Die Eintrachtler Björn Lukowics (links) und Daniel Okat sind voller Vorfreude auf die närrischen Tage. Foto: Bellack

Bruchköbel

Eintracht Oberissigheim baut Faschingswagen de luxe

Bruchköbel. Die Stadtteile Nieder- und Oberissigheim gelten seit jeher als Faschingshochburgen. Neben den Issgemer Jungs, Issgemer Buben und den „Eisbären“ sind auch die Fußballer der Eintracht Oberissigheim mit einem großen Motivwagen bei drei Umzügen in der Region zu sehen.

Von Michael Bellack

Auch in diesem Jahr laufen die Vorbereitungen wieder auf Hochtouren. „Wir sind hochmotiviert, wieder einen schönen Wagen auf die Beine zu stellen, der auch für das Publikum ansprechend ist“, sagt Björn Lukowics vom Bauteam der Eintracht. Anfang Januar haben die Arbeiten am Wagen begonnen. Bis zum Höhepunkt der Saison, dem Umzug in Niederissigheim am Faschingssonntag, 11. Februar, bleibt nur noch wenig Zeit. Bisher ist man dem selbstgesteckten Plan aber sogar voraus.

Die Malerarbeiten haben bereits begonnen, zuvor ähnelte der komplett weiße Wagen einem Erlkönig aus der Automobilbranche – und hatte auch eine ähnliche Funktion. Pressefotos sind ab sofort nämlich nicht mehr erlaubt, denn das diesjährige Motto ist noch streng geheim. „Der Wagen wird sehr bunt, das können wir schon einmal verraten“, so Lukowics. Mehr lässt er sich nicht entlocken.

DoppeldeckerImposant wirkt der Wagen bereits jetzt schon. 18 Meter lang, 3,30 Meter breit und 4,25 Meter hoch ist das Gefährt. Höher geht nicht. Auf den Fahrten zu den Umzügen ist bei so mancher Unterführung Zentimeterarbeit angesagt. Für den Fahrer aber Routine, denn seit sechs Jahren sind die Faschingswagen der Eintracht immer zweistöckig. Das Grundgerüst muss aber in jedem Jahr neu aufgebaut werden, da der Hänger außerhalb der Faschingssaison für die Landwirtschaft genutzt wird.

„Seitdem wir doppelstöckig sind, muss der TÜV den Wagen vorher abnehmen“, berichtet Organisator Daniel Okat. In der Halle auf dem Hof seiner Familie am Ortsausgang von Niederissigheim Richtung Butterstadt wird der Wagen gebaut. Vom TÜV werden aus Sicherheitsgründen strenge Auflagen erteilt, damit die Fußballer überhaupt mit dem Faschingswagen an Umzügen teilnehmen können. Warnschilder, Rundumbeleuchtung, voll verkleidete Achsen, Feuerlöscher und vieles mehr. Allein sechs Personen müssen dauerhaft mit dem Wagen mitlaufen. „Das ist nicht immer einfach, aber wir versuchen, das Beste daraus zu machen“, so Okat zu den immer strengeren Auflagen. Bisher hat man diese ohne Beanstandungen erfüllt, dennoch ist die Erleichterung groß, wenn der TÜV grünes Licht gibt.

Toilette inklusivePurer Luxus dagegen ist die Tatsache, dass der Motivwagen der Eintracht sowohl über eine Frauen- als auch über eine Herrentoilette verfügt. Diese erfüllen zwar keine Hotel-Standards, dienen aber ihrem Zweck.

Die Generalprobe für den Umzug in Niederissigheim findet einen Tag vorher statt, wenn die Eintracht am Faschingssamstag beim Umzug in Maintal-Dörnigheim teilnimmt. Bis dahin gibt es aber noch einiges zu tun. Denn nicht nur das rund 15-köpfige Bauteam ist fast jeden freien Abend in der Woche im Einsatz. Um die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen, gibt es ein Organisationsteam, ein Kostümteam und eine Gruppe, die sich um die Sponsoren kümmert.

Zeit und Fleiß„Jeder bringt seine Stärken ein“, sagt Lukowics, der sich selbst als nicht sonderlich handwerklich begabt beschreibt. Daher ist er für die Suche nach Sponsoren verantwortlich, die Baumaterial, Süßigkeiten und Kamelle sowie Getränke spenden. Denn billig ist das ganze Vergnügen nicht. Rund 4000 Euro sind in diesem Jahr für den Wagen veranschlagt. Da man den Großteil des Bauholzes aus den letzten Jahren verwenden kann, hätten die Kosten auch noch höher sein können.

„Es kostet viel Zeit und Fleiß, im Vordergrund steht aber immer der Spaß. Es wurde auch das eine oder andere Bier getrunken“, schmunzelt Okat. Nicht selten sitzen die Oberissigheimer nach den Bauterminen noch bis spät abends zusammen.

Eine besondere Rolle bei den Umzügen kommt Lukowics zu, der als Sprecher des Wagens mit den Narren auf der Straße seine Scherze treibt und um keinen Spruch verlegen ist. „Wenn man oben steht und sieht, wie glücklich die Kinder sind, macht das schon richtig Spaß“, sagt er. Er hat, wie alle Beteiligten, einen großen Wunsch für die Faschingssaison: „Wir hoffen auf ein schönes, buntes Publikum, das Lust hat, friedlich zu feiern.“

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