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Der Stadtumbau kostet Bruchköbel viel Geld: Die Stadt muss aufgrund der Coronakrise die Gürtel enger schnallen, um die Kredite bedienen zu können.

Stadtumbau kostet 41 Millionen Euro

Drei Millionen Euro weniger Einnahmen: Corona-Krise trifft Bruchköbel wegen des Stadtumbaus besonders hart

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Die Corona-Krise ist für alle kommunalen Haushalte ein finanzieller Stresstest. Für die Stadt Bruchköbel sind die Auswirkungen der Pandemie angesichts des Stadtumbaus, den sie zu schultern hat, jedoch eine ganz besonders harte Belastungsprobe.

Laut den Zahlen, die Bürgermeisterin Sylvia Braun (FDP) jetzt präsentierte, muss die Stadt in diesem Jahr mit Mindereinnahmen von rund drei Millionen Euro rechnen, wie sie in ihrer ersten Stadtverordnetensitzung als neue Verwaltungschefin am Dienstagabend im Bürgerhaus berichtete.

Einkommens- und Gewerbesteuer brechen ein

Grundlage für ihre Einschätzung sind die Prognosen des Landes, das davon ausgeht, dass den Kommunen wegen der Pandemie rund 25 Prozent weniger Gewerbesteuer und Einkommenssteuer zur Verfügung stehen werden. Für Bruchköbel bedeutet dies einen Verlust von 1,25 Millionen Euro an Gewerbesteuer sowie 1,2 Millionen Euro weniger Einkommenssteuer. Hinzu kommen die fehlenden Einnahmen durch die Kitagebühren, die die Stadt wie alle Kommunen aufgrund der Krise ausgesetzt hat.

Zudem werde die Lage durch gesteigerte Kosten für den Arbeitsschutz erschwert. Die Stadt muss allein rund 2,4 Millionen Euro im Jahr dafür aufbringen, um ihre Kredite zu bedienen. Gut die Hälfte davon sind Kredite, die im Zusammenhang mit dem Stadtumbau stehen. Somit wird der finanzielle Spielraum für andere Bereiche deutlich enger.

Haushaltssperre für Sach- und Dienstleistungen

Aus diesem Grund hat die Stadt bereits eine Haushaltssperre für Sach- und Dienstleistungen von 15 Prozent erlassen. „Wir müssen jetzt überall sparen, auch wenn es uns in einigen Bereichen hart trifft“, so die Bürgermeisterin. Zudem hat der Magistrat bereits rund 300 000 Euro Einsparungen beim Personal beschlossen. Die Mitarbeiter der Sozialen Dienste befinden sich darüber hinaus bereits seit geraumer Zeit in Kurzarbeit.

Ein wenig Zuversicht geben die Quartalszahlen, die Braun ebenfalls vorstellte. Eine Steigerung um elf Prozent bei den Einkommenssteuern im Vergleich zum Vorjahr zeugen vom generell steigenden wirtschaftlichen Potenzial in der Stadt. Ob die Wirtschaft sich jedoch nach Ende der Pandemie so schnell erholt, wie es das Land Hessen erwarte, müsse man jedoch erst abwarten, äußert auch Braun erhebliche Zweifel.

Innenstadtumbau kostet die Stadt 41 Millionen Euro

Die Bürgermeisterin legte auch die aktuellen Zahlen über die Kosten des Stadtumbaus auf den Tisch. Danach belaufen sich die Gesamtkosten für die Stadt auf rund 41 Millionen Euro für den Bau des Stadthauses, einer Tiefgarage mit mehr als 200 Stehplätzen sowie den Krebsbachpark und begleitende Infrastrukturmaßnahmen. Zieht man die Einnahmen durch Grundstücksverkäufe, Fördergelder und Zuschüsse ab, bleiben aktuell Kosten von 34,2 Millionen Euro, die noch aus der Stadtkasse Bruchköbels beglichen werden müssen.

Der Schuldenstand der Stadt insgesamt betrug nach Angaben der Bürgermeisterin zum Jahresanfang 27,5 Millionen Euro. Durch Kreditaufnahmen für die Jahre 2019 und 2020 liegt er aktuell bei 43,4 Millionen Euro.

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