Nachhilfe zum Strömen: Hinten spritzt die Feuerwehr Wasser in den etwas trägen Krebsbach, damit die Enten schneller in Fahrt geraten. Foto: Jan Max Gepperth

Bruchköbel

Für einen guten Zweck: Spannung pur beim sechsten Entenrennen

Bruchköbel. Gelbes Plastik in einem kleinen Bach. Was im ersten Moment nach grober Umweltverschmutzung klingen und jedes Gemüt erregen würde, zählt in Oberissigheim zum guten Ton. Denn auch in diesem Jahr gab es bei der sechsten Auflage von „Krebsbach in Flammen“ das berühmte Entenrennen auf besagtem Gewässer.

Von Jan Max GepperthDie gesamte Veranstaltung wurde auch in diesem Jahr wieder von Eintracht Oberissigheim veranstaltet. Die Eintracht ist, wie der 1. Vorsitzende, Stefan Trippe, erzählt, ein Spartenverein. „Wir haben die Fußballabteilung und eine Abteilung, die mehrere Veranstaltungen pro Jahr organisiert“, erklärt er. Damit könnte man den Fußball quersubventionieren.

Das Entenrennen wird jedoch von dem Förderverein der Katharina-von-Bora-Schule präsentiert und veranstaltet. Dort konnte man auch für fünf Euro eine Ente erwerben und sich für das Rennen anmelden. „Aber man kann auch eine Ente aus dem Vorjahr recyceln“, schmunzelt Trippe. Wenn man eine Ente aus dem Vorjahr verwenden wollte, so fiel lediglich eine Startgebühr von drei Euro an.

Insgesamt gingen, laut Angaben des Fördervereins, in diesem Jahr über 300 Enten an den Start und ungefähr 1100 Euro wurden eingenommen. Da zeigt sich, dass einige wohl auch ihre Enten aus dem Vorjahr reaktiviert hatten.

Bürgermeisterkandidat unter den Teilnehmern

Unter den Teilnehmern des Entenrennens war auch Bürgermeisterkandidat Perry von Wittich. Er habe für seinen Sohn und dessen Freund jeweils eine Ente besorgt. „Wir sind also quasi mit zwei Enten vertreten“, sagt er. „Daher kann man vielleicht verstehen, wenn ich den anderen Mitstreitern nicht zwangsläufig viel Glück wünsche“, fügte von Wittich noch scherzend hinzu.

Auch sein Konkurrent Thomas Sliwka von der Union nahm teil und hatte „nicht nur eine Ente“ am Start. Mit Daniel Weber von der CDU und Patrick Baier von der BBB waren zwei weitere Kandidaten für das Amt des Rathauschefs zwar vor Ort, nahmen jedoch nicht an dem Rennen Teil. „Ich hatte leider das Pech des zu spät Gekommenen“, berichtete Weber, „alle Enten waren schon ausverkauft. Das freut mich aber insofern, dass das für den Verein natürlich eine tolle Sache ist.“ Auch Webers Konkurrent von der BBB war etwas zu spät dran, um eine Ente zu erstehen, lobte aber auch das Engagement des Vereins.

Das Entenrennen selbst ist eines der Highlights vom Krebsbach in Flammen, weshalb ihm natürlich eine gewisse Aufmerksamkeit zu Teil wird. Damit in diesem Jahr alles glatt läuft, hatte die Eintracht die Freiwillige Feuerwehr Oberissigheim um Hilfe gebeten. Da der Krebsbach in diesem Jahr eine sehr geringe Strömung hatte, halfen die Feuerwehrleute mit einem Wasserschlauch, um so die Enten den Bach herunterzutreiben.

"Richtig familiäre Atmosphäre"

„Wir versuchen immer alle Vereine mit ins Boot zu holen“, erklärte Gregor Kreißl, Chef des Organisationsteams von Eintracht Oberissigheim, „das führt dann zu einer richtig familiären Atmosphäre hier.“

Um Punkt 17 Uhr fiel der Startschuss, und die Enten wurden zu Wasser gelassen. Begleitet von einem emotionalen Livekommentar Trippes kämpften sich die Enten den Bach entlang. Nach 13 Minuten war dann schließlich ein Sieger gefunden. Trippe äußerte sich zufrieden: „Das Rennen war deutlich schneller als vergangenes Jahr.“

Auch über die Beteiligung äußerte sich der 1. Vorsitzende des Vereins positiv. „Ich glaube, so viele Leute waren noch nie am Bach. Das zeigt ja, dass es gut angenommen wird.“ Doch nicht nur Kinder würden teilnehmen. Besonders freue sich Trippe darüber, dass auch einige alteingesessene Oberissigheimer an dem Rennen teilnehmen.

Der Reinerlös des Rennens wird ausschließlich der Katharina-von-Bora-Schule sowie deren Schulkindern zu Teil. Der Gesamtgewinner durfte sich über einen Reisegutschein im Wert von 250 Euro des Bruchköbeler Reisebüros Boos freuen.

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