Blühende Landschaften gibt es auf dem Kreisel noch keine, aber das nächste Frühjahr kommt bestimmt. In die Fläche wurde die Wappen der Bruchköbeler Stadtteile integriert.
+
Blühende Landschaften gibt es auf dem Kreisel noch keine, aber das nächste Frühjahr kommt bestimmt. In die Fläche wurde die Wappen der Bruchköbeler Stadtteile integriert.

Stadtentwicklung

Rund und bald auch bunt: Verkehrskreisel sind ein langjähriges und jetzt vollendetes Projekt

  • Holger Weber-Stoppacher
    VonHolger Weber-Stoppacher
    schließen

Einige wenige Pflanzen liegen noch lose auf der Erde. Und dennoch ist das Ende eines nunmehr fast zehn Jahre alten Projekts nun abzusehen. Die Bruchköbeler Verkehrskreisel sind so gut wie fertig. „Endlich“, sagt Uwe Ringel. Der Stadtrat a.D. war einer von denjenigen, die sich dafür eingesetzt hatten, dass nach Fertigstellung des Gewerbegebiets Lohfeld an dem Verkehrsknotenpunkt Verkehrskreisel statt neuer Ampelanlagen gebaut wurden. Die Ampeln waren der Wunsch der landeseigenen Straßenbehörde Hessen Mobil.

Bruchköbel – Bis zum Schluss habe sich Hessen Mobil gegen die Kreisel gewehrt, erinnert sich der Grünen-Politiker. Ringel und der damalige Bürgermeister Günter Maibach mussten garantieren, dass die Stadt die Kosten für einen Rückbau tragen würde, wenn das Kreiselsystem nicht funktionieren sollte. Und erst als man das Ministerium in Wiesbaden mit einer in Darmstadt in Auftrag gegebenen Verkehrssimulation von der Sinnhaftigkeit des städtischen Vorschlags überzeugt hatte, gab es grünes Licht für den Kreisverkehr.

Schwerer tat sich die Stadt hingegen mit der Gestaltung der runden Flächen. Der Siegerentwurf eines vom Stadtmarketing ausgeschriebenen Gestaltungswettbewerbs wurde nie umgesetzt, weil sich mittlerweile die Vorgaben von Hessen Mobil geändert hatten. Höhere Aufbauten, wie man sie beispielsweise vom Limeskreisel oder am Fliegerhorst in Erlensee kennt, wurden mit dem Hinweis auf die Verkehrssicherheit verboten. Und auch was die Bepflanzung anbelangt, gab es seitens von Hessen Mobil Auflagen: „Wechselbepflanzung war wegen des höheren Arbeits- und Kostenaufwands nicht gestattet“, so Ringel.

Mehrere Unternehmen aus Bruchköbel waren an der Gestaltung der Kreisel beteiligt

Jetzt wurden mit Stauden, Bodendeckern und Blühpflanzen robuste Gewächse gewählt, die mit Trockenheit und geringem Pflegeaufwand zurechtkommen. Pro Fläche wurden nach städtischen Angaben bis zu 5000 einzelne Pflanzen gesetzt. Mit der gruppierten Gestaltung werde hier im nächsten Jahr ein ansprechendes Bild entstehen.

In den Turbokreisel am Viadukt hat die Stadt die städtischen Wappen in die Bepflanzung integriert. Darüber freut sich Bürgermeisterin Sylvia Braun besonders: „Die Idee, die Wappen vom abgerissenen Rathaus in die Kreiselgestaltung zu integrieren, gibt es in der Stadtverwaltung schon längere Zeit. Es ist schön, dass wir dies nun umsetzen können, wenn auch nicht mit den Originalwappen vom Rathaus, da diese nicht geeignet waren, sondern mit extra angefertigten Exemplaren der fünf Stadtteilwappen.“ Beteiligt waren an der Gestaltung eine Reihe von Bruchköbeler Unternehmen. „Denen war es natürlich auch ein besonderes Anliegen, an dieser zentralen Stelle endlich etwas zu tun, um dem Stadteingang ein würdiges Gesicht zu geben“, sagt Braun. Den städtischen Haushalt belasteten die Arbeiten im Übrigen nicht, weil die Gestaltung der Kreisel noch Teil der Erschließung des Gewerbegebietes Lohfeld ist. Das aktuelle Bild der Kreisel ist nicht jedermanns Sache. „Über Geschmack lässt sich schließlich trefflich streiten“, so Stadtrat a. D. Uwe Ringel. Dennoch war das Echo, das man in den vergangenen Tagen aus der Bruchköbeler Bürgerschaft hören konnte, weitestgehend positiv. Und auch in den sozialen Netzwerken, in denen die Bürger bekanntlich eher zu kritischen Äußerungen neigen, war wenig Negatives und viel Positives über die beiden neuen Farbtupfer vor den Toren der Stadt zu lesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema