Jugendliche und Senioren haben in Bruchköbel nun die Möglichkeit, ihre Meinung und Wünsche einzubringen. Dazu wurden Fragebögen verschickt. Foto: HA

Bruchköbel

Bruchköbel will´s wissen: Große Fragebogen-Aktion der Stadt

Bruchköbel. 8800 Bruchköbeler bekommen in diesen Tagen Post von der Stadt. Der Inhalt der Briefe: eine große Fragebogenaktion für Jugendliche, Senioren und ältere Mitbürger. Erarbeitet wurden die jeweils achtseitigen Frage‧bögen im Fachbereich von ‧Andreas Kalski, Fachbereichsleiter im Bruchköbeler Hauptamt.

Von Monica BieleschDas Ziel: Die Bürger erhalten die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung der Zukunft ihrer Stadt teilzuhaben – wenn sie den Fragebogen ausfüllen und dort ihre Meinungen und Interessen darstellen. „Zukunft gestalten“ ist denn auch die erste Seite des Fragebogens überschrieben. „Wir wollen von den Befragten wissen, wie sie sich die Zukunft vorstellen“, bringt Kalski die Intention der Aktion auf den Punkt. Eigentlich wollte er die Fragebogen schon im vergangenen Herbst verteilt haben, angekündigt hatte er die Aktion schon in unserer Zeitung im September. Allerdings verzögerte sich die Realisierung immer wieder, da datenschutzrechtlich und juristisch alles wasserdicht sein musste.

Befragt werden alle Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren. Das Ausfüllen des Fragebogens ist freiwillig und anonym. Die Teenager werden unter anderem nach ihren Freizeitaktivitäten befragt, wo sie sich mit Freunden treffen, wie sie die Freizeitmöglichkeiten in Bruchköbel einschätzen oder wie häufig sie die Angebote und Einrichtungen in Bruchköbel nutzen.

Jugendliche und Senioren haben andere Themen im Fokus

Ihre Einschätzungen sind den Machern des Fragebogens wichtig: Zum Beispiel, ob sie Bruchköbel für modern halten oder langweilig oder jugendfreundlich. Im Fokus stehen die Freizeitbedürfnisse und -aktivitäten der Jugendlichen. Aber auch Grunddaten, wie beispielsweise aus welchem Ortsteil die Jugendlichen kommen, welche Schulform sie besuchen und für was sie ihr Taschengeld ausgeben, werden abgefragt.

Bei den Senioren stehen naturgemäß andere Themenkomplexe im Fokus. So wird nach der Mobilität der Bürger gefragt, wie sie das Angebot an öffentlichem Personennahverkehr beurteilen oder die Barrierefreiheit in Bruchköbel. Gleich eine der ersten Fragen befasst sich mit den Wünschen der Senioren bezüglich der Wohnform, ob etwa betreutes Wohnen, Altenheim, Mehrgenerationenwohnen oder Alten-Wohngemeinschaften bevorzugt werden.

Möglichst viele Rücksendungen seien wichtig

Auch die Freizeitaktivitäten der älteren Bürger interessiert die Stadt oder ob und wenn ja welche Angebote von Vereinen genutzt werden. Der Bedarf an Beratungs- und Bildungsangeboten wird abgefragt und ob moderne Kommunikationsmittel wie Internet benutzt werden. Am Ende steht die Frage, was für die Senioren wichtig dafür ist, um gerne in Bruchköbel alt werden zu wollen.

Am wichtigsten sei nun, dass möglichst viele ältere Bürger und Jugendliche die Fragebögen ausfüllen und zurücksenden, so Andreas Kalski. In zwei Wochen ist Abgabeschluss für die ausgefüllten Bögen. Dann werden die Antworten von studentischen Hilfskräften und teilweise von Ehrenamtlern erfasst. Außerdem sei geplant, Grafiken zu erstellen und die Querverweise zu analysieren. Der fertige Abschlussbericht sei schätzungsweise Mitte des Jahres fertig, so der Fachbereichsleiter.

Parallele Befragung bei zuständigen Stellen der Nachbarkommunen

Das hänge allerdings auch noch von weiteren Faktoren ab, zum Beispiel ob etwa die designierte Bürgermeisterin Sylvia Braun (FDP) ein Vorwort verfassen wolle. Braun selbst sei zwar nicht bei der inhaltlichen Ausarbeitung der Fragen beteiligt gewesen, aber sei zumindest über alles informiert. Ebenso wurde der Jugendausschuss der Stadtverordnetenversammlung über die Aktion in Kenntnis gesetzt.

Parallel zu der Fragebogenaktion befragt die Bruchköbeler Verwaltung die benachbarten Kommunen nach deren Senioren- und Jugendarbeit. Dabei interessiere beispielsweise, wie viele Flächen, wie viele Mitarbeiter und wie viel Budget die Nachbarstädte in diese Bereiche investieren, berichtet Kalski.

Am Ende sollen alle Daten miteinander verglichen werden können. „Dann“, so Kalski, „liegen die Dinge, die wir für die Jugend und die älteren Bürger tun müssen, praktisch auf der Hand.“ Aber dafür ist eine rege Beteiligung der Angeschriebenen wichtig, damit die Stadt eine möglichst breite Datenbasis hat.

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