Nicht nur im HA gab es eine große Schlagzeile: National war Bruchköbel durch das Unglück in den Medien.
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Nicht nur im HANAUER ANZEIGER gab es eine große Schlagzeile: National war Bruchköbel durch das Unglück in den Medien.

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Einsatz im Explosionsgebiet: Eine Redakteurin erinnert sich

  • Jutta Degen-Peters
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Für die damalige HA-Jungredakteurin Jutta Degen-Peters war die Explosion in Bruchköbel einer ihrer ersten größeren Einsätze. Sie erinnert sich an den Tag wie folgt:

„Es war am ungemütlich kühler Februarmorgen des 9. Februar, als ich als frisch beim HANAUER ANZEIGER eingestellte Jungredakteurin vom damaligen Chef des Landressorts Helmut-Henning Schimpfermann zu einem Einsatz geschickt wurde, der mich nachhaltig beeindruckte: Am Vortag hatte die Explosion bei der Kosmetikfirma Reinelt im Norden Bruchköbels die Menschen erschüttert, drei Bürger fanden dabei den Tod, viele wurden verletzt, es entstanden Schäden in Millionenhöhe. Darüber hatte der HA auf Seite 1 groß berichtet und diesem Ereignis auch seinen roten Balken im Kopf gewidmet, der die wichtigsten Nachrichten des Vortags in den Blick rückte.

Jutta Degen-Peters, Redakteurin des HANAUER ANZEIGER, erinnert sich noch gut an die Nacht von damals.

Am Tag nach dem Unglück machten mein Kollege Johannes Storks und ich uns auf ins Katastrophengebiet und waren schockiert. Als wir dort ankamen, kam es mir vor wie nach einem Bombenangriff. Überall lagen Scherben, Dachziegel und Steine herum. In den Häusern im näheren Umkreis um die Firma Reinelt hatte es Fenster und Türen aus den Angeln gehoben, Autos waren von Schutt übersät. Bei den Bewohnern war die Betroffenheit groß. Sie nahmen die Chance dankbar an, von ihrer Angst und Beunruhigung berichten zu dürfen, als ich als Berufsneuling vorsichtig anfragte, ob sie bereit wären, ihre Geschichte zu erzählen. Denn bei allem Schreck und allen Schäden waren sie auch dankbar, glimpflich davongekommen zu sein. Später, auf dem Firmengelände, erlebten mein Kollege und ich die Routine der Rettungskräfte. Und ich erfuhr dort auch zum ersten Mal, wie der Status des Redakteurs uns Zutritt zu sonst für Bürger gesperrte Bereiche ermöglichte.

Bei aller Betroffenheit war ich als Zeitungsneuling auch stolz, als Augenzeugin über ein Ereignis von solcher Tragweite berichten zu dürfen.“  ju

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