Problematisch sei es gewesen, sowohl Hintergrund als auch Globus Schärfe zu verleihen, erklärt Tobias Joest sein Foto, mit dem er die Jury beim Deutschen Jugendfotopreis überzeugt hat. Fotos: Privat

Bruchköbel

Elfjähriger aus Bruchköbel gewinnt Deutschen Jugendfotopreis

Bruchköbel. Tobias Joest hat den Hauptpreis des Wettbewerbs „Deutscher Jugendfotopreis 2018“ gewonnen. Er setzte sich damit gegen 38 andere prämierte Kinder und Jugendliche durch. Insgesamt nahmen in diesem Jahr mehr als 4400 junge Fotografen im Alter von fünf bis 25 Jahren an dem Wettbewerb teil.

Von Gabriele Reinartz

Beim großen Finale auf der photokina in Köln, der wichtigsten internationalen Messe für Fotografie und Imaging, erhielt der Elfjährige aus Bruchköbel seine Auszeichnung.

Das Thema des Wettbewerbs „Ich und die Welt“ hat Tobias Joest aus Bruchköbel für sein Motiv wörtlich genommen. Sein Selbstporträt zeigt ihn vor einer Weltkarte, die in seinem Kinderzimmer an der Wand hängt. Aber das allein ist es noch nicht: In seiner Hand hält er einen Globus, der sein Gesicht vollkommen verdeckt. Für diese gelungene Idee zeichnete ihn das Deutsche Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) jetzt auf der photokina in Köln mit dem Hauptpreis aus: ein dickes Taschengeld und die Teilnahme an einem Profiworkshop. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit den Worten: „Kann man das Jahresthema 'Ich und die Welt' noch direkter umsetzen? Tobias Joest hat sein Selbstporträt mit unverstelltem Blick gestaltet: kindlich frech, leuchtend bunt und mit knackigem Licht. Ein echter Hingucker!“

Viel Zeit und Mühe für Foto benötigt

Tobias ist stolz, immerhin hat ihn das Foto einige Mühe und Zeit gekostet, wie er verrät: „Ich habe das Foto mit einem Selbstauslöser gemacht. Von meinem Vater, der Hobbyfotograf ist, habe ich mir das Stativ ausgeliehen und auf dieses meine Kamera montiert. Ich habe das Stativ einige Male umstellen müssen, bis es passte, also bis ich endlich in der Bildmitte war.“ Und dann wäre noch das Problem mit der unscharfen Karte im Hintergrund gewesen. Unscharf deswegen, weil er die Kamera ja auf seine Person und nicht auf die Karte fokussieren musste. Alles in allem, so bestätigt sein Vater Michael, hätte Tobias gut eineinhalb Stunden an diesem Foto gearbeitet. Er sei erstaunt gewesen, wie hochkonzentriert er dies angegangen sei.

„Dazu kommt noch die Zeit, in der ich an dieser Idee gebastelt habe“, fährt Tobias fort. „Zuerst wusste ich ja gar nicht, wie und wo ich das Thema umsetzen kann, bis mir die Idee mit der Weltkarte kam. Und weil ich nicht wollte, dass man meinen Kopf sieht, habe ich einfach zum Globus gegriffen.“

Idee vom Vater

Die Idee, am Fotowettbewerb teilzunehmen, kam von seinem Vater. Dieser hatte die Ausschreibung gesehen und ihn gefragt, ob er keine Lust hätte. „Ich fand die Idee direkt gut. Einige Bilder, die ich schon gemacht habe, sind mir echt gut gelungen, wie ich finde. Daher wollte ich dieses Jahr dabei sein“, sagt er. Tobias begleitet seinen Vater hin und wieder, wenn dieser für seine Internetseite „Kunst vom Feld“ unterwegs ist, um die Natur zu fotografieren. Daher ist Tobias trotz seiner elf Jahre schon fototechnisch gesehen ein „alter Hase“. „Ich habe bereits bei einem Wettbewerb mitgemacht, der hieß „Blende“. Dort habe ich in der Vorrunde die Plätze sieben, fünf und zwei belegt“, berichtet er. Auch für den Jugendfotowettbewerb 2018 hatte Tobias ein zweites Motiv vorbereitet. Bei diesem hatte er sein Gesicht auf den Globus geklebt. Doch die Jury präferierte die Siegerversion, welche wie alle Siegerversionen auf der Messe ausgestellt wurden. Außerdem sind alle Prämierten, nicht nur Tobias, zu Workshops mit renommierten Fotokünstlern eingeladen.

Wenn Tobias nicht fotografiert, spielt der Fünfklässler der Hohen Landesschule Hanau Gitarre und schwimmt beim FC Undina Bruchköbel 90. Auch hier ist er sehr erfolgreich. Zurzeit darf er sich amtierender Kreismeister nennen.

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