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Bei „Lotti“ steppt jetzt der Bär

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Von: Holger Weber-Stoppacher

Sie stellen richtig was auf die Beine, die Vorstandsmitglieder des Kulturvereins Wundertüte (von links): Ingrid Schuster-Ebert, Ulrike Michaelis, Jürgen Dick, Sven Kusnetzoff, Claudia Wiegand, Mario Wiegand, Peter Seikel und Sigrid Grüning. Am Samstag starten sie ein neues Projekt.
Sie stellen richtig was auf die Beine, die Vorstandsmitglieder des Kulturvereins Wundertüte (von links): Ingrid Schuster-Ebert, Ulrike Michaelis, Jürgen Dick, Sven Kusnetzoff, Claudia Wiegand, Mario Wiegand, Peter Seikel und Sigrid Grüning. Am Samstag starten sie ein neues Projekt. © Holger Weber

Bruchköbel – Roßdorf könnte ein wichtiger Pfeiler des kulturellen Lebens in Bruchköbel werden. Denn am kommenden Samstag veranstaltet der Kulturverein Wundertüte erstmals ein Konzert in einer alten Hofreite an der Hanauer Straße 9. Wer aus Richtung Nidderau nach Roßdorf hineinfährt, der kann den Spielort eigentlich nicht verpassen. Eine Lichtreklame mit der Aufschrift „Lotti‘s“ weist auf den Hof hin.

Viele, die dort entlangfahren haben sich wohl schon einmal gefragt, was es mit diesem Schild auf sich hat und wer eigentlich diese „Lotti“ ist. „Das bin ich“, sagt Charlotte Schmidt, die Geschäftsführerin des schräg gegenüberliegenden Hotels und Restaurants „Zum Schwanen“. Sie hat das Anwesen vor sieben Jahren gekauft, damit die Gäste ihres Hotels den Innenhof als Parkplatz nutzen können. Das Schild habe sie dort vor einiger Zeit anbringen lassen, damit die Gäste es leichter haben.

Für Roßdorf und ein attraktives Dorf

Bisher hatte die Wundertüte auf dem Hof nur einen Teil ihres Equipment abgestellt. Dann wurde die Idee geboren, aus dem idyllischen Areal eine Location für Veranstaltungen zu machen. Und dabei verfolgen alle Beteiligten ganz selbstlose Zwecke. Die Wundertüte als eingetragener Verein sowieso. Und auch Charlotte Schmidt will mit Lotti’s kein Geld verdienen: „Ich tue das für Roßdorf und dafür, dass Leben im Dorf attraktiver wird“, sagt sie. Während der Corona-Zeit hatten im Hof ihres Hotels bereits Stadtdinner stattgefunden. So war auch der freundschaftliche Kontakt zu den Verantwortlichen der Wundertüte entstanden. Dort, wo auf dem alten Bauernhof früher der Kuhstall stand, wird am Samstag beim Auftakt mit der Live-Band „Nööö“ die Bühne stehen. „Sie passt genau ins Eck“, freut sich Wundertütenvorsitzender Sven Kusnetzoff.

Parkplätze gibt es vor dem Hof kaum. Jedoch ist weder der Roßdorfer Sportplatz noch die Mehrzweckhalle weit entfernt. Dort, so empfiehlt zweiter Vorsitzender Mario Wiegand, gibt es Möglichkeiten, das Auto abzustellen.

Platz für 200 Besucher

Auch wenn es vor der Premiere am Samstag noch noch keine Erfahrungswerte gibt, so schätzt Kusnetzoff, dass der Hof Platz für mindestens 200 Besucher bietet. Bierzeltgarnituren werden für rund 80 Personen aufgestellt und so platziert, dass vor der Bühne noch reichlich Raum für die Tanzfläche bleibt. Um die Nachbarn nicht allzu sehr zu belasten, soll um 22 Uhr der letzte Akkord erklingen. Dann könne man noch in aller Ruhe einen Absacker trinken, ehe im Lotti‘s um 23 Uhr die Lichter ausgehen, so Kusnetzoff.

Corona hatte dem Kulturverein in den vergangenen zwei Jahren schwer zugesetzt. Doch gleichzeitig war die Pandemie auch ein Sprungbrett für die umtriebigen Kulturfreunde. Vor allem dank der Fördergelder, die das Land Hessen für Veranstaltungen im Freien locker macht. Bei der Wundertüte wurde das Geld klug investiert. „Wir sind jetzt veranstaltungstechnisch autark“, sagt Mario Wiegand nicht ohne Stolz. Bühne, Licht- und Tontechnik – all das wurde mit der Hilfe aus Wiesbaden angeschafft. „Wir sind in der Lage, von heute auf morgen die Rahmenbedingungen für ein Konzert zu schaffen“, fügt Wiegand hinzu. Kühlschränke und Kühlvitrinen, die man bei der Ausrichtung von Events ebenso braucht, waren schon vorher im Besitz des Vereins.

In einer anderen Liga unterwegs

Von daher klingt es auch nicht vermessen, wenn die Mitglieder wie beispielsweise Jürgen Dick sagen, dass Bruchköbel jetzt in einer anderen Liga unterwegs sei mit dem vielfältigen Programm aus verschiedenen Genres. Auch Pressesprecher Peter Seikel betont, dass die Stadt kulturell gerade dabei sei, einen riesigen Sprung zu machen: „Einem Mittelzentrum angemessen.“ (Von Holger Weber-stoppacher)

Daran kann man sich orientieren: Charlotte Schmidt und Sven Kusnetzoff zeigen auf das Hinweisschild.
Daran kann man sich orientieren: Charlotte Schmidt und Sven Kusnetzoff zeigen auf das Hinweisschild. © -

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