Ein ganzes jahr haben die über 100 Darsteller an der Haingartenschule in Zusammenarbeit mit der Paul-Hindemith-Schule für das Musical geprobt. Foto: Habermann

Bruchköbel

Donnernder Applaus für 100 Schüler beim Musical „Kwela Kwela“

Bruchköbel. Wenn der Angst-Elefant anfängt zu dichten, der Zebra-Mann sich alle zehn Minuten mit der Bratpfanne selbst eins überbrät, die Krokodile Fressverbot haben und der Große Malibu das Schuh-Orakel befragt: Dann ist „Kwela Kwela“ an einem afrikanischen Wasserloch angesagt.

Von Rainer Habermann

Der Applaus im voll besetzten Bürgerhaus war donnernd, als am Freitag über 100 Schüler der Bruchköbler Haingartenschule (HGS), in Kooperation mit der Paul-Hindemith-Musikschule Hanau (PHM), das putzige Musical des Musikpädagogen Andreas Schmittberger aufführten.

Ein volles Jahr hatten sie dafür geprobt, wie Rektor Matthias Doebel zu Beginn kundtat. „Die Kinder hinter dem Vorhang wissen noch nicht, wie viele Menschen hier sind. Aber Lampenfieber, das kann ich Ihnen versichern, haben sie alle!“, hallte der Ruf des Schulleiters in die Publikumsmassen. Und Lampenfieber: Das ist eine natürliche Reaktion vor jedem Auftritt; selbst für gestandene Profis.Volles HausJede Menge Eltern wollten das Spektakel sehen, und viele Großeltern und Mitschüler hatte es ebenfalls in den großen Saal gezogen. Ergebnis: völlig verstopfte Eingangstreppen, kaum ein Platz mehr zu bekommen, und logischerweise Smartphone-Kameras en masse auf die Bühne gerichtet. Es war DAS Ereignis im Schuljahr.Am Samstag wiederholten die kleinen Künstler der HGS und die Musiker der Hanauer Musikschule, die auch einen Ableger in Bruchköbel hat, die Vorstellung noch einmal. Gut für diejenigen, die keinen Platz mehr bei der Premiere ergattern konnten. Und das waren nicht wenige. Das Ergebnis an beiden Tagen: Kinder und Musiker begeisterten alle.

Live-Band, Tanz und GesangAuf der Bühne spielte eine Live-Band der Musikschule, mit Gabor Kovacs (Schlagzeug), Cornelius Springer (Bass) und Jörn Pick (Klavier). Sie wurden mächtig unterstützt insbesondere von der tollen Trommel-AG der Haingartenschule. Die Chor-Kinder der HGS, die Theater-AG, Tanz-AG und die Flöten-Kinder bildeten das Bühnenteam aus Musik, Tanz und Gesang. Extrem putzig: ihre Kostüme. Die stammten von der Paul-Gerhard-Schule in Kahl und machten die afrikanische Geschichte so richtig rund.Denn darum ging’s im Musical: Der König – ein Löwe mit Rasta-Locken – ist in Sorge: Selbst der sonst so wirkungsvolle Regentanz will kein Wasser in den Brunnen zaubern. Also lässt er seine Untertanen, die übrigen Tiere, graben, um in der Tiefe auf das lebenswichtige Nass zu stoßen. Auch das „Große Orakel“ – ein Schuh – erzähle in letzter Zeit viel Unsinn, befinden die Tiere.Mutige TatenSelbst nachdem es vom „Großen Malibu“, dem Medizinmann mit seinem Muschelbehangenen Stock, befragt wird. Aber jetzt geht es erst richtig los. Der dichtende Angst-Elefant ist ebenso wenig gefeit gegen die plötzlich auftauchenden „Gespenster der Nacht“, wie die Hyänen oder Nilpferde. Als die Gespenster das Wasser, das schon aufgetaucht war, stehlen, braucht es mutige Taten, um endlich wieder genug zum Trinken und Leben zu haben. Doch natürlich: Ende gut, alles gut.

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