13 Starter insgesamt, darunter 50 Kinder, beteiligten sich an der 92. Auflage des Rennens in Roßdorf. Foto: Paul

Bruchköbel

Daniel Schlenstedt heißt der neue Schubkarrenkönig

Bruchköbel. „Ich wollte einfach nur meinem Vater davon laufen“. Daniel Schlenstedt, der dieses Jahr das Schubkarrenrennen in Roßdorf mit 1:04,14 Minuten gewonnen hat, strahlte über alle Backen. Zum ersten Mal seit vielen Jahren ist der Name Maisch damit nicht auf der Bestenliste des Traditionswettbewerbs zu finden.

Von Reinhard Paul

Die beiden Schubkarrenkönige der vergangenen Jahre haben sich ein Sabbatjahr genommen. Bei Felix Maisch stehen kommende Woche Prüfungen für das Lehramt an, und Bruder Johannes befindet sich derzeit auf Weltreise und ließ aus Australien grüßen. Aber mit ihren letztjährigen Zeiten von 1:12 und 1:13 Minuten hätten sie diesmal nicht den Hauch einer Chance gegen den beherzt laufenden 17-Jährigen gehabt, den eigentlich vorher niemand auf dem Plan gehabt hatte. Wie auch: Filius Schlenstedt war erst kurz vor dem Rennen nachgemeldet worden, weil im Team seines Vaters Carsten, stellvertretender Vorsitzender im Roßdorfer Kirchenvorstand, krankheitsbedingt ein Läufer ausgefallen war.

Für Daniel Schlenstedt war es erst die zweite Teilnahme am Kultwettbewerb seines Heimatdorfes. Und dann gleich so eine Zeit rauszuhauen, alle Achtung, hieß es anerkennend von allen Seiten. Dabei wirkt der neue Champion recht zierlich, doch der begeisterte Fußballer ist ein „zäher Hund“. „Trainiert habe ich nicht für den Lauf, mich vorher nur ein bisschen warmgemacht, aber ich wollte gewinnen“, lautete das bescheidene Statement des neuen Roßdorfer Schubkarrenkönigs.

Wille zum Sieg entscheidendDessen Leistung fand auch bei den vielen ehemaligen Siegern des Traditionsrennens am Straßenrand viel Anerkennung. Einer von ihnen war Herbert Arndt, der das Rennen in den 60ern mehrfach für sich entschieden hatte. „Das Wichtigste, um hier zu gewinnen“, so der Veteran, „ist der Wille zum Sieg.“ Daran hat es Daniel Schlenstedt offenbar nicht gemangelt.

Erstmals als Besucher dabei war Landrat Thorsten Stolz, der einer persönlichen Einladung von Roßdorfs Feuerwehrvorsitzenden Hans-Peter Bach gefolgt war. Stolz sprach auch den Renneid, der seit den frühen 60er Jahren ein wichtiger Teil des Protokolls beim Schubkarrenrennen ist. Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach setzte jedem Rennen die Startklappe voran. 113 Starter insgesamt, darunter 50 Kinder, beteiligten sich an der 92. Auflage des Rennens.

VeteranentreffenAuch abseits des sportlichen Geschehens war wieder viel los. Im Haus von Elsbeth Keim versammelten sich wie jedes Jahr die Veteranen der Schubkarren-Rennfreunde. Dort wurde geschmaust, was das Herz begehrt. Alte Bilder wurden ausgepackt und Anekdoten erzählt. Natürlich sei früher alles viel besser gewesen, als sie selbst gelaufen seien. Noch immer sind sie noch mit Begeisterung dabei – halt eher passiv. „Es ist doch schön, dass die Jungen die Tradition aufrecht halten“, freute sich die Gastgeberin.

An der Rennstrecke befanden sich diesmal mehr Zuschauer als im Vorjahr. Auch beim „Vubbi“, dem Roßdorfer Kartoffelkönig Vulpius, standen die Menschen in einer großen Traube. „Die einen laufen, die anderen saufen“, lachte der Gastgeber. Jedes Jahr stärken sich hier die Zuschauer mit Selbstgebranntem und mit Hausmacher Worschdebrot und Schmalzbrot.

Auch mit dabei waren die kernigen Jungs der Freiwilligen Feuerwehr aus St. Andrä-Wördern aus Österreich. Gerne nahmen sie Landrat und Bürgermeister Maibach auf die Schubkarre – aber nur für das Pressefoto.

Die Sieger auf einen Blick: Auf der Kurzstrecke gewann das Akkordeonorchester Bruchköbel den Mannschaftswettbewerb bei den Kindern unter zehn Jahren. Die schnellste Zeit legte Luz Marie Stoppacher von der Brückenschule hin. Bei den Kindern unter 13 Jahren siegten die Mädchen der Jugendfeuerwehr. Schnellster Läufer war Anton Gerner von den Cross-Kids der Kirchengemeinde.

Bei den Teilnehmern unter 14 legte Marcel Völker die schnellste Zeit hin. Den Firmen-Cup gewann das Team Schadeberg mit Thomas Breitlauch, Nico Bätz und Maximilian Wolff. Den Vereins-Cup sicherten sich Andreas Vogler, Armin Demel und Dirk Friebe (WUMA), und die Einzelwertungen bei den Herren gewann wie berichtet Daniel Schlenstedt (Evangelische Kirchengemeinde). Bei den Frauen war Annalena Müller von der Metzgerei Müller die Schnellste.

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