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Baugebiet wird für Führungskräfte erweitert

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Die rot umrandete Fläche zeigt die Erweiterung des Baugebiets "Am Hunsrück". (Foto: Häsler)
Die rot umrandete Fläche zeigt die Erweiterung des Baugebiets "Am Hunsrück". (Foto: Häsler)

Bruchköbel. Große Grundstücke und schöne Villen: Das Baugebiet „Am Hunsrück“ in Oberissigheim gehört zu den schönsten in der Stadt Bruchköbel. Nun soll das Viertel nach Westen hin erweitert werden. In einer Größenordnung, die es im Rhein-Main-Gebiet kaum mehr gibt.

Von Holger Weber

Ein privater Investor möchte nicht nur für sich selbst ein neues Heim bauen, sondern auch 14 weitere 600 bis 700 Quadratmeter große Parzellen Bauland zur Verfügung stellen. Das ist eine Größenordnung, die es im Rhein-Main-Gebiet kaum mehr gibt.

Das Projekt, das sich noch in einem sehr frühen Stadium befindet, wurde am Dienstag im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr behandelt.

Regionaler Flächennutzungsplan

Wie aus dem Kurzvortrag des Planers hervorging, handelt es sich bei dem Areal um eine Fläche, die bereits im Regionalen Flächennutzungsplan als Bauland vorgesehen ist. Nur am südlichen Ende gebe es eine Überschneidung mit einem Landschaftsschutzgebiet.

Hier müsse im Zuge eines frühzeitigen Beteiligungsprozesses eine Lösung gefunden werden, so der Planer. Das Grundstück hat der Investor den Informationen zufolge bereits vor einigen Jahren gekauft. Am nördlichen Ende des Streifens möchte er sich selbst ein Haus auf einer mehr als 1000 Quadratmeter großen Fläche bauen. Laut Plan sollen die anderen Parzellen um eine Straße mit U-Form gruppiert werden.

Bauland ist knapp

Für große Flächen gebe es in der Region einen großen Bedarf, erläuterte Thomas Müller von der Terramag GmbH, die die Fläche im Auftrag des Investors vermarkten soll. Der Bedarf sei vor allem durch die Entwicklung des Fliegerhorsts gestiegen, meinte Müller. Das Führungspersonal der dort ansässigen Firmen sei auf der Suche nach solchen großen Baugrundstücken.

In Bruchköbel ist Bauland knapp. Nach Informationen aus dem Rathaus gibt es in der ganzen Stadt nur noch ein Gebiet mit einer Größe von zwei bis drei Hektar, das noch für eine Bebauung in Frage kommt. Zuletzt wurde der Mangel an Bauland immer wieder im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus diskutiert, den viele Parteien vorantreiben wollen.

Kritik vom Bürgerbund

Grundstücke wie das in Oberissigheim kommen nach Ansicht von Uwe Ringel (Bündnis 90/Die Grünen) dafür jedoch nicht in Betracht. Sozialer Wohnungsbau in einem Stadtteil, zudem schlecht angebunden durch den öffentlichen Transport und Nahverkehr, mache keinen Sinn, so der Fraktionschef der Ökopartei. Man brauche auch Baugebiete wie das in Oberissigheim, die eine zahlungskräftige Klientel in die Stadt brächten. Sozialer Wohnungsbau wäre seiner Meinung nach in den Bindwiesen, also zentrumsnah, am besten zu realisieren gewesen.

„Diese Chance hat man verpasst“, so der Grünen-Chef. Auch Peter Ließmann, der Fraktionsvorsitzende der SPD, befand die Pläne in Oberissigheim für gut. Der Bruchköbeler Bürgerbund (BBB) hingegen meldete Kritik an, weil es immer noch keinen städtebaulichen Vertrag gebe, bei dem eindeutig geregelt sei, welche Kosten der Investor bei dem Bauprojekt tragen werde. Laut Müller von der Terramag befindet sich dies noch in einer Phase, in der es zu früh sei, über den städtebaulichen Vertrag zu sprechen. Erst wenn der Investor seine Pläne genau definiert habe, werde ein solcher den parlamentarischen Gremien vorgelegt. Auch die Bürger werden noch befragt. Einige hatten bereits vor Wochen ihren Unmut in einem Leserbrief an unsere Zeitung geäußert. Sie fürchten vor allem um das Landschaftsschutzgebiet.

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