Hinter dem Fliegerhorst erstreckt sich in westlicher und südwestlicher Richtung der Bruchköbeler Wald. Archivfoto: Häsler

Bruchköbel

Bruchköbeler Politiker über Vorstoß der Erlenseer CDU verärgert

Bruchköbel/Erlensee. Die CDU Erlensee hat mit ihrem Vorschlag, eine Trasse durch den Bruchköbeler Wald prüfen zu lassen, für Aufsehen und vor allem in Bruchköbel für Empörung gesorgt. „Ich will in aller Deutlichkeit sagen, dass ich das Verhalten [...] missbillige“, sagte Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach (CDU).

Von Holger Weber

Maibach war sich mit seinem Erlenseer Kollegen Stefan Erb (SPD) sowie dem Langenselbolder Stadtplaner Thomas Egel einig, dass die von der CDU Erlensee ins Spiel gebrachte Anbindung des Fliegerhorsts an die Autobahn 66 so gut wie keine Chance habe. „Der Bruchköbeler Wald ist für uns absolut tabu“, betonte Maibach. Als geradezu „abenteuerlich“ bezeichnete Erb die Pläne der CDU.

Die CDU Erlensee hatte aufgrund des zunehmenden Schwerverkehrs im Fliegerhorst vorgeschlagen, eine Trasse durch den Wald prüfen zu lassen und damit eine dritte Anbindung des Fliegerhorsts zu schaffen.

Auflagen für den Wald sind sehr hochBeim Bruchköbeler Wald handelt es sich je hälftig um besonders schützenswerten Bannwald im Osten und sogenanntes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) im Westen. Letzteres steht unter absolutem Naturschutz. Dort sind die Auflagen so hoch, dass die Spaziergänger sogar angehalten sind, auf den Wegen zu bleiben. Dort eine mehrere Kilometer lange Schneise durchzuziehen, werde die Obere Landschaftsschutzbehörde niemals erlauben, meinte Thomas Egel.

Auch sei es unwahrscheinlich, dass man zwischen den beiden bereits bestehenden Autobahnanschlüssen Erlensee und Hanau-Nord, die nur vier Kilometer voneinander entfernt lägen, noch eine dritte Auffahrt genehmigt bekäme. Erschwerend käme hinzu, dass diese dann auf Hanauer Gemarkung läge und auch von dort eine Zustimmung eingeholt werden müsste. „Hanau hat sich in den vergangenen Jahren nicht sehr kooperativ gezeigt in Sachen Fliegerhorst.“

Keine Notwendigkeit für weiteren AnschlussFür einen dritten Anschluss gebe es auch keine Notwendigkeit, führten Erb und Egel mit Blick auf das geltende Verkehrsgutachten aus. Danach wurde die Landstraße 3193, über die derzeit der Verkehr vom Fliegerhorst auf die Autobahnen 66 (bei Erlensee) und 45 (bei Neuberg/Langenselbold) geführt werden, für eine Kapazität von täglich 21 000 Fahrzeugen (Pkw und Lkw) konzipiert.

Bei einer Verkehrsuntersuchung im Jahr 2015 sei eine Auslastung von 11 000 Fahrzeugen festgestellt worden. Laut einer Prognose werde der Verkehr innerhalb von fünf Jahren bei vollem Betrieb auf dem Fliegerhorst auf 15 000 Fahrzeuge steigen. Damit sei man immer noch 6000 unter der Schwelle, bei der man aktiv werden müsse, stellte Erb fest. Auf dieser Grundlage über einen weiteren Anschluss an den Fliegerhorst zu sprechen, mache keinen Sinn.

Bruchköbeler wandten sich an BürgermeisterDer Vorschlag der CDU, über den unsere Zeitung in der Ausgabe vom Dienstag berichtet hatte, sorgte vor allem bei den Bruchköbelern für Empörung. Bürgermeister Maibach hatten gleich mehrere E-Mails erreicht, in denen Bürger darum baten, sich für das Naherholungsgebiet einzusetzen.

„Ich finde, es ist ein schlechter Stil, einfach mit so einem Vorschlag an die Öffentlichkeit zu gehen, ohne mit demjenigen gesprochen zu haben, dem der Bruchköbeler Wald gehört“, sagte Maibach. Und auch Uwe Ringel, der für Bündnis 90/Die Grünen in der Zweckverbandsversammlung Fliegerhorst sitzt, wurde in seinem Statement sehr deutlich: „Das ist mit Bruchköbel nicht zu machen“, sagte er und stellte die Frage, warum der Verkehr nicht wie früher durch die Erlenseer Markwaldsiedlung geführt werde.

Eine neue Trasse, die nördlich von der Markwaldsiedlung und dem Wohngebiet An der Sandwiese verlaufen soll, war einer der Gründe für den Vorstoß der Erlenseer CDU. Erb betonte, dass man die Straße nördlich der beiden Siedlungen vor allem zum Schutz der Anwohner bauen werde.

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