Helfen sich gegenseitig: Weber (links) und Maibach vor dem Auszug aus dem alten Bruchköbeler Rathaus im vergangenen Jahr. Archivfoto: Holger Weber

Bruchköbel

CDU-Kandidat Daniel Weber nabelt sich von seinem Chef Maibach ab

Bruchköbel. Er muss die Vorgaben seines Chefs umsetzen, aber gleichzeitig nach außen hin sein eigenes Profil schärfen. Für den neuen Bürgermeisterkandidaten der CDU ist das nach eigener Einschätzung nicht die Quadratur des Kreises. „Günter Maibach und ich sind nicht immer einer Meinung“, sagt Daniel Weber.

Von Holger Weber

Am Montag war er mit einer einzigen Stimme Vorsprung gegenüber dem Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Sliwka auf der Mitgliederversammlung der CDU zum Kandidat seiner Partei gekürt worden – vor allem durch die Hilfe seines Chefs, der in der Versammlung offen Partei für ihn ergriff und damit nicht nur Sliwka, sondern auch die meisten Mitglieder der Fraktion gegen sich aufbrachte.Überraschend kam das nicht: Seit nunmehr zwei Jahren begleitet Weber den Bürgermeister als dessen persönlicher Referent zu allen wichtigen Terminen.

Schon am Tag nach der Wahl sind in Bruchköbel kritische Stimmen laut geworden. Tenor: Im Falle eines Wahlsiegs Webers werde die Maibach'sche Politik in der Stadt eine Fortsetzung erfahren.

Kehrtwende vollzogen

Dass Weber in den großen Fragen eine Kehrtwende vollzieht, ist freilich kaum zu erwarten. Beim Thema Stadtumbau verweist er auf die Beschlüsse, die von der Stadtverordnetenversammlung getroffen worden sind. Wichtigster Mehrheitsbeschaffer war dort die Fraktion der CDU, in der nun ein Großteil in der Schmollecke steht. „Ich gehe davon aus, dass die Fraktion zu ihrem Wort stehen wird“, sagt Weber. Mit Blick auf die künftige Zusammenarbeit mit Günter Maibach meint er: „Es ist wichtig, dass wir nach außen hin Handlungssicherheit vermitteln.“

Maibach hingegen stellt sich auf das eine oder andere Widerwort seines Schützlings ein. „Er muss einen eigenen Weg gehen, Dinge auch anders machen.“ Zudem sei es bereits jetzt schon so, dass Weber Dinge kritisch anmerke, seine eigenen Standpunkt mit Vehemenz einbringe.

Ruhiger und gelassener Kandidat

Der Kandidat selbst wirkt ruhig und gelassen nach seinem Erfolg. Er vermittelt den Eindruck, dass der Sieg in der Abstimmung für ihn nicht so überraschend kam wie für sein Umfeld. In den kommenden Tagen will Weber nun sein Wahlkampfteam aufstellen. Sein Ziel sei es, auch Parteimitglieder für seine Mannschaft zu gewinnen, die ihm am Montag nicht die Stimme gegeben haben. „Wir können die Wahl nur gemeinsam gewinnen“, zeigt er sich sichtlich um die Einheit seiner Partei bemüht.

Der Satz klingt auch wie eine Einladung an Thomas Sliwka.

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