Frauenpower: Karina Reul (Links) ist die erste Frau an der Spitze der Bruchköbeler CDU. Das freut auch Srita Heide, Vorsitzende der Frauen Union Main-Kinzig. Fotos: PM/Dagmar Gärtner

Bruchköbel

Bruchköbels neue CDU-Chefin Karina Reul im Interview

Bruchköbel. Karina Reul ist seit Montagabend neue Stadtverbandsvorsitzende der CDU in Bruchköbel. Die 42 Jahre alte Oberstudienrätin, die an der Otto-Hahn-Schule Politik, Wirtschaft und Deutsch unterrichtet, tritt die Nachfolge von Thomas Sliwka an.

Reul ist die Tochter des ehemaligen CDU-Stadtrats Karl-Heinz Dziony, die Schwester der FDP-Politikerin Katja Lauterbach sowie die Ex-Frau des Landtagsabgeordneten Michael Reul. Sie sitzt zudem für die CDU im Kreistag.

Frau Reul, Sie übernehmen die CDU Bruchköbel in einer turbulenten Phase. Wie wollen Sie die Partei befrieden?"In erster Linie geht es darum, alle Leute einzubinden, die eingebunden werden wollen. Wichtig ist auch, dass wir die Vergangenheit hinter uns lassen und gemeinsam nach vorne schauen."

Die Auseinandersetzung der in zwei Lager gespaltenen Kreis-CDU hat sich auch im Stadtverband Bruchköbel abgebildet. Hat sich dort der Flügel ihres Ex-Mannes gegen den der Bundestagsabgeordneten Katja Leikert durchgesetzt?"Es gibt diese Flügel, von denen Sie sprechen, nicht. Michael Reul ist mit Katja Leikert sicherlich nicht immer einer Meinung, das weiß auch jeder in der CDU. Aber es hat auch mit der Vorstandswahl der CDU Bruchköbel nichts zu tun. Da wird immer sehr viel reininterpretiert. Katja Leikert ist Mitglied in Bruchköbel und ich denke, dass es auch in ihrem Sinne gelaufen ist gestern. Michael Reul ist ebenso nur Mitglied in Bruchköbel tritt dort aber nicht weiter in Erscheinung."

Kein Einfluss von Katja Leikert

Inwieweit war Frau Leikert bei der Neuaufstellung involviert?"Sie war nicht dabei. Sie hat aber im Nachhinein auch Leute benannt, die sie gerne im Vorstand haben würde. Und die sind auch dabei."

Mit der Wahl von Sylvia Braun, einer FDP-Politikerin, hat die CDU in Bruchköbel eine herbe Schlappe bezogen. Ist dies das Ende der CDU-Dominanz in Bruchköbel?"Es ist eher eine Neubildung der Mehrheitsverhältnisse. Die Erfahrung haben wir in Bruchköbel aber schon öfter gemacht. Ich erinnere nur an die Gründung des BBB. Kommunalpolitik bewegt sich eben. Wir müssen uns daran gewöhnen, in Bruchköbel keinen Bürgermeister der CDU zu haben. Aber bis zur Kommunalwahl ist Zeit genug, um uns gut aufzustellen."

In der CDU hat die Nach-Maibach-Ära begonnen. Wie sehen Sie die Chancen, diejenigen wieder zu integrieren, die wegen Maibach zum Bruchköbeler Bürgerbund abgewandert sind?"Ich hoffe, dass wir zumindest Wähler wieder zurückholen können. Über Mandatsträger habe ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht. Das wäre aber auch eine Frage, die zu diesem Zeitpunkt Thomas Sliwka beantworten müsste. Ich habe mich bisher mit der Fraktion noch nicht so befasst. Wie die Listen für die Kommunalwahl aussehen, weiß noch niemand."

Koalition mit SPD steht weiter auf der Kippe

Unabhängig von Ihrer Wahl steht in Bruchköbel die Koalition im Stadtparlament auf dem Spiel. Wie wollen Sie die retten?"Aus meiner Sicht sollte die Koalition weitergehen. Auch da gilt es jetzt, Stabilität reinzubringen. Aber ich habe weder mit Thomas Sliwka noch mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Ließmann bisher darüber gesprochen. Die Übernahme des Parteivorsitzes war nicht seit Monaten geplant, sondern ein spontaner Entschluss. In viele Dinge muss ich mich reinarbeiten."

Können Sie sich vorstellen, bei den Kommunalwahlen auf die Liste setzen zu lassen?"Das weiß ich noch nicht. Ich bin auch Kreistagsabgeordnete und kirchlich engagiert und habe einen Job. Wir gehen Schritt für Schritt."

Das Gespräch führte Holger Weber

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