Rennbahn Hanauer Straße in Roßdorf. Hier blitzen die Ordnungshüter des Öfteren, vor allem weil viele Schulkinder, die vom Oberdorf zur Brückenschule laufen, die Straße queren. Erlaubt sind dort nur 30 Stundenkilometer. Archivfoto: Weber

Bruchköbel

Bruchköbel macht Jagd auf Raser und Falschparker

Bruchköbel. Autofahrer sollten im Stadtgebiet von Bruchköbel von nun an besondere Vorsicht walten lassen. Denn die Verwaltung will die Geschwindigkeitskontrollen im gerade begonnenen Jahr intensivieren und auch bei Falschparkern die Toleranzgrenze deutlich zurückschrauben (mit Pro und Contra).

Von Holger Weber

Die Maßnahmen sollen nicht nur für mehr Sicherheit sorgen, sie werden sich nach Berechnungen der Verwaltung auch deutlich in der Stadtkasse bemerkbar machen. Die verschärften Kontrollen schlagen sich bereits im Haushaltsentwurf für 2017 nieder, der im Rahmen des Haupt- und Finanzausschusses diskutiert wurde.Darin hat die Stadt den Ansatz für Bußgelder mehr als verdoppelt. Übers Jahr gesehen rechnet Bürgermeister Günter Maibach (CDU) mit Einnahmen von etwa 90 000 Euro. Im vergangenen Jahr hatten die städtischen Ordnungshüter Strafzettel in Höhe von 42 000 Euro ausgestellt. Das waren 7000 Euro mehr als noch 2015.Optimistischer AnsatzAuf die Frage der FDP-Fraktionsvorsitzenden Sylvia Braun, ob eine Verdoppelung des Ansatzes seriös sei, bemerkte Bürgermeister Maibach, sie sei seriös, aber zweifellos auch sehr optimistisch. Laut Maibach gibt es zwei ausschlaggebende Gründe für die geplanten verschärften Kontrollmaßnahmen. Zum einen werde man sich in diesem Jahr ein neues mobiles Blitzgerät anschaffen.Und zum anderen entsprächen die Pläne den Wünschen eines Großteils der Bevölkerung. „Ich werde immer wieder von Bürgern angesprochen, die sich über Raser in den Wohngebieten beschweren und mehr Kontrollen fordern“, so der Verwaltungschef auf Anfrage dieser Zeitung. Er befürchtet nicht, dass Bürger die Kontrollen primär als eine lukrative Einnahmequelle der Verwaltung betrachteten.

Maibach: Sicherheit steht im Vordergrund„Mit Abzockerei hat das nichts zu tun. Für uns stehen Sicherheitsaspekte im Vordergrund“, so Maibach. Vor allem in der Nähe von Schulen und Kindergärten sollen die städtischen Ordnungshüter verstärkt ihre neue Technik einsetzen.Das Blitzgerät sollte ursprünglich schon im vergangenen Jahr angeschafft werden. Da der Haushalt von 2016 jedoch noch immer nicht genehmigt ist und sich die Stadt für alle Investitionen grünes Licht von der Kommunalaufsicht des Main-Kinzig-Kreises holen muss, sei die Ausgabe auf 2017 verschoben worden.Höhe der Strafgelder bleibtBis auf die Anschaffung des neuen Gerätes seien mit den geplanten vermehrten Geschwindigkeitskontrollen zunächst einmal keine weiteren Kosten für die Stadt verbunden. Für die Auswertung der Kontrollen sowie die Bearbeitung der Geldbußen gebe es innerhalb der Verwaltung bereits eine Stelle.An der Höhe der Strafgelder soll sich jedoch erst einmal nichts ändern. Nach geltender Gesetzeslage verdient die Kommune ohnehin nur an den kleinen Sündern unter den Rasern. Geschwindigkeitsübertretungen von mehr als 21 Stundenkilometern werden an das Regierungspräsidium in Darmstadt gemeldet. Die saftigeren Geldbußen gehen somit in die Kasse des Landes Hessen.

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