Die Familie Heck in Bruchköbel begleitet Menschen auf ihrem letzten Weg. Foto: Bender

Bruchköbel

Familie Heck begleitet Menschen auf ihrem letzten Weg

Bruchköbel. Seit 50 Jahren begleitet die Familie Heck in Bruchköbel Menschen aus der Region auf ihrem letzten Weg. Doch das ist nicht immer einfach.

Von Yvonne Backhaus-Arnold

Seit 50 Jahren ist der Tod tagein, tagaus bei ihr zu Gast. Familie Heck hat in all den Jahren unzählige Menschen in der Region auf ihrem letzten Weg begleitet, Angehörige getröstet und Papierkram erledigt, wenn die Welt für die Hinterbliebenen stillstand.

Gegründet 1966 von dem heute 81-jährigen Heinz-Wilhelm Heck führen Tochter Susanne und Ehemann Bernhard das Unternehmen seit 1996. Vor 15 Jahren zog das Bestattungshaus von Roßdorf an die Bruchköbeler Röntgenstraße.Beerdigungen "individueller als früher"Mit dem 23-jährigen Philipp, der staatlich fachgeprüfter Bestatter ist und in diesem Jahr seinen Meister machen will, und dessen Bruder Luis, der 2017 ebenfalls in die Firma einsteigen soll, steht die dritte Generation bereits in den Startlöchern. Während sich Bernhard Heck und sein Sohn um die Überführung und die Versorgung der Verstorbenen kümmern, hat Susanne Heck den Bürohut auf.

Alles, was möglich ist, nimmt das Bestattungshaus den Angehörigen ab: die Traueranzeige, Karten, Abmeldung von Krankasse, GEZ oder Telefon, die Vorbereitung der Trauerfeier, die Bestellung des Blumenschmucks, Sitz- und Dekorationsplan, die Organisation des Trauercafés, die Danksagung. „Eine Beerdigung ist heute sehr viel individueller als früher“, weiß die Chefin. So haben beispielsweise Baumbestattungen in der Region stark zugenommen seitdem es den Bestattungswald in Nidderau gibt.

Trauergespräch Für den Abschied am offenen Sarg steht an der Röntgenstraße ein eigener Raum zur Verfügung. Dort gibt es auch vier Kühlzellen, in denen der Leichnam vor der Umbettung gelagert werden kann. 25 Prozent der Angehörigen nutzen diese Möglichkeit, um in Familie und manchmal auch gemeinsam mit dem Pfarrer Abschied zu nehmen.Stirbt jemand, zum Beispiel im Krankenhaus oder Altenheim, wird der Leichnam nach Bruchköbel gebracht. Beim Trauergespräch suchen die Angehörigen Sarg oder Urne aus, bringen die Kleidung mit, in der der Verstorbene beerdigt werden soll.Susanne Heck: "Ich war danach fix und fertig" „Je älter ich werde, desto emotionaler werde ich“, gesteht Susanne Heck. „Wenn jemand ein langes Leben hatte, lachen wir beim Gespräch auch mal gemeinsam mit der Familie. Das ist dann schön. Verliert eine Familie ihr Kind, kann ich nur schwer beim Trauergespräch dabei sein. Vor ein paar Monaten haben mein Mann und ich ein verstorbenes Baby angekleidet. Es sah aus wie eine Puppe. Ich war danach fix und fertig und habe lange gebraucht, bis ich das verdaut hatte.“„Das könnte ich nie machen.“ Diesen Satz hat Bernhard Heck schon dutzende Male gehört. Und ja, der Tod sei nicht immer so schön wie eine ältere Omi, die friedlich eingeschlafen ist. Unfall, Suizid, ungeklärte Todesursache, auch hier wird das Bestattungshaus gerufen, der Leichnam – wenn die Staatsanwaltschaft eine Obduktion anordnet – in die Rechtsmedizin nach Frankfurt gebracht.Immer erreichbar „Manchmal stürzen stark übergewichtige Menschen im Badezimmer und liegen dann mehrere Tage tot zuhause“, erzählt Bernhard Heck und ergänzt, „da haben oftmals sogar die Angehörigen Berührungsängste.“ Immer sind die Hecks erreichbar – auch an Weihnachten, auch nachts, auch dann, wenn eigentlich eine Familienfeier ist. Der Tod ist eben ein ständiger Gast.

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