Sind stolz auf das Erreichte: Schulleiter Ingo Wintermeyer (rechts) und sein Stellvertreter Marcus Thom haben das Schuljahr mit einem guten Gefühl begonnen. Foto: Monica Bielesch

Bruchköbel

Aufatmen am LOG nach sechs Jahren Umbau

Bruchköbel. Kurz vor halb zehn Uhr: Große Pause am Lichtenberg-Oberstufen-Gymnasium (LOG), die 580 Schüler verteilen sich nicht nur in der neuen großen und lichtdurchfluteten Halle der Schule, wo ein großer Kiosk und viele Sitzmöglichkeiten in frischen Farben zum Verweilen einladen.

Von Monica Bielesch

Auch in der oberen Etage der Schule finden sich überall unzählige Sitzbereiche, wo Schüler nicht nur arbeiten sondern eben auch Pause machen können.

Beim einem Rundgang zeigen Schuleiter Ingo Wintermeyer und sein Stellvertreter Marcus Thom die Ergebnisse der Baumaßnahmen, die in den vergangenen sechs Jahren am LOG sukzessive stattgefunden haben. In den gerade zu Ende gegangenen sechs Wochen Sommerferien wurden die letzten umfangreichen Arbeiten fertig gestellt. „Jetzt ist noch der Feinschliff dran“, so Wintermeyer. Die Kosten für den Um- und Neubau betragen laut dem Schulträger rund 15 Millionen Euro, davon stammen vier Millionen Euro aus dem Kommunalen-Investitionsprogramm (KIP II).

40 Klassenräume zur Verfügung

Nun stehen 40 Fach- und Klassenräume für 30 Lerngruppen zur Verfügung. Trotz der langen Bau- und Sanierungszeit ist es der federführenden Architektin gelungen, eine Schule aus einem Guss zu kreieren. Jedem Fachbereich ist eine Farbe zugeordnet, die finden sich auf den Böden der Flure, den Wänden und in den Fachräumen. Lichthöfe bieten Grünpflanzen Raum, schaffen somit eine ruhige Atmosphäre im Trubel des Schulalltags. Alte und neue Fassaden haben in Teilen eine moderne und prägnante Fassade erhalten.

Insbesondere technisch ist das LOG, das Schüler aus der ganzen Region aber vor allem von der Heinrich-Böll-Gesamtschule ab der elften Klasse aufnimmt, nun auf dem neuesten Stand. „Technisch sind wir darauf vorbereitet mit digitalen Schulbüchern zu arbeiten“, bringt Wintermeyer den Fortschritt auf den Punkt. Das scheitere aktuell noch an fehlenden Lizenzen beim Schulträger. Jeder Klassenraum ist mit einem Beamer und einem Computer ausgestattet. Der Lehrer kann wahlweise handschriftliches oder Internet-Seiten an die Wand projizieren. Eine normale grüne Schultafel fehlt trotzdem nicht. Und alle Lehrer und Schüler können jeweils auf ein schulweites Laufwerk zugreifen.

Den Umbau hat die Schule dazu genutzt, auch strukturell Abläufe zu verändern. So gibt es mehrere Lehrerzimmer: Zwei zum Arbeiten ausgestattet mit vielen Computern und Laptops und eines, um Pause zu machen mit großen Gruppentischen. „Von jedem PC und Laptop können die Kopierer und das Schul-Computernetz angesteuert werden“, so Wintermeyer. Jedem Lehrer wurde ein Klassenraum zugeordnet, dort kann sich der Pädagoge nun auch räumlich einrichten – ähnlich wie an Grundschulen. Die Schule verspricht sich davon eine bessere Identifikation des Kollegiums mit den neuen Räumlichkeiten.

Lernen um Kurssystem

Die Schüler lernen weiterhin im Kurssystem, wie an jeder Oberstufe üblich. Nur hängt im LOG an jeder Klassenraumtür nun ein Belegungsplan, der anzeigt, welcher Kurs wann diesen Raum nutzt. Vier Fachräume sind größer als die anderen. Dort können größere Gruppen Präsentationen abhalten oder Abiklausuren geschrieben werden.

Noch bleibt nach Abschluss des mittlerweile fünften Bauabschnitts einiges zu tun. So muss die Präsenzbücherei samt Lehrbuchsammlung noch eingeräumt werden. Hier stehen hochgetürmt die Kartons mit den eingepackten Büchern und die dazugehörigen leeren Regale noch mitten im Raum. Im neuen Computerraum sind die Rechner zwar schon einsatzbereit an den Arbeitsplätzen, aber der große Arbeitstisch für die Gruppenarbeit fehle noch, so Thom.

Bis zur offiziellen Einweihung am 17. Oktober ist noch Zeit für die restlichen Arbeiten, von denen viele Hausmeister Joachim Ertner erledigt. Der rührige Hausmeister, der laut Schulleiter die Baumaßnahmen intensiv begleitet und unterstützt hat, wird beispielsweise noch die Bilder aller 72 Lehrer an eine Wand im multifunktionalen Cafeteria-Bereich anbringen.

Platz für bis zu 200 Personen

In diesem Bereich können dank installierter Technik und mobilen Stehpulten auch größere Veranstaltungen mit bis zu 200 Personen stattfinden, so Thom, der seit zwei Jahren am LOG ist und seitdem die Bauarbeiten betreut. Der Bereich Musik und Darstellendes Spiel hat einen neuen Fachraum erhalten. Ein großer schwarzer Vorhang, Scheinwerfer und eine kleine Tribüne ermöglichen hier einen Aufführungscharakter beschreibt Thom. Ein angrenzender Lichtschacht mit grüner Bepflanzung gibt dem Raum viel Tageslicht und Weite.

Sechs Jahre lang haben Lehrer und Schüler mit „widrigen Umständen“ bedingt durch die Bauarbeiten leben müssen, so Wintermeyer. Die Arbeiten hätten auch deshalb so lange gedauert, weil ein einheitliches Gestaltungskonzept verfolgt wurde. Aber nun wo die Schule regelrecht im neuen Licht strahlt kann er sagen: „Lieber alles aus einem Guss.“

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