem Schulfest, den Aktionen zu St. Martin und der alljährlichen Einschulungsfeier kann der Förderverein die Schule mit 18 000 bis 20 000 Euro jährlich unterstützen. Alles in allem hat der Förderverein die Schule in den 25 Jahren seines Bestehens mit etwa 500 000 Euro finanziell unterstützt und wesentlich dazu beigetragen, dass Gebäude und Schulhof sich in einem guten Zustand befinden.

Die guten Taten reichen von Spiel- und Sportausstattung über Lehrmittel bis hin zu Renovierungsarbeiten und Veranstaltungen wie Musicals, Die Haingarten-Gespräche, Sicherheitstraining oder Vorträge. „Schulkultur wäre ohne den Förderverein nicht möglich,“ so Doebel und Maibach übereinstimmend.

„Ohne die Mithilfe des Vereins wären wir nicht da, wo wir jetzt sind“, sagt Doebel. „Es gibt Pausenkisten für jede Klasse, Klettergerüste, eine Seilbahn, Reckstangen, Wackelteller, Balanciermöglichkeiten, Balltrichter und eine Wackelbrücke, sodass einer bewegten Pause für die Kinder eigentlich nichts im Wege steht. Außerdem hat der Förderverein die hausinterne Telefonanlage finanziert, die Klassenräume im Jahrgangstrakt eins und zwei kernsaniert und eine Bühne mit technischer Infrastruktur angeschafft, von den zahllosen Lehr- und Lernmitteln ganz zu schweigen.“

Die Liste ließe sich noch eine Weile fortsetzen, wird sie doch Jahr für Jahr neu geschrieben. So werden in Kürze die abgenutzten Handbälle ersetzt, neue Lernmittel zur Rechtschreibung oder auch Materialien zur Förderdiagnostik stehen ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste. Außerdem rückt der Ganztagsunterricht im Profil II immer mehr in den Fokus, und auch hierzu werden diverse Umbauten nötig sein. Der Förderverein wird also weiterhin dringend gebraucht.

„Derzeit sieht es zwar ganz gut aus, aber wir benötigen auch weiterhin die Unterstützung möglichst vieler Vereinsmitglieder, Gönner und Helfer. Nur so kann der Förderverein auch die nächsten 25 Jahre erfolgreich helfen“, sagt Birgit Seegers. Michael Odenwäller stimmt zu. „Wir freuen uns über jedes neue Mitglied.“ Beide Vorsitzende haben in den letzten

25 Jahren Höhen und Tiefen des Fördervereins erlebt. „Wir dürfen uns auch nicht auf die faule Haut legen“, meint er, „sondern wir wollen weiterhin bewusst machen, dass ohne ehrenamtliches Engagement diese Schule bei Weitem nicht so gut aufgestellt wäre.“

Die nächste Gelegenheit, den Förderverein kennenzulernen, bietet sich am Samstag, 15. Dezember, ab 10 Uhr in der Haingartenschule beim Verkauf der Tannenbäume.

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