Eingespieltes Team: Konrektorin Melanie Neumann (links) und Rektorin Edith Köppel arbeiten seit Jahren daran, das Betreuungsangebot an der Brückenschule stetig zu vergrößern und zu verbessern.

Bruchköbel

Brückenschule: Für jedes Kind einen Betreuungsplatz finden

Bruchköbel. Die Eltern an der Brückenschule, meint Angela Tichy, sind sehr dankbar für das Betreuungsangebot. Die Mutter zweier Grundschulkinder und Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Schule betont: „Ohne das Betreuungsangebot an der Schule könnte ich nicht arbeiten gehen.“

Von Monica Bielesch

So tragen die jahrelangen Bemühungen der Schule, Betreuungsmöglichkeiten vor und nach dem Unterricht sowie in den Ferien anzubieten, ihre Früchte.

Vieles ist der Hartnäckigkeit von Schulleiterin Edith Köppel geschuldet. Ihr Credo: „Alle Kinder, die die Brückenschule besuchen, sollen hier auch einen Betreuungsplatz bekommen, wenn gewünscht“, so Köppel beim Gespräch in ihrem Büro. Gemeinsam mit ihrem Kollegium und ihrer Konrektorin Melanie Neumann verfolgt sie dieses Ziel seit mittlerweile mehr als zehn Jahren.

Im neuen Schuljahr werden knapp 130 Kinder an der Brückenschule in der Betreuung sein. Es gab 40 Anmeldungen, aber nur 27 freie Plätze. Auch Räume und Personal würden fehlen, so Köppel. Trotzdem hat die Schule Wege gefunden, fast alle Kinder aufzunehmen. Die übrigen konnten in der Kita Sternenland und Luthers Apfelbaum betreut werden. Aber die Schulleiterin meint: „Es sollte einen Betreuungsschwerpunkt für die Grundschulkinder der Brückenschule in Roßdorf geben, dann müsste die Stadt keine Hortplätze mehr in der Kita Sternenland anbieten.“

Seit 1996 gibt es eine Nachmittagsbetreuung an der Brückenschule

Aktuell besuchen rund 245 Kinder in zwölf Klassen die Brückenschule, 16 Lehrerinnen bilden das Kollegium. Seit 1996 schon werden Kinder an der Brückenschule auch nachmittags betreut. In den ersten Jahren vom dafür gegründeten Elternverein Buntstifte. Der wuchs schnell von 20 auf 60 zu betreuende Kinder. Sehr früh erkannte Köppel, dass der Betreuungsbedarf so groß ist, dass sich Schule und Schulpolitik um das Problem kümmern müssten und es nicht einer Elterninitative überlassen dürften.

2009 stellte die Schule daher die Weichen und erarbeitete ein Konzept für eine Ganztagsschule. Ein Jahr später wurde die Schule im Profil 1 im Ganztagsprogramm des Landes aufgenommen. Im Profil 1 werden drei Tage pro Woche Kinder bis 14.30 Uhr betreut. Die Buntstifte boten weiterhin eine Betreuung an fünf Tagen von 7.30 bis 16.30 Uhr an. Lange liefen beide Angebote parallel.

Trotz schwieriger Umstände umfangreiches Betreuungsangebot

Zu Beginn war nur ein Jahrgang im Ganztagsprogramm und nur ein Klassenraum am Standort in Roßdorf konnte dafür genutzt werden. Für eine notwendige Küchenzeile dort stellte die Stadt Gelder zur Verfügung. „Wir mussten und wollten den Ganztag langsam aufbauen“, berichtet Konrektorin Neumann. Schnell zeigte sich jedoch, dass Köppel mit ihrer Einschätzung recht behielt: Der Bedarf wuchs stetig. Weil die Schule keine freien Räume mehr hatte, stellte der Main-Kinzig-Kreis als Schulträger 2014 Container an der Brückenschule auf.

Weil auch am Standort Nord Betreuungsplätze angeboten wurden, ergab sich viel Mehrarbeit und -aufwand durch diese Doppelplanung. Nach langen Verhandlungen mit dem Schulträger gelang es der Brückenschule, den Schul- vom Betreuungsstandort zu trennen. Die Betreuung wird seitdem zentral in Räumen an der Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel-Nord angeboten und kurzfristig im Jahr 2016 vom Arbeiter-Samariter-Bund übernommen. Der Elternverein Buntstifte, der die Betreuung immer ehrenamtlich verwaltet hatte, löste sich auf, weil es den Aufwand nicht mehr stemmen konnte.

Seit Mitte 2018 im Pakt für den Nachmittag aufgenommen

Und wieder bewiesen Schulleiterin Köppel und ihr Kollegium trotz vieler widriger Umstände Weitblick. „Wir mussten immer schon aufgrund der räumlichen und organisatorischen Bedingungen improvisieren und uns Schritt für Schritt entwickeln“, erzählt sie. Die Brückenschule machte sich auf den Weg ins Ganztags-Profil 2 und baute das Profil 1 für alle vier Jahrgänge aus. Nach vier Jahren waren insgesamt 120 Kinder im Ganztag und in der Betreuung.

Dann schwenkte der Main-Kinzig-Kreis 2017 um und stimmte nach langen Jahren der Ablehnung dem Pakt für den Nachmittag zu. Auf Einladung des Kreises, diesem Pakt beizutreten, erstellte die Brückenschule in kürzester Zeit ein Konzept und wurde Mitte 2018 in den Pakt aufgenommen.

Verwaltet wird die Betreuung seitdem vom Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (ZKJF), das im Auftrag des Main-Kinzig-Kreises sozialpädagogische und Verwaltungsdienstleistungen im Bereich der Schulbetreuung anbietet. Das Betreuungspersonal setzt sich aus ehemaligen Buntstifte-Betreuuern, Sozialpädagogen und Erzieherinnen zusammen. „Wir haben eine hohe Quote an Fachpersonal“, so Köppel.

Schulleiterin wünscht sich nach langer Zeit des Improvisierens einen Neubau

Wenn die Schulleiterin einen Wunsch frei hätte, dann würde sie sich nach dieser langen Zeit des Improvisierens einen kompletten Neubau für die Brückenschule wünschen, mit Fachräumen, einer Mensa und Betreuungsräumen an einem Standort. Damit sich die Schule auch inhaltlich, zum Beispiel bei der Verzahnung von Unterrichts- und Betreuungszeiten, weiterentwickeln kann und nicht mehr so viel Zeit mit der Organisation und Verwaltung der zwei Standorte verliert.

Eine Mensa hat die Brückenschule zwar nicht, trotzdem werden über 100 Kinder täglich mit Essen versorgt. Dazu wurden Klassenräume zu Speiseräumen umfunktioniert, wo das von der Firma Kindergartenkoch aus Altenstadt angelieferte Essen ausgegeben wird.

Nachmittags werden insgesamt 12 AGs für die Kinder angeboten

Und auch nachmittags sind die Kinder in zwölf Arbeitsgemeinschaften sinnvoll beschäftigt. Das gelingt durch die Kooperation mit vielen Vereinen wie beispielsweise dem TV Roßdorf, der SG Bruchköbel und dem Musikzug Niederissigheim, so Köppel. Die Jungen und Mädchen können wählen zwischen einer Werken-AG, Tischtennis, Karate, Kochen, einer Natur-AG, Gitarren, Flöten und Trommeln. In der Turnhalle und in Toberäumen können die Kinder ihren Bewegungsdrang ausleben.

Für die Eltern ist dieses Betreuungsangebot ein Segen, so die Gesamtelternbeiratsvorsitzende Angela Tichy. Sie lobt die vielen AG-Angebote und die flexiblen Betreuungsmodule, die wählbar sind. Reibungslos und ohne viel Bürokratie. „Das gibt den Eltern ein gutes Gefühl.“

Und auch den Kindern gebe es ein sicheres Gefühl, wenn sie an ihrer Schule gemeinsam unterrichtet und nachmittags betreut werden, so Konkrektorin Neumann. „Sie wissen, wo sie hingehören.“

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