Für Fortgeschrittene: Die Jugendlichen fangen nicht bei Null an.
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Für Fortgeschrittene: Die Jugendlichen fangen nicht bei Null an.

Mountainbiking

Erst richtig bremsen, dann richtig abfahren: Bei Mountainbike-Woche wachsen die Jugendlichen zusammen

  • vonNicolas Obst
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Es geht los mit den absoluten Basics. Anette Gerhard weiß als Mountainbike-Hochschulmeisterin wovon sie spricht. Die 15 Jugendlichen hören ihr auf der grünen Anlage der „Dicken Eiche“ im Bruchköbeler Wald aufmerksam zu. Sie alle wollen gut vorbereitet sein, wenn sie am Donnerstag auf ihren ersten echten Mountainbike-Trip gehen.

Bruchköbel – Am Dienstag ist Tag zwei der Mountainbike-Week, einer Aktion organisiert vom Jugendreferat Bruchköbel. Die Idee für das Ferienangebot stammt von den Teilnehmern selbst. „Die Jugendlichen sollen und dürfen sich bei uns beteiligen, wir legen da sehr großen Wert drauf, sie hatten die Idee einen gemeinsamen Kurs zu organisieren“, erklärt David Dieschburg, der mit seiner Kollegin Nicole Lenz das Jugendreferat leitet.

Nachdem es in den letzten Monaten bereits ein Open-Air-Kino und eine Beach-Party gab, wird in dieser Oktoberwoche das nächste große Projekt verwirklicht. „Die Nachfrage nach einem Mountainbike-Kurs war bei den Jugendlichen groß, der Sport liegt aktuell sehr im Trend“, weiß Dieschburg.

Begonnen hat das Projekt am Montag mit einem „Check & Clean“-Tag, bei dem jedes Mountainbike mithilfe der sogenannten Fahrradwerkstatt der Flüchtlingshilfe Bruchköbel auf die Fahrtauglichkeit geprüft wurde. Am Dienstag geht es um die Basics des Sports, am Donnerstag steht eine große Tour im Raum Darmstadt an und am Freitag wird ein gemeinsamer Filmabend mit aufgenommenem Material der vergangenen Tage die Woche abrunden.

Technikgrundlagen zu Beginn

Durch einen privaten Kontakt konnte Mitorganisator Dieschburg die erfahrene Mountainbikerin Anette Gerhard für das Jugend-Event gewinnen. Gerhard gibt Kurse für Studenten in Darmstadt, zudem trainiert sie Sportler im dortigen Radverein. Ihr ist wichtig, dass die Jugendlichen von Anfang an lernen, sicher zu fahren und das oft schwierige Gelände zu beherrschen.

„Es geht heute wirklich nur darum, die Grundlagen kennenzulernen: Wie bremse ich richtig, wie müssen die Pedale ausgerichtet sein, wie fährt man eine Kurve? Die richtige Technik ist sehr wichtig, um mögliche Stürze zu vermeiden“, erklärt Gerhard.

Hier geht’s rund: Anette Gerhard weiß als Mountainbike-Hochschulmeisterin, wie sie die 15 Jugendlichen auf der Anlage an der „Dicken Eiche“ im Bruchköbeler Wald für den Ausflug am Donnerstag vorbereiten muss.

Doch nicht nur die technischen Details müssen die Teilnehmer kennen, auch der Umgang untereinander wird in der Mountainbike-Week thematisiert. „Ich lege viel Wert darauf, dass wir als Gruppe gemeinsam fahren, es muss ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen, wir sind hier gemeinsam in der Natur, keiner ist allein.“

Auch Dieschburg und seine Kollegin Lenz behalten das Große und Ganze im Blick. Sie erhoffen sich von der Woche, dass die Jugendlichen aufeinander Acht geben und zusammen neue Erfahrungen sammeln können: „Bei uns steht der Spaß absolut im Vordergrund.“

Teilnehmer der Mountainbike-Week waren begeistert

Dass die Nachwuchsfahrer Spaß haben, ist unschwer zu erkennen. „Ich habe bereits neue Freunde gefunden und freue mich schon auf den Mountainbike-Trail am Donnerstag“, sagt der zwölfjährige Kiyan. Und der drei Jahre ältere Mike meint: „Es ist schön in den Ferien aus der Wohnung zu kommen und neue Erfahrungen zu sammeln.“

Alle Teilnehmer sind begeistert dabei, die Nachfrage nach der Mountainbike-Week war von Anfang an groß. „Wir haben das Projekt kaum beworben, doch schon nach anderthalb Wochen waren alle Plätze belegt, wir haben eine lange Warteliste.“ Ein guter Grund für den Sozialarbeiter das Angebot auch im nächsten Jahr anzubieten. Beim Jugendreferat ist man sehr zufrieden mit dem Ver-lauf des Ferienangebots. Nachdem es in den vergangenen Jahren nicht immer einfach war, große Aktionen auf die Beine zu stellen, und das Jugendreferat zeitweise sogar völlig zum Stillstand kam, sieht die Gegenwart anders aus. „Wir erleben aktuell eine neue Generation an Jugendlichen. Die Nachfrage an gemeinsamen Angeboten hat sich deutlich gesteigert, es gibt mittlerweile deutlich mehr Teilnehmer, die be-wusst mitgestalten und hel-fen wollen“, erzählt Nicole Lenz, die bereits seit zwölf Jahren im Referat arbeitet. Diesen Aufschwung wollen die Bruchköbeler nun auf alle Fälle mitnehmen, auch wenn es am Donnerstag erst mal abwärts geht: in den Hügeln der Mountainbike-Strecke.

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