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Frank Prokop bleibt in Bruchköbel auch weiterhin ein Ordnungspolizist.

„Ordnungspolizei" bleibt

Antrag des BBB auf Umbenennung wurde abgelehnt

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Die Ordnungspolizei behält in Bruchköbel ihren Namen. Ein entsprechender Antrag des Bruchköbeler Bürgerbunds, die Sicherheitskräfte in Stadtpolizei umzubenennen, wurde mit der Mehrheit der Koalition aus SPD und CDU abgelehnt.

Zwar kein Historikerstreit, aber ein Streit über die Historie des Begriffs Ordnungspolizei führten am Dienstagabend Bruchköbels Stadtverordnete. 

Ablehnung des Antrags auf Umbenennung von Ordnungspolizei in Stadtpolizei

Der Bruchköbeler Bürgerbund (BBB) hatte beantragt, die kommunale Bruchköbeler Polizei von Ordnungspolizei in Stadtpolizei umzubenennen. BBB-Fraktionschef Alexander Rabold begründete den Vorstoß seiner Fraktion mit der negativen Besetzung des Begriffs Ordnungspolizei. 

Historische Belastung auf dem Namen „Ordnungspolizei"

So seien beispielsweise Ordnungspolizisten in der Zeit des Dritten Reichs auch an der Deportation von Juden und anderen Verbrechen des Naziregimes beteiligt gewesen. Deshalb sei es eine dringende Notwendigkeit, den Namen zu ändern, argumentierte Rabold. 

Unterstützung fand der BBB jedoch nur bei der FDP und den Grünen. Der Fraktionschef der Ökopartei Uwe Ringel fand nicht nur die historische Belastung, die mit dem Begriff Ordnungspolizei einherging problematisch. 

Er meinte zudem, Bruchköbel sollte sich den umliegenden Kommunen bei der Namensgebung anpassen: „Auch in Hanau und Offenbach heißen die bei der Kommune beschäftigten Sicherheitskräfte Stadtpolizei.“ 

Der SPD-Chef Peter Ließmann nannte den Antrag „völlig sinnfrei"

Am vehementesten sprach sich SPD-Chef Peter Ließmann gegen eine Namensänderung aus. Diese sei mit Kosten verbunden, weil man Uniformen und Aufschriften auf Briefpapier und Dienstwagen ändern müsse. Auch habe es bereits eine Ordnungspolizei in der Weimarer Republik gegeben, somit sei sie keine Erfindung der Nazis gewesen, berichtete Ließmann von seinen Rechercheergebnissen. Er nannte den Antrag des BBB „völlig sinnfrei“.

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