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Eidmann vergrößert Werksverkauf

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Karl Eidmann (rechts) und Carsten Koch (links), die beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Eidmann GmbH, empfingen jetzt die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz in Bruchköbel. Foto: Weber
Karl Eidmann (rechts) und Carsten Koch (links), die beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Eidmann GmbH, empfingen jetzt die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz in Bruchköbel. Foto: Weber

Bruchköbel.  Beim Bruchköbeler Großmetzger Karl Eidmann laufen die Geschäfte. Das Unternehmen will weiter expandieren und im kommenden Jahr den Werksverkauf ausweiten. „Die Ladenfläche soll verdoppelt werden“, so Firmenchef Karl Eidmann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Von Holger Weber

Bisher beträgt der Umsatz aus dem Werksverkauf fünf Prozent. In Zukunft soll die Angebotspalette noch größer werden. „Wir werden dann auch internationale Spezialitäten in Niederissigheim anbieten“, kündigte Eidmann an. Wichtig ist für den Firmenchef jedoch, dass „wir mit hochwertigen Produkten, die mit möglichst wenig Zusatzstoffen auskommen, wachsen. Qualität hat für uns oberste Priorität.“ Der neue Verkaufsraum soll schon im kommenden Frühjahr im Rahmen des traditionellen Angrillens auf dem Hof des Unternehmens eröffnet werden. Die Karl Eidmann GmbH ist mit rund 130 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in Bruchköbel. Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen einen Umsatz von 20,5 Millionen Euro. Und auch das erste Halbjahr 2017 habe die Erwartungen übertroffen, zog Eidmann eine positive Bilanz. 2016 habe das Unternehmen besondere Herausforderungen meistern müssen. Die geplante Beteiligung am Hanauer Metzgerei-Filialisten Zeiss platzte im Zuge der Insolvenz von Zeiss.Die Ansiedlung des Großmetzgers Brandenburg, der im nahegelegenen Fliegerhorst in Erlensee eine70 000 Quadratmeter große neue Produktionsstätte errichten will, betrachtet Karl Eidmann durchweg positiv. „Brandenburg und die Rewe-Gruppe gehören zu unseren wichtigsten Kunden. So werden die Transportwege für uns noch kürzer“, freute sich der Firmenchef.Sein Unternehmen setzt auch weiterhin auf ein regionales Nischensortiment wie innovative Bratwurstrezepturen, beispielsweise mit den Kräutern der Grünen Soße, mit Handkäse oder Chili-Ingwergeschmack, erklärte Eidmann am Rande des Besuchs der hessischen Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) in Bruchköbel.Die Ministerin machte sich vor Ort ein Bild von der Biofleisch-Verarbeitung, die bei Eidmann ebenfalls mehr und mehr ausgebaut werden soll. Wenngleich dieser Zweig für die Großmetzgerei noch immer ein Zuschussgeschäft darstelle, wie Geschäftsführer und Minderheitsgesellschafter Carsten Koch erklärte. Das Land Hessen will mit einem hessischen Ökoaktionsplan die Produktion und den Verkauf von Biofleisch mit neuen Vermarktungsstrukturen und Vertriebswegen fördern. „Verbraucher fragen verstärkt regional und ökologisch produzierte Lebensmittel nach. Sie wollen genau wissen von wem und wie das Lebensmittel erzeugt wurde“, meinte Hinz. Allerdings bestünden noch immer Lücken zwischen Angebot und Nachfrage, räumte sie ein.Die Karl Eidmann GmbH undCo KG ist an zwei Vermarktungsprojekten beteiligt, die nach Angaben der Ministerin mit Hilfe der Aktionsgemeinschaft „Echt Hessisch“ und der Marketinggesellschaft „Gutes aus Hessen“ umgesetzt werden konnten. Beide waren vom Landwirtschaftsministerium beauftragt worden, zu beraten und die Akteure aus der Branche zu vernetzen. „Dank der Förderung durch das Land gibt es nun in Hessen Frankfurter Würstchen mit Biosiegel, deren Fleisch aus Hessen kommt“, sagte Hinz.Für die ersten Frankfurter Bio-Würstchen werden vom Naturlandbetrieb Hofgut Marienborn Schweine geliefert und von Eidmann verarbeitet. Zudem wird durch ein weiteres Projekt regionales Lammfleisch vermarktet: Die in den Wetterauer Hutungen bei Hungen aus Naturschutzgründen gehaltenen Schafe werden zum Teil bei der Fleischerei Eidmann verarbeitet.Eidmann bildet damit die Schnittstelle für zwei Fleischproduktionslinien aus der Wetterau und dem Marköbler Land: Ziel sei es, Erzeuger, Direktvermarkter, den Einzelhandel sowie verarbeitende Betriebe zu vernetzen, um neue Vertriebswege aufzubauen. Gleichzeitig soll die Wertschöpfung in der Region bleiben. „Heute konnte ich mich vor Ort davon überzeugen, dass dieser Ansatz richtig ist und auf der ganzen Linie Erfolg hat – denn es profitiert nicht nur der Unternehmer, sondern auch wir Verbraucher“, so Hinz.

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