Die beiden Vorsitzenden Hans-Jürgen Schmidt und Hans-Joachim Legorjé (von links) genießen das Boule-Spiel auf dem neuen Kunstrasen. Beim Nachmessen des Abstands der Kugel zum „Schweinchen“ (kleiner weißer Ball) bekommt man weder kalte noch schmutzige Finger. Foto: Häsler

Bruchköbel

Boule Club richtet sich Spielhalle mit besonderem Bodenbelag ein

Bruchköbel. Das ursprünglich aus Frankreich stammende Boule-Spiel erfreut sich hierzulande immer größerer Beliebtheit. So gründete sich schon im Jahr 2007 der Boule Club Bruchköbel. Durch die Übernahme des ehemaligen Schützenheims „Im Niederried“ können die Sportler nun auch bei Wind und Wetter eine ruhige Kugel schieben.

Von Axel Häsler

Bisher haben sich die Bruchköbeler Boule-Freunde auf dem Fritz-Hofmann-Spielplatz und ab und zu an der „Dicken Eiche“ getroffen, um Boule oder – um die Art des Boule-Spiels genauer zu benennen – Pétanque zu spielen. Ein Spiel, das sich so Runde um Runde einen ganzen Nachmittag bis in den späten Abend hinziehen kann. Leider sind die Spieler dabei von gutem Wetter abhängig, da Boule zumeist im Freien gespielt wird.

Der Boule Club Bruchköbel ist seit vergangenem Monat unabhängig vom Wetter. Sogar bei Kälte und Regen können die Mitglieder nun ihre ruhige Kugel schieben. Denn der Boule-Club verfügt seit Februar über eine Boule-Halle mit speziellem Bodenbelag, was nun das Spielen unter einem Dach ermöglicht. Der Vorsitzende Hans-Jürgen Schmidt sowie der zweite Vorsitzende Hans-Joachim Legorjé freuen sich sehr, dass sie sowohl ihren Mitgliedern, aber auch anderen Spielern die Möglichkeit geben können, unabhängig vom Wetter ihrem Sport nachzugehen.

Fast wie ein LottogewinnDoch bis dahin war es ein weiter Weg. Schon lange suchten sie einen geeigneten Ort, wo man sich bei Regen mal unterstellen kann oder eine Toilette vorhanden ist. Fast wie ein Lottogewinn kam da der Anruf von Bürgermeister Günter Maibach, als er Hans-Jürgen Schmidt davon berichtete, dass der Schützenverein sein Domizil „Im Niederried“ verlässt und nach Issigheim umzieht, da dort in allen Arten des Schützensports geschossen werden kann.

So konnte nun der Boule Club Bruchköbel im Frühjahr 2017 das Gelände mit Halle von der Stadt pachten. Hans-Jürgen Schmidt ist dem Schützenverein sehr dankbar, dass er das Vereinsheim samt Inventar übernehmen konnte. Der Parkplatz vor dem Schützenhaus wurde in Gemeinschaftsarbeit mit Schotter zu einem idealen Platz hergerichtet, wo auch Turniere gespielt werden können. Da wo früher die Schießbahnen installiert waren, ergab sich nun die Möglichkeit, mehrere Boule-Bahnen zu bauen, um drinnen spielen zu können.

Bodenbelag aus RecyclingmaterialDoch einfach nur Schotter in die Halle einzubringen reichte den Mitgliedern nicht, denn das wäre wie in vielen anderen Boulehallen eine staubige Angelegenheit. Hans-Jürgen Schmidt hörte von einer Boulehalle in Regensburg, die als erste in Deutschland einen Bodenbelag aus Recyclingmaterial nutzt.

Nach Sichtung der Halle in Regensburg entschlossen sich die Bruchköbeler ihre Halle auch mit diesem Belag auszustatten und schafften 33 der zwei Quadratmeter großen und 50 Kilogramm schweren Platten an, die aus recycelten Autoreifen mit einer Oberschicht aus Kunstrasen bestehen. Der große Vorteil ist, dass diese Platten eben staubfrei sind. Die Spieler haben sich schnell an den Boden gewöhnt und an den Spieltagen Mittwoch, Freitag und Sonntag herrscht nun immer reger Betrieb. Jeder will auf den neuen Bahnen spielen und trainieren.

Der Boule Club Bruchköbel bestreitet regelmäßig Wettkämpfe und spielt in der 3. Liga. Interessierte, auch außerhalb von Bruchköbel, die Spaß am Spiel haben, sind willkommen. Informieren können sich Boule-Freunde unter www.bouleclub-bruchkoebel.de.

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